Test: Avantek Saguaro 3 Port 4.1A USB Auto Ladegerät

AVANTEK

Für Schnell-Leser (tl;dr):

  • 2 Spannungsschienen mit je 2.5A.
  • Technische Daten eingehalten (USB Spannungs-.Norm knapp erfüllt).
  • Kurzschlussfest (30 Minuten @ 12V).
  • 24V Festigkeit mit Vorsicht zu genießen (nur bei 24V Bordnetz relevant).
  • Sauber verarbeitet
  • Alternativen gibt´s von Aukey mit 2 Ports (Link) oder 4 Ports (Link) - oder Avantek mit 5 Ports (Link).
  • Empfehlung!

Hinweis: Es gibt immer wieder neue Geräte. Einen dauernd aktualisierten Vergleich führe ich hier (Link).

Ein klein wenig zeigt dieser lustige USB Auto Adapter die Anmutung eines Kaktus vermischt mit derjenigen eines Kreuzers der Sternenflotte. Die drei Ports glimmen bläulich, hat man das witzige Teil in den 12V Anschluss gestopft. Die Anordnung der Ports lässt Platz für Stecker, die etwas dicker auftragen, fordert aber auch mehr Platz für den gesamten Adapter. Wer meist nur ein Gerät laden möchte, wird dieses Teil als "Overkill" empfinden. Auch könnte man das permanente blaue Leuchten nachts im Auto als Ablenkung wahrnehmen.

Technische Prüfung

Die Beschriftung der Ports erscheint nicht falsch, allerdings werden die drei Ports aus zwei Spannungsschienen gespeist (dazu später mehr). Ich konnte problemlos mit meinem Spezialkabel den vollen Strom von 4A aus einem Port entnehmen. Auch ein Kurzschluss an einem einzelnen Port, "zieht" alle anderen der gleichen Schiene (betrifft die nur äußeren Ports) ins Nirvana.

Im Vollkurzschluss wird das Gerät deutlich wärmer als "handwarm", es entsteht aber kein Schaden (keine "Schmelzeffekte"). Im Oszillogramm sieht der Kurzschluss-Strom "witzig" aus. Man beachte die Zeitachse! Der Regler scheint etwa 2s lang sehr hochfrequent zu versuchen, den Strom zu treiben und gibt dann jeweils für etwa 1,2s wieder auf und das Spiel beginnt von Neuem (nach den Teardown stellte sich heraus, dass hier wohl die thermische Überlastsicherung des Reglers angesprochen hatte):

Kurzschluss-Strom am mittleren Port.

Die Konstanz der Regelung halte ich für grenzwertig. Hier habe ich die Bilder der Belastungssituationen: "0A", "1A" und "2A" dargestellt. Das Oszi steht auf "8s Nachleuchten". Deutlich sieht man die stark schwankenden Spannungen in allen Belastungsfällen. Die Norm sieht 5V mit einem Bereich von +/- 250mV vor - dieser Bereich wird eingehalten. Im Gegensatz zu den netzversorgten Geräten (siehe z.B. hier) scheint hier aber die Regelung eher mäßig dimensioniert.

Spannung im Leerlauf

Spannung bei 1A Last

Spannung bei 2A Last

Teardown

Vorderseite

Beschriftung

Die beiden Speicherdrosseln

Rückseite

Innereien

Überraschung: Das Gerät wurde mit zwei Spannungreglern aufgebaut (erkennbar an den 2 Spulen). Der verwendete FR9886 stammt von Fitipower und hat einen Maximalstrom von 2.5A und eine Maximal-Eingangsspannung (nominal) von 23V. Aus diesem Grunde halte ich das Rating des Adapters mit "24V" für sportlich. Eine Bordnetzspannung kann leicht über den nominalen Wert ansteigen und dieser Regler wird mit einem "absolute Maximum Rating" von 25V da schnell den Geist aufgeben.

Quelle: http://www.fitipower.com/en_US/searchResult.asp?Keyword=fr9886&x=0&y=0

Ganz spaßig verhält sich das Kaktus"le", wenn man es überlastet. Im Kurzvideo seht Ihr, wie der äußere Port mehr als 2A abgeben kann, dann in Überlast gefahren wird ("Widerstand ist eben nicht zwecklos") und blinkt. Ein Kurzschluss-Test des inneren Ports folgt und am Ende sieht man noch kurz, wie sich die äußeren Ports noch einmal (wohl thermisch) in Überlast flüchten.


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