Wirre Gedanken zu SSD Geschwindigkeiten und USB 3 Festplattendocks...


Für Extrem-Schnell-Leser (e;tl;dr)

  • USB 3.0 Bandbreite etwa 500 MB/s.
  • Adapter SATA=>USB sollten für SSD Benutzung mindestens UASP unterstützen.
  • Doppel-SATA Festplattendocks können langsamer sein als zwei Docks an jeweils einem Port des Mainboards.
  • USB 3 Hubs können beim Kopieren zwischen zwei SSDs deutliche Geschwindigkeitsverluste bedeuten.
  • UASP bringt bei SSDs bis zu 30% mehr Durchsatz beim kontinuierlichen Lesen.

Wie es begann: Neue SSD für zukunftige Tests

Ich stelle hier (eigentlich mehr für mich) die Daten der Gerätchen (als Referenz) zusammen, die in zukünftigen Tests herhalten werden müssen (Edit: so war es geplant. Aber während des Testens ist mir mehr und mehr ein- und aufgefallen. Dinge, die ich schon lange einmal versuchen wollte. So wurde aus einem kurzen Beitrag ein Test, der sich über zwei Tage hinzog...). 

Die erste Neuanschaffung war eine Samsung SSD 840 Evo 250GB. Sie sollte meine betagte Crucial M4 128GB ergänzen. Durch die Kombination aus beiden sollte es in Zukunft möglich sein, die USB 3 Schnittstelle voll auszunutzen und die Grenzen diverser Hubs auszutesten. Zu Beginn sollen die beiden SSDs an einer internen Sata 6 Schnittstelle beweisen, was sie drauf haben. Als Benchmark dient Crystal Disc 3.03. Die Tests werden zweimal wiederholt. Wie erwartet lässt die Evo die M4 in allen Kategorien links liegen.

 
Crucial
 
 
 
Samsung

Crucial M4

Samsung 840 Evo

 

Festplatten Docks und ihre Grenzen

Jetzt stopfen wir einmal die beiden SSDs in meine "Lieblings" Festplattendocks und sehen, wieviel diese Geräte über den USB 3 Bus schaufeln. Beide Docks wurden mit den Asus Tools auf den USB 3 "Turbo" Modus oder UASP* gestellt.



*) Einschub - UASP - "USB Turbo" was ist das? und worauf muss man achten?

UASP steht quasi für den "Turbo USB 3 Modus". In meinem Fall muss hierzu in den Utilities meines Mainboards diese Betriebsart für den gewünschten Adapter aktiviert werden. Die Benchmarks zeigen: Es lohnt sich, wie man auch im Test des Freegene USB Adapters (Link) sieht...

Vorgehen: Zuerst sollte man klären, welche USB 3 Anschlüsse den Modus auch unterstützen. Bei meinem Asus (P8Z77-V Pro) sieht das in der Anleitung so aus (links: Wahl der Ports; rechts: Aktivierung in der AI Suite):

Quelle Asus Anleitung P8Z77-V Pro (LINK)

 
 

AI Suite (klicken zum Vergrössern)

Was bringts?

Für den folgenden Benchmark hängt die 840 Evo am Anker HDD Dock einmal mit USB 3 Turbo aktiviert und einmal ohne:

Ohne UASP / USB 3 Turbo

Ohne UASP / USB 3 Turbo

MIT USB Turbo

MIT USB Turbo

Liegt die Steigerung jetzt an der nicht ausgereizten Bandbreite der SSD? Als Gegenprobe dient eine "konventionelle" Seagate ST2000DM001:

Ohne UASP

Im Rahmen der Messgenauigkeit - kein Unterschied. UASP / Turbo USB bringt zumindest in dieser Konfiguration keinen Gewinn.

...Ende des EXKURSES


Huihaozi

Die Kandidaten

 
 
BIGtec
 

Beide Festplatten Docks hängen an einem eigenen USB 3 Port des Motherboards (ASUS P8Z77-V Pro - siehe oben in der Board Beschreibung - einer am Anschluss "6" und einer an "11"). Wer den vorhergehenden Abschnitt übersprungen hat: die Docks erreichen gerade einmal die halbe "Seq. Read" Rate des (an der SATA 6 Schnittstelle) Möglichen.

Die maximale Nettodatenrate von USB 3.0 liegt so im Bereich 500MB/s (Quelle Wikipedia). Zwei SSDs, die gleichzeitig ihre Daten in Richtung Rechner schieben, könnten den Bus in die Sättigung treiben.

 

Die addierten "Seq. Read Speeds" erreichen über 540 MB/s. Kein Absinken messbar. Gegenprobe: Was geschieht, wenn man beide Platten an eine Portgruppe ( "6" oder "11") anschließt? Die Ergebnisse gleichen sich. Der Intel eigene Chipsatz schluckt in beiden Kombinationen alle Daten weg.

 

SCHNELLER.... SCHNELLER....

Was passiert, wenn die obigen Geräte nicht direkt ins Motherboard gestöpselt, sondern über einen Hub (mein "Referenz" Hub von Anker) weitergeführt werden?

 

Ups. In der Summe 360 MB/s statt 540 MB/s.

Liegt´s am Hub? Ich wechsle den Anker gegen einen Allreli. Kein Unterschied in der Summe der beiden Datenraten (höchstens die Verteilung der Datenrate unterscheidet sich je nach Testdurchlauf). Allerdings verwenden auch beide den gleichen VIA 812 Chipsatz (siehe meine Rezensionen zum Allreli und Anker)

 

Gegenprobe (um auszuschließen, dass der Hub selbst die Kommunikation schon bei nur einem Gerät verlangsamt): alles bleibt eingesteckt, die M4 muss den Benchmark über sich ergehen lassen, die Evo bleibt im Standby. Das Ergebnis zeigt - wie erwartet - die volle Bandbreite bei Ausnutzung nur eines Anschlusses des USB Hubs.

Fazit:

Wer konventionelle Festplatten als Datengrab / Backupmedium über obige Adapter mit dem Computer verbindet, muss sich wenig Gedanken machen. Der Power User, der mit SSDs bewaffnet Linux Distributionen kopiert, muss mehr Zeit investieren.
Merke: Datenquellen hoher Bandbreite möglichst "nah an der CPU" einstecken (also am besten in den USB Anschlüssen des Chipsatzes - nicht den "Drittanbieter USB Ports", die oft haufenweise auf den Motherboards herumdösen) und darauf achten, welche Tools der Mainboardhersteller mitliefert.

 

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