Filmkritik: "Hänsel und Gretel: Hexenjäger"

Ich liebe diese ironischen, aber technisch gut gemachten Märchen/Horrorfilme! - am Rande des leichten Splatter - aber immernoch magenverträglich (Achtung: nicht verwechseln mit dem Film "Hänsel & Gretel" - ein humorloser Horrorschocker).

Wir kennen ja die Story von Hänsel und Gretel. Wir wussten aber bisher noch nicht, dass die beiden sich zu professionellen Hexenjägern (quasi "Witchbusters") fortgebildet hatten.

Inzwischen haben sich aber auch die Hexen weiterentwickelt: die handelsübliche Besenreiterin (nicht mit "Besenreissern" verwechseln) ist nicht mehr in jedem Fall am meuchelnden Äusseren zu erkennen. Und so werden die beiden Jäger mit ihrem bisher größten Feind konfrontiert.... Die Vergangenheit scheint sie einzuholen.

Ich fühlte mich großartig (wenn auch nicht anspruchsvoll) unterhalten. Wo z.B. Bolls "Bloodrayne" schon arg ins Trashige (schon relbstreferenzierend kultig) abdriftet, bleibt dieser Film haarscharf an der Kante zwischen einem Märchen (mit sogar liebenswerten Momenten und Kreaturen) und einem FSK18 Actionfilm, bei dem auch mal schnell ein Hexenkopf zur Blutpampe zertreten wird oder jemand im Ofen landet.

Gemma Arterton ("Ein Quantum Trost") erschien mir erst als etwas problematische Besetzung der Gretel Rolle. Ich hätte eher einen etwas tougheren Typ Mädel erwartet. Aber gerade gegen Ende macht diese Besetzung vollkommen Sinn. Sonst wäre der Film zu einem weiteren "Resident Evil" Clone mutiert.

Bildtechnisch gibt´s nichts zu meckern. Der Film wurde für 3D gedreht. Das nervt manchmal, da dramaturgisch unsinnige Kamerasetups einfach nur des Effekts willen gewählt werden.

Wer diese Art Filme mag, könnte sich für Folgendes interessieren:
"Resident Evil" (ab Teil 2 einsteigen - den ersten kann man nicht ertragen): Zombie Gemetzel mit Mila.
"Underworld" (nett anzusehen, aber humorlos): Zombiegemetzel mit Kate in Latex
"Bloodrayne" und "Blood Rayne the third reich" Uwe Boll Trashfilme: Ein bisserl Splatter, ein bisserl Rumgepoppe und Selbstironie ohne Anspruch.