Filmkritik: "RED 2" (R.E.D. 2)

"RED 2 hat die ihm übertragenen Erwartungen zur Zufriedenheit erfüllt" (könnte in einem Arbeitszeugnis stehen).

Handlung: Frank (Bruce Willis) versucht gerade mit seiner Freundin ein beschauliches Leben zu führen, als der unvermeidliche John Malkovich die Idylle jäh beendet. Und plötzlich scheint buchstäblich die ganze Welt (inclusive Cathy Zeta Jones) hinter dem verrenteten Trio her zu sein (Bedeutung "R.e.d" = retired extremely dangerous).
 
Ich werte den Grundplot als eine saubere Basis für einen soliden Actionstreifen - der Spass macht, aber auch gegenüber dem ersten Teil etwas nachgelassen hat:

Warum?  Franks Freundin nervt (gesehen in der OV). Mary-Louise Parker  versucht ihr bestes, den Spaghat zwischen naivem Mädel vom Land und Revolverheldin unterhaltsam zu gestalten - und scheitert.

Bruce Willis hingegen und seine "Gäste" spielen auf Höchstform und gefallen - soweit das Drehbuch sie lässt. Malkovich wirkt zu normal - denken wir nur an die "Schweinenummer" im ersten Teil oder seine Angst vor Satelliten und Paranoia gegen Flugzeuge. Das war unterhaltsame Action! Im zweiten Teil spielt er nur noch seine eigene Kopie.

Athony Hopkins - extrem geniale Besetzung für die Rolle - scheint zu wollen aber nur wenig zu dürfen. Dieser Mensch hat "das Schweigen der Lämmer" zur Hälfte zum Erfolg geführt. Lasst ihn einfach spielen!

Gegen Ende gewinnt der Film merklich an Fahrt und der Unterhaltungslevel erreicht Normalniveau.

Gegenüber dem ersten Teil bewerte ich diesen Film als zwar schlechter, aber auf jeden Fall war dies einer der besten Bruce Willis Filme dieses Jahr (Stirb Langsam V war grausig, Looper unlogisch und "the Expandables II" peinlich). 

Wer den ersten Teil nicht gesehen hat, sollte dies sofort nachholen. R.E.D. brilliert nahezu vor genialen Ideen, die sogar eine Mythbusters Folge inspiriert haben.