Filmkritik: "96 Hours - Taken 2"

Der arme Liam Neeson hat dieses Drehbuch wirklich nicht verdient - und die armen Leute vor dem Projektionsgerät auch nicht! Greulich, wie hier Talent vergewaltigt wurde. Herr Neeson wird geschnappt (seine Frau nehmen die bösen Menschen auch gleich mit).   Sie wollen alle töten, aber er will das nicht.  So kindlich formuliert das klingt, so bescheuert hat Olivier Megaton diesen Handlungsmatsch im Treibsand der Logik versenkt.

Guckt den ersten Teil und vergesst den zweiten - mehr dazu im Spoiler nach dem Trailer.


/* Spoiler "alles wird verraten": Logikfehler in Taken 2 */

Ich kriegte wirklich schon beim Anschauen Zustände: wir erinnern uns: Herr Neeson hockt da halb kniend mit den Händen an irgendeiner lustigen Stange gefesselt und man fragt sich doch zwangsläufig, wozu diese komische Körperlage gut sein soll

Keine  Angst. Es macht wirklich Sinn. Denn an sein Geheimhandy im Strumpfband kommt er wirklich nur in dieser Körperhaltung. Er zieht das Handy raus und telefoniert mit seiner Tochter. Das darf doch nicht wahr sein! Anscheinend hat dieser Mensch nur zwei Kontakte in Krisensituationen. Mega-Räusper! Seine Tochter muss jetzt die Familie retten.

Achtung! Hier kommt die einzige sehenswerte Stelle des Filmes: er lässt seine Tochter eine Explosion ausführen und ermittelt aus der Schalllaufzeit den Radius auf dem er selbst  sich befinden muss. Zusammen mit der Route, die er sich gemerkt hat, ergibt das seinen Aufenthaltsort. Super gemacht - tolle Idee - realistisch umgesetzt.

Jeder andere hätte aber vorher schon gesagt: "Ruf den netten Onkel von der Botschaft an, der soll viele viele Menschen mit dunkler Sonnenbrille schicken"... Das wäre wohl zu einfach gewesen.

Ich spule gedanklich zurück: Der Held hat ein Handy und da weiss doch wirklich jeder Sonderschüler im 1 Aufbausemester, dass man die Dinger in Städten recht präzise orten kann. Er hat Freunde bei der Botschaft, somit auch beim Geheimdienst. Da schreist Du wirklich den Bildschirm an: "ortet das verdammte Mobiltelefon Ihr Trottel".

Ich bin noch nicht fertig mit dieser Szene: er befreit sich ganz schnell von seinen Fesseln. Ein bisserl Rubbeln und gut. Jetzt reichts. Seine Peiniger wissen, mit wem sie es zu tun haben. Die haben sicher nicht das billige Ikea Seil genommen, sondern die "hält eine Tonne" Eisenkette von Ob!

Man sieht diesem Film an, wie er aus der Not geboren wurde, einen zweiten Teil abliefern zu müssen. Koste es, was es wolle.