Serientipp: Fortitude

Handlung

Norwegen. Eiseskälte. Die Serie katapultiert den Zuschauer mitten in die lebensfeindliche Kälte und die dortige Überlebens-Realität. Ein Mann wird in der Wildnis von einem Eisbären angegriffen. Leider scheint jede Hilfe zu spät zu kommen. Doch ein auf Eisbären spezialisierte Fotograf stößt zufällig auf den Ort des Gemetzels, hebt die Waffe und schießt. Er trifft nicht den Eisbären. Plötzlich erscheint der Sheriff und die ganze Sache wird immer seltsamer.

Etwas später muss ein Wissenschaftler sein Leben lassen. Und alles erscheint sehr seltsam. Wollte er etwa den Bau der geplanten Tourismus Attraktion verhindern?

Mehr möchte ich von dieser Serie nicht verraten. Stimmungsvolle arktische Landschaftsbilder paaren sich mit einer Story (oder mehreren?), die nicht ganz klar in die Richtung Krimi oder Mystery driftet.

An dieser Stelle der Kritik würde ich ein bisserl die Nase rümpfen. Endlosserie? "Lost Effekt"? Nein. Die Serie wurde zwar gerade um eine Season 2 verlängert, alle unklaren Elemente, die in den ersten Folgen auftauchten, werden aber aufgeklärt. Wer genauer wissen will, was wann und warum passiert, bitte nach dem Trailer im Spoilerteil weiterlesen.

Meinung

Eine hervorragende Serie. Sehr stimmungsvoll und spannend inszeniert. Ab und zu sorgen ein paar Splattereinlagen für einen kurzen Schreckeffekt. Keine Familienserie!

 

Spoiler - Das Ende von Fortitude - Erklärung

Rollen wir alles noch einmal auf. Diejenigen, die mit dem gefrorenen Mammut in Kontakt kamen und von den Wespen (dazu mehr später) gestochen wurden, erkranken. Die Wespen hinterlassen so im Körper ihre Brut. Diese nennt man Koinobionte Endoparasitoide (d.h. sie leben im Inneren ihres Wirtes, den sie - so lange wie möglich - am Leben lassen). Um nicht vom Immunsystem attackiert zu werden, setzt z.B. die Brackwespe sogar Viren ein (siehe Link).

Gleichzeitig verändert (in der Serie!) dieser Befall auch das Verhalten der Opfer. So etwas ist bekannt vom Pilz Ophiocordyceps unilateralis (siehe Link), der das Verhalten einer Ameise für seine Verbreitung optimiert. In Fortitude verspüren die Opfer den Drang, eine organische Brutstätte für die Larven zu schaffen in die sie sich dann übergeben (Mahlzeit!). Unklar bleibt in Season 1, ob dieses Verhalten "heilbar" sein wird. Wir sind gespannt auf Season 2.

Logikfehler: in der letzten Episode wurden die Wespen durch eine Explosion im Krankenzimmer vernichtet. Der Mensch im Zimmer überlebt, die Wespen nicht. Vollkommen unlogisch. Die Wespen würden auch in Kälte als wechselwarme Tiere sowieso nicht weiter kommen und in Kältestarre verfallen (die sie normalerweise überleben). Die Hauptpersonen hatten natürlich nicht die Zeit, das bis zu Ende zu überlegen - das leuchtet mir schon ein. Trotzdem halte ich die Überlebenswahrscheinlichkeit nach dieser Explosion für nicht extrem groß (zumindest einen Trommelfellschaden hätte der junge Mann haben müssen). Zudem haben sie sich beim "Verbennen" des Mammut auch nicht wirklich gut angestellt. Für mich sieht es nicht so aus, als ob sie wirklich das gesamte Tier verbrannt haben.


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