Buchkrtik: "Redshirts" (John Scalzi)

Eine Warnung vorweg: Wer den Titel dieses Buches nicht eindeutig der Fernsehserie "Star Trek" zuordnen kann, gehört wohl leider nicht zum Zielpublikum dieses Werkes.

Für alle anderen, die sich noch an die Zeiten erinnern können, als Kirk und Spock in der "guten" alten Star Trek Serie alle Nase lang irgendwohin "gebeamt" werden wollten, anstatt sich einfach ein (Space)Taxi zu nehmen - hier als kleiner Auffrischer: Rote Hemden tragen in der alten Star Trek Serie die Leute vom Sicherheitsdienst. Und deren Lebenserwartung gestaltet sich meist verschwindend kurz (sofern ihr Name nicht in den opening Credits auftaucht). Bei Ausseneinsätzen sterben die "neuen Gesichter" mit den roten Hemden ("Redshirts") gerne einen dramatischen Tod.

Das Buch beginnt mit der Darstellung des Lebens auf einem Raumschiff, das so ein klein wenig an Star Trek erinnert. Mit viel Augenzwinkern wird auf die seltsamen Zufälle in vielen Episoden an Bord und die mangelnde Lebenserwartung einiger Gruppen der Besatzung eingegangen. Dies füllt die ersten 30% des Buches und erschien mir bisweilen sehr kurzweilig, dann aber auch wieder etwas in die Länge gezogen. 

Jetzt aber wird das Buch spannend und originell. Ich verrate nicht wieso (vielleicht will es jemand doch noch lesen). Was bisher vollkommen unlogisch wirkte, erscheint jetzt in einem neuen Licht und plötzlich war mein Interesse geweckt:

Wie wird diese Sache ausgehen? 

Leider war Ich voreingenommen, durch ein grossartiges Youtube (siehe unten) Video einer Lesung Scalzis mit Wil Wheaton (dem "Wesley Crusher" aus Star Trek Next Generation).  Kenner der alten und der neuen Star Trek Serie werden bei dem Video ihre helle Freude haben. Diese Episode halte ich für eine der grossartigsten Star Trek Parodien überhaupt und ich wartete gespannt, wann das Buch "Redshirts" diese Latte überspringen würde.

Leider kommt genau diese Szene im Buch gar nicht vor. Mit Verlaub: dieses Video kondensiert soviel mehr Humor und liebevolle Kritik an den Macken von Star Trek als das ganze Buch, sodass ich "Redshirts" am Ende als Mogelpackung empfand - warum?

"Redshirts" beginnt etwas langsam, gibt dann aber stetig mehr Energie auf die Handlungsmatrix. Irgendwann wird John Scalzi dem Leser eine geballte Ladung Humor Torpedos entgegenfeuern. Erwartet selbiger. Die Ziele wurden eingegeben, die Referenzen gesetzt. Der Captain ruft "Feuer" und die Handlung schrammt in die Bedeutungslosigkeit des Humorhorizonts eines Schwarzen Loches. 

Sehr schade. Schaut Euch das Video an und spart Euch das Buch. Scalzi kann es doch! Könnte bitte jemand das letzte Drittel überarbeiten!?