Filmkritik: "Mad City" (1997)

John Travolta und Dustin Hoffman in einer bitterbösen grossartigen Parabel über Medien, Sensationslust und den Drang zur Selbstdarstellung.

Der Film beginnt mit einer Geiselnahme. Sam (John Travolta) hat seinen Job verloren. So fängt alles an. Zufällig wird ein frustrierter Reporter Max (Dustin Hoffman) Zeuge dieser Aktion. Max wittert seine Chance und beginnt aktiv in die Handlung einzugreifen. 

An dieser Stelle nimmt der Film seine interessante Wendung: Der Beobachter greift in das Geschehen ein und wird zum Macher. Perfide spielt Max mit der Nachrichtengeilheit (sorry) aller Beteiligten. Jeder möchte gut zur besten Sendezeit im Fernsehen erscheinen. (mehr im Spoiler nach dem Trailer).

Ein grossartiger Film - zwischendurch etwas überzeichnet - aber durchaus anregend für weitere Diskussionen.

Edit: Wer eine actionreichere Variante (kein Remake - eine vollkommen andere VARIANTE) mag - dem empfehle ich "Verhandlungssache".

/* Spoiler - das Ende und die Interpretation */

"Wir haben ihn umgebracht" so endet der Film sinngemäss. Alle waren sie beteiligt und Max weiss das. Wärend der Täter eigentlich nur das eine wollte - seinen Job zurück, wollte die Meute Blut sehen (schön verkörpert durch Maxs Assistentin, die ihn am Ende daran hindert, sich das Blut aus dem Gesicht zu wischen).

Max ursprünglicher Plan geht nicht auf. Der "Volksheld" schiesst auf die Menge und hat damit die öffentliche Unterstützung verspielt. Max dürfte das egal sein. Er hat die Chance, wieder "grosse Nachrichten" zu machen.

Am Ende wird er aber vom Zug überrollt, den er selbst in Gang gesetzt hat - jetzt ist er Objekt des Medieninteresses.