Filmkritik: "Only God forgives"

Unglaublich, wie intensiv mich die Bildsprache von Anfang an in ihren Bann geschlagen hat. Der Film sieht einfach verdammt gut aus und trägt eine unglaublich dichte Stimmung in sich, die wenig von Dialogen gestört wird und durch die schonungslos brutalen Zwischeneruptionen nur noch unterstützt wird.

Ryan Gosling scheint einem Faible für Filme mit "Gewalt-Hintergrund" zu frönen. Hier mimt er einen Box-Club Besitzer, dessen Bruder auf bestialische Weise eine Prostituierte dahinmetzelte. Was seinem Karma absolut nicht zuträglich war und so nimmt der Rachestreifen seinen Lauf.

Langsam schlich in mir ein bekanntes (aber unerwartetes) Gefühl durch die Synapsen, des ich erst nicht richtig einzuordnen wagte: Dieses Gefühl, das ich neben der Faszination für die geniale Bildästhetik empfand, lässt sich am ehesten mit Langeweile beschreiben.

Für mich wirkte der Film wie das Produkt einer hervorragenden Crew auf der Suche nach einem passenden Drehbuch - leider haben sie es (aus meiner Sicht) nicht gefunden.

Da kann mich eher ein Streifen wie Kill Bill I in seinen Bann schlagen, da er durch die gnadenlose Überzeichnung wett macht, was ihm an Story fehlt.