Filmkritik: "Hitman 47"

Die Story

Das Plot Setup sprüht geradezu vor innovativen Einfällen: Irgendein geheimes Programm hat irgendwelche geheimen "Terminatoren" oder "Agenten" oder "Hitman" - i don´t care -gezüchtet. Der Erfinder dieser menschlichen Killermaschinchen mit Barcode auf dem Hinterkopf (ich hätte ja einen Matrixcode mit Totenkopf in der Mitte bevorzugt) findet seine eigene Idee dann doch nicht mehr so dolle, zieht den Stecker und setzt sich ab. 

Selbstverständlich suchen alle nach seiner Tochter. Wahrscheinlich weil sie ausreichend niedlich aussieht und auch ihren Vater sucht.
 

Meinung, Kritik, leichte Spoiler und grobe Fehler

Ursprünglich sollte Paul Walker (Link) die Titelrolle spielen. In Lichte dieses Drehbuches darf man seinem tragischen Tod noch etwas Positives abgewinnen. Leider wurde der Film nur verschoben und niemand dachte daran, Regisseur Aleksander Bach einen Killer nach Hause zu schicken, bevor er mit diesem Misthaufen auf die Leinwand losgelassen wurde.

Der Film strotzt vor Quatsch. Da watschelt die handlungstreibende Amazone zum Ausweisfälscher vom Dienst und beklagt sich, dass auf dem Papierl der Magnetstreifen gelöscht war und sie damit ins Kittchen geworfen würde. Das hat sie wohlgemerkt durch alleiniges Angucken festgestellt. Ich rechnete mit einem Übersetzungsfehler. Aber dann verhandeln sie ein bisserl und der Typ greift in seine Schmuck-Schatulle und gibt ihr einen anderen Ausweis. Alle sind glücklich und mir stehen die Haare zu Berge: "Einspruch! Zumindest das Bild sollte man anpassen oder sehen in diesem Film alle Heldinnen gleich aus"?  

Es wird schlimmer.

Amazone sitzt - irgendwie komisch gefesselt - rum vor einer Flugzeugturbine (wie man das halt so tut) und guter Bösewicht befiehlt ihr, sich zu befreien. Das Schnurkuddelmuddel löst sich anfangs ganz sinnvoll auf und ich wollte schon dem Knotenfachmann Achtung zollen. Als sie dann den Stuhl in den Trubinensog hält, der dann die restliche Schnur abwickelt. So einen Stuhlgang hatte ich noch nie. Anmerkung: guckt man alle Trailer zu diesem Film, dann scheint man genau diese Szene am Ende noch einmal verschlimmbessert zu haben. 

Es wird noch schlimmer.

Der gute Bösewicht "macht den Neo". Mit Waffen beladen rumpelt er durch eine Sicherheitsschleuse und grinst. Wir warten auf einen lustigen Kugelhagel - halt wie in Matrix und so. Pustekuchen - diese Szene bleibt bleifrei. Sie nehmen ihn fest und ketten ihn an einen Verhörtisch. Vor ihm steht seine Kanone. Sein Verhörer labert Zeug und schießt letztendlich auf ihn. Das war wohl auch der geniale Plan, denn der Agent bewegt sich so schnell, dass die Kugel die Kette durchtrennt. Zweimal. 
Die Idee an sich  wäre lustig; auch stört mich wider Erwarten seine Schnelligkeit überhaupt nicht (genetisch modifiziert - blabla). Kein Problem.
Ich rekapituliere: er lässt sich festnehmen, weil er damit rechnet, dass er im Verhör-Raum so angekettet wird, dass er sich befreien kann, wenn sein Gegner auf ihn schießt. Er hatte sicher einen guten "Plan B" (Sarcasm!). Genau diese Szene wird Euch übrigens schon im Trailer (s.u.) "schmackhaft" gemacht.
 

Bullshit

Am Ende des Tages verkackt der Film in beinahe jeder Disziplin. Loben muss ich die Stuntmen und die Lichtdesigner. Die Schlägereien wirken gekonnt und die Lichtsetzung zaubert ein steril technisches Flair in dieses ansonsten unsägliche Machwerk. Rupert Friend (Link) als Terminator für Arme wirkt glaubhaft, Hannah Ware (Link) darf gegen Ende ein bisserl aufdrehen. Könnte beinahe schon wieder Spaß machen, würde man vielen Szenen nicht ihre Greenscreen und CGI Herkunft ansehen. Hatte Michael Bay (Link) etwa keine Zeit?

 

 

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Starring Rupert Friend, Zachary Quinto, Ciaran Hinds, Thomas Kretschmann, Emilio Rivera