Test Avantek 12V Verteiler / USB Adapter

Ein schaltbarer Verteiler für den 12V Zigarettenanzünder mit zwei eingebauten USB Ladeanschlüssen. Was kann man hier schon testen? Habe ich mir zuerst gedacht...

Für schnell Leser (tl;dr)

Solide gebaut. Sicherung im Stecker. USB Ladebuchsen liefern (zumindest an Android) den maximalen Ladestrom, den das Gerät fordert. Drei schaltbare 12V Anschlüsse. Hochglanzoptik.

Erstmal zum Unboxing und der Optik (Klicken macht die Bilder grösser):

Die Verpackung wirkt anständig, aber nicht übermässig wertig. Dafür fühlt sich schon der 12V (24V) Stecker mit eingebauter Kontroll LED genauso an als könnte er die Leistung auch übertragen mit der die Verpackung wirbt (120W). In diesem Stecker verborgen fristet eine Schmelzsicherung mit zusätzlicher Federung ihr (hoffentlich) ereignisarmes Dasein (Ersatzsicherung liegt bei!).

Natürlich konnte ich mir nicht verkneifen, alles in Einzelteile zu zerlegen. Schwer fällt das nicht, denn hier wurde nichts geklebt, sondern sauber verschraubt. Die erste Überraschung hatte die Zierblende (auf der das Herstellerlogo prangt) parat: Unter ihr werden drei blaue LEDs sichtbar, die den Zustand der abschaltbaren Ausgänge signalisieren (aber durch die Blende vollkommen verdeckt werden).

Auf diesen Umstand hingewiesen antwortete mir Claybox

[...]
Thank you for your inquiry. As a matter of fact, the manufacturer is using identical electronics for various exterior designs of car chargers. They do have a product with an excessively bright look and a transparent shell to reveal the lights. However, we believe that design is more likely to be popular among kids. And therefore, we chose this outlet design which can which can [sic!] cater for the taste of the majority of our customers on Amazon. 
[...]

Wer das anders sieht und wen die (dann etwas) zerstörte Optik nicht interessiert, kann diese Blende herunterschrauben (siehe Bild zwei weiter unten).

Leider verfüge ich nicht über Messmittel, den 12V Verteiler auf die versprochenen 120W (10A@12V) zu testen. Die verwendeten Kabelquerschnitte und die Verarbeitung erscheinen angemessen.

Weiter im Inneren finde ich eine überraschend aufwändige und solide gebaute Schaltung. Sie zeichnet für die Versorgung der USB Anschlüsse verantwortlich. Diese liefern tatsächlich die versprochenen 3A Ladestrom (auch im Vollkurzschluss bei einer Stunde Test wurde die Box nicht übermässig warm).

Für Techies:

Auf der Platine erkennt man den Schaltregler mit Speicherdrossel und Kondensatoren auf einer doppelseitigen Platine. Die Lötstellen erscheinen größtenteils sauber. 
Sehr gut gefiel mir, dass der USB Anschluss wohl die für Ladegeräte korrekte Kennung lieferte*. Alle von mir getesteten Geräte (Galaxy SII, Sony Xperia Z1 compact, Nexus 7) erhielten mehr Ladestrom als aus einer normalen PC Schnittstelle und laden somit auch schnellstmöglich auf.

 

* Der USB Port (2.0) wurde nur bis 0.5A spezifiziert (ein Verbraucher kann immer 100mA ziehen, nachdem er sich beim Host angemeldet hat 500 mA). Ein beliebiges Gerät darf nicht mehr entnehmen. Um aber Ladegeräte mit höherer Stromabgabe verwenden zu können, signalisiert man über die nicht verwendeten Datenleitungen den Modus "nimm Dir alles, was da ist - ich bin ein Ladegerät" über einen Widerstand < 200 Ohm ( siehe Link ). Leider verhält sich das bei Apple Geräten wieder anders. Ich konnte das Ladeverhalten nur "unter Android" nachmessen.
 

** Leider hängt es von vielen Faktoren ab, wieviel Ladestrom z.B. ein Handy beschließt, aufnehmen zu dürfen. Das Kabel geht sehr stark in die Problematik ein. Billige Kabel mit zu hohem Widerstand erlauben meist kein Laden jenseits von 500mA.

 

Fazit:

Ich bin sehr positiv überrascht, für dieses Geld eine so sauber aufgebaute Elektronik und Mechanik vorzufinden. Schon allein als USB Lader für´s Auto würde ich mir das Teil anschaffen. Einziger Minuspunkt: die Hochglanz Optik!


*Finanzielle Unabhängigkeit:
Die Firma hat mir ein kostenloses Muster zur Verfügung gestellt - mehr nicht. Dies ist ein Hobby und ich räume folglich den Firmen kein Recht ein, auf mein Ergebnis Einfluss zu nehmen. Allerdings verdient man so auch kein Geld und die Server zahlen sich nicht von selbst.

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