Buch Review: "Makrofotografie" von Kyra Sänger + Christian Sänger

Makrofotografie: Der große Fotokurs
EUR 39,90
By Kyra Sänger, Christian Sänger

Das Buch wurde mir dankenswerterweise vom Vierfarben Verlag zum Review zur Verfügung gestellt. Die Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung der Leseprobe (siehe Link) entnommen.

Jede Menge Tipps und "Making Ofs"

An WElcher LEser Zielgruppe richtet sich das BUCH?

Das reich und wunderschön bebilderte, hochwertig gebundene, beinahe 400 starke Buch richtet sich nach meinem Verständnis an den engagierten Fotografen (Anfänger oder fortgeschrittenen Amateur), der sich von der Welt des Allerkleinsten verzaubern lassen möchte.
Wenn auch die Autoren nicht geizen mit Tipps, relativ preisgünstig diese Hobby zu betrieben, bleibt ein gewissen finanzieller Spielraum (nicht nur beim Erwerb des Buches) hilfreich. Ohne Spiegelreflexkamera zur Hand bleibt ein Großteil der Techniken dieses Buches verschlossen.
 

 

AN WELCHE Käufer Zielgruppe RICHTET sich das BUCH?

Ich sehe das typische Weihnachtsgeschenk vor mir. Hochqualitativ (inhaltlich und in der Anmutung) wertig. Die meisten Foto-Interessierten werden dieses Geschenk zu schätzen wissen. Wohl ein Geschenk, mit dem man nie richtig falsch liegt. Auch der Einsteiger mit dem Smartphone wird diese Schmökerei genießen und endlich verstehen, welche technologischen Einschränkungen sein "Werkzeug" ihm in den Weg legt (die riesigen Nebenwirkungen auf das Bankkonto sollen nicht unerwähnt bleiben).

Inhalt

Die ersten Abschnitte: Knapp aber verständlich rauschen die Autoren durch die notwendigsten Grundlagen der Technik und der benötigten Gerätschaften. Speziell in diesem Biotop der Fotografie bleibt das Wissen um die notwendigen Werkzeuge und das Verständnis um deren Funktion absolut essentiell. Hochinteressante Tabellen ("Die förderliche Blende") konfrontieren auch den Fotografen, der sich schon für einigermaßen erfahren hielt (räusper), mit neuem geistigen Rüstzeug.

Es schließen sich Kapitel über Bildaufbau und Komposition an. Wenn ich auch den "goldenen Schnitt" für etwas Humbug-überfrachtet halte, sollte man doch von der "Drittelregel" gehört haben.

Hilfreiche Kapitel über Pflanzen, ihre Blütezeit, Besonderheiten und Tipps zum Besuchen von Tropenhäusern schließen sich an. Ein bisserl jäh durch einen Abschnitt über Stative und deren kaufrelevante Selektionskriterien unterbrochen.

Stativ-Grundlagen (S 104/105)

Nach einem gut positionierten, kurzen Kapitel über Focus Stacking (eine Spezialtechnik, um in Software einen sehr hohen Schärfebereich zu erreichen) wechseln die Autoren vom Pflanzen- ins Tierreich.

Sehr hilfreich - die Hinweise zum Fotografieren von Aquarien (auf die Sache mit der Saugglocke muss man erst einmal kommen - auch die Tipps zum Einsatz des externen Blitzes empfand ich als sehr förderlich und zur Nachahmung empfohlen).

Es schließt sich ein Abschnitt über das Mini Heimstudio an. Produktfotografie mit der Hohlkehle steht hier auf dem Programm und noch viel mehr. Gut kombiniert mit einem kurzen Einschub zur Charakteristik verschiedener Beleuchtungen, allerdings vielleicht für manchen unerwartet, hier auch Inhalte über Rauch und High-Key Aufnahmen vorzufindein. Mir wurde es an dieser Stelle zu gedrängt. Noch schnell ein paar Seiten zu Tropfen und Techniken zum Einfrieren von Bewegungen eingeschoben - andere "verschwenden" darauf ganze Bücher.

Hier fehlen einige Worte zu preisgünstigen Alternativen. Sehr viel lässt sich an dieser Stelle im Selbstbau unglaublich billig erzeugen. Nicht immer muss die professionelle Hohlkehle oder die Softbox für den Systemblitz her. Etwas Gaffa-Tape und Papier erfüllen oft den Job (siehe dazu auch "Low Budget Shooting" von Cyrill Harnischmacher).

Manche Kapitel wirken etwas zusammenhanglos eingeworfen. "Mit dem Makroobjektiv auf Reisen" wirkt mit Tipps wie "... überlegen Sie sich im Vorfeld, welche Details charakteristisch für den jeweiligen Ort sein könnten" etwas seitenfüllerisch. Degen enthält das Kapitel über Aufnahmesituationen im Museum sehr brauchbare Hinweise gegen unerwünschte Spieglungen an Vitrinen.

Richtig spannend: Ideen, die ich noch nie hatte: Makro Panoramas, Makro HDR und Makro Filme - regt zum Experimentieren ein.

Der letzte Abschnitt beschäftigt sich mit der Nachbearbeitung in Software und hier kann ich die Gedanken der Autoren nicht ganz nachvollziehen. "Lightroom" wird als "Raw Konverter" extra abgehandelt, Photoshop (Elements) erscheint auf der ersten Blick als das empfohlene Mittel der Wahl zur JPG Bildbearbeitung empfohlen. Dies widerspricht dem Workflow der meisten Fotografen, die Lightroom als Bildverwaltung und zur Korrektur aller Formate verwenden. Photoshop wird meist nur für Detailkorrekturen oder Spezialeffekte verwendet. In dieser Darstellung wäre ich als Anfänger eher verwirrt als gut angeleitet.

Am Ende des  Buches

Ein wunderschönes Buch, fachlich kompetent und modern erzählt führen uns die Autoren mit vielen "Making-of" Bildern auf eine Reise in die Welt der Makrofotografie. Ein paar "Abbiegungen" hätte ich in diesem Kontext nicht erwartet und auf jeden Fall die Bildbearbeitung ausgelagert und ihr ein eigenes Buch gegönnt.

 

Die Firma hat mir ein kostenloses Muster zur Verfügung gestellt - mehr nicht. Dies ist ein Hobby und ich räume folglich den Firmen kein Recht ein, auf mein Ergebnis Einfluss zu nehmen. 

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Makrofotografie: Der große Fotokurs
EUR 39,90
By Kyra Sänger, Christian Sänger