Filmkritik: Assault on wall street"

"Assault on wall street" investiert da, wo die großartigen "Margin call" und "Wallstreet" aufhören - in der Schilderung der Rache der Betrogenen. Doch die Chartanalyse lässt uns Spannungs-Defizite vermuten. Der "untere Haltungs"-punkt [sic!] wird nur knapp erreicht.

Uwe Bolls Filme polarisieren. Viele verschreien ihn als "Trash King" - ich finde, er hat einige Filme geschaffen, die sich durch viel Unterhaltungswert vom Einheitsbrei dankbar abheben (z.b. "Bloodrayne"  und "Blubberella"). Was hat der Meister der Unsubtilität uns diesmal auf die Mattscheibe geladen?

Jim ist ein guter Mensch. Er arbeitet für einen Sicherheitsdienst und hat eine kranke Frau. Leider nichts Besonderes. 
Es gibt Probleme mit den Behandlungskosten und die Wirtschaftskrise bricht aus. Die ganze Welt bricht über Jims kleiner Familie zusammen und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Leider nichts Besonderes. 

Der Film beginnt sich zu längen. Auch das ist nichts Besonderes. Allerdings erwartet man genau das nicht von einem Boll Film. Und hier kämpft der Meister vielleicht auch etwas gegen seinen Ruf, denn trashig ist der Film bis dahin in keinster Weise. Ich möchte die Handlung gar als "einfühlsam" bezeichnen.

Nun denn - der Titel des Films lautet "Assault" und wir warten alle auf die drohende Metzelei. Wie immer kein Spoiler an dieser Stelle - mehr nach dem Trailer weiter unten.
 
Am Ende des Tages - äh - Filmes kehren wir das Wechselgeld zusammen: Boll erspart uns jegliche Interpretations-Not - die Aussage dieses Streifens kulminiert in den Bildern der blutüberstömten Bankster. Sehr unsubtil.
Aber dieser Film glänzt durch einen großartigen Moment - und zwar leider erst im Finale. Davor fand ich ihn recht mittelmässig und würde eindeutig "Margin Call" oder "Wallstreet" als Alternative empfehlen.

/* Spoiler - "Assault on Wallstreet" - das Finale - die Bilanz */

Kurz zur Logik. Aufgrund meiner bisherigen Boll Filme hätte ich eine völlig andere Handlung erwartet. Der Freitod von Jims Frau hat mich überrascht. Selbst wenn Ihre Therapie abgesetzt würde, wäre das nicht ihr sicheres Todesurteil gewesen (soweit ich den Medizin-Kauderwelsch verstanden habe). Eigentlich war sie geheilt. Aber akzeptieren wir diese Prämisse einfach. Es geht weiter...

Jim beginnt aktiv zu werden. Wie die Hühner auf der Stange erschießt er die Banker. Und er kommt damit durch. Etwas hastig sieht dieser Umschwung schon aus, auch wird erst später erklärt, wo Jim dieses Scharfschützengewehr denn wirklich her hat (bei amerikanischen Filmen scheint ein Hinweis auf die "Army" auszureichen, jede Waffensammlung zu rechtfertigen). 

Der Film mündet in seine fragwürdige "ich bin ein gerechter Rächer" Sequenz. Nichts Besonderes wird gezeigt. Das hätte jeder  Autor von "Gute Zeiten, beschissene Zeiten" aufs Pergament bringen können.

Einzig das Ende hat mich kurz umgehauen. Die Rochade, die Jim mit dem Bankmanager spielt, lässt die Charts des Films deutlich ansteigen: Die Gier und mangelnde Fairnes des Bankers kostet ihn sein

Leben. Die SWAT Teams finden ihn mit gezückter (leerer) Waffe in Schussposition auf Jim. Er findet sein Ende im Kugelhagel der Staatsdiener, die Jim anschließend sicher aus dem Gebäude geleiten.

 


 .

 

 

 

 

Filmkritik: "Die Croods"

"Die Croods" - ein semiwitziger Abklatsch der "Ice Age" Reihe versuchen sich im hart umkämpften Lager der gesamtfamilientauglichen Filme einen Platz zu ergattern.

Die Croods sind quasi eine Otto-Normal-Steinzeitfamilie. Sie fürchten sich vor Neuem, haben ein paar Kinder und eine Art "S.W.A.T. Team" in Form eines Killerbabys. Ähnlichkeiten mit den Feursteins scheinen kaum zufällig und voll beabsichtigt.  

Die beschauliche Welt der 3D-Bilderbuchfamilie wird empfindlich gestört als ihre Welt sich zu verändern beginnt und ihre Tochter sich für einen Jungen interessiert, der das Feuer erfunden zu haben scheint. Mr Crood mag das gar nicht (das Feuer, den Jungen und - wie gesagt - alles Neue) und es ist klar, wie es weitergeht. 

Großartige Unterhaltung - für alle unter 14. Die Synchronisation wirkt lustlos. Die Anfangs-Jagdsequenz wird in ihrer Ideenlosigkeit nur durch den ambitionslosen Soundtrack unterboten - wohl jedes Jump´n´Run Spiel unterhält  mit einer besseren Soundkulisse.

Die Ideen (und die Figuren) erscheinen ausnahmslos schlechte geklaut. Die trottelige Oma sahen wir beispielsweise in Ice Age, das Brutalo Baby bei den "Feuersteins".

Der Film mag in 3D besser funktionieren (gesehen in Deutsch und 2D), aber das sagt auch schon eine Menge aus: Die Optik wirkt wie eine Mischung aus "Avatar", "Up" und "Alice im Wunderland" - auf LSD. 

Wenn man den Ton abstellt, mögen in der 3D Version einige dieser Sequenzen wirklich visuell beeindrucken, ich war nach einer Stunde schon genervt vom Steinzeit-Weltuntergangsszenario.  

Es mag an mir liegen, dass ich langsam dieser weichgespülten Kinderfilme überdrüssig bin. Sicher gut geeignet für einen Kindergeburtstag. 

Alternativ würde ich lieber "Ice Age I", "Ralph reichts" oder "Ronal der Barbar" gucken. 

Filmkritik: "The Purge"

Der Film "The Purge" wankt etwas unsicher mit seiner hochinteressanten Grundidee auf dem Grat zwischen Thriller, Zukunftsdystopie und Action Drama. Ein Film, der in sich nicht vollkommen überzeugt, aber Basis für einen hochinteressanten Diskussionsabend liefern kann:

Einmal im Jahr dürfen alle Amerikaner 12 Stunden lang morden, wie sie wollen. Strafffrei. Diese "Reinigung" hält die Gesellschaft am Laufen. So wird es jedenfalls von der Propaganda eingeflüstert.

Unser Held (?) James verkauft Sicherheitssysteme. Denn niemand möchte an diesem Abend das Ziel einer meuchelnden Meute werden. Wie jedes Jahr schließt er sich und seine Familie ein und wartet auf das Ende der gesetzlosen Zeit. Doch dieses Jahr läuft etwas schief.

Ab jetzt will der Film zu viel in zu kurzer Zeit erreichen. Gesellschaftskritik mit der Schrotflinte. "Clockwork Orange" und "Funny Games" dazu ein bisserl "Dschango unchained" und "Panik Room" - das ist einfach zu viel (und jeder dieser Filme handelt "sein" Thema deutlich stringenter und beeindruckender ab).

Die Hauptpersonen ändern zu schnell  ihre Lebenseinstellung (mehr im Spoiler nach dem Trailer) - das wirkt unglaubwürdig. Die echten Spannungsmomente bleiben rar gesät - vieles bleibt vorhersehbar.

Am Ende des Tages - äh - Filmes möchte ich den Streifen trotzdem empfehlen und eine gemütliche Diskussion einplanen. Er ist es wert. Aufgrund der Idee, die hinter dem Drehbuch steckt -- nicht aufgrund der Durchführung.

Wer es heftiger und böser mag, sei auf "Funny Games" verwiesen. Wer mehr (saubere) Gesellschaftskritik erwartet, sollte sich an "Equilibrium" und "Out of time" versuchen. 

Meine Meinung zu Teil 2: "The Purge Anarchy" findet sich hinter diesem linken Link.

/* Spoiler - "The purge" - Fehler und Interpretation */ 

Der Film kämpft (auch aufgrund seiner kurzen Laufzeit) mit einigen Problemen. Ich fand es sehr unglaubwürdig, wie der Freund von James Tochter einfach so beschließt, James zu erschießen.  

Hier hakt der Film! Denn "The Purge" bedeutet nicht, dass die Menschen durch eine höhere Macht aggressiv werden, sondern ihnen wird zu dieser Zeit erlaubt, zu tun, was sie schon immer wollten. Nach diesen 12h muss man aber (trotz Straffreiheit) mit den Folgen leben. Wenn ich den Vater meiner Freundin töte, wird das keine Basis für eine gute Beziehung sein.

Das Ende und die Botschaft: 

Die Gesellschaft rettet sich vermeintlich dadurch, den Menschen ein Ventil für ihre Aggressionen zu bieten. Was für eine Ausrede. Letztendlich werden diejenigen Opfer der "Säuberung", die sich den Schutz nicht leisten können. 

Zu Profiteuren werden diejenigen, die Schutz verkaufen. Und das (!) hält die Gesellschaft am Funktionieren. Mit Angst wird Geld verdient. James selbst sagt ja zu seinem Sicherheitssystem: "es sieht gut aus - aber nichts ist unüberwindlich". Und ähnlich sieht es die Angreifertruppe: sie knacken jedes Haus, wenn es sein muss. Aber sie wollen eigentlich "Ihresgleichen" nicht abschlachten.

Der Film überzeichnet hier gnadenlos. Da erschießt der Bandit mal schnell seinen "Freund" und niemand juckt´s. Da fallen die Nachbarn über James´ Familie her und arrangieren die geplante Meuchelei wie ein Menschenopfer an den Gott der "neuen Gründerväter". Insgesamt ein Sinnbild auf eine schizophrene Gesellschaft, die die Säuberung gut findet - solange sie bei den anderen stattfindet.

Nett fand ich James´ Sohn Charlie, der mit seinen leicht autistischen Tendenzen den einzigen Sympathieträger des Filmes abgibt - zusammen mit dem namenlosen Opfer von der Straße. Diese beiden sind die Einzigen, die sich getrauen, Erbarmen zu zeigen... und damit zerstört Charlie das ganze geordnete System dieser Familie zerstört.

Bösartig und großartig zugleich: die Fernsehkommentare am Ende. Wie weit sind wir weg von dieser Realität? 

 

 


 
The Purge - Die Säuberung
EUR 9,99
Starring Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder
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Filmkritik: "Ich einfach unverbesserlich 2 (Despicable me 2)"

Die lustigen gelben Minions mit den Latzhosen - wir haben sie vermisst und jetzt sind sie wieder da! Liebenswert chaotisch und subversiv stehlen sie dem ehemaligen Berufsbösewicht Gru locker die Show in dieser lockeren Komödie (ab 0), die ich als gelungenen Nachfolger des ersten Teils empfehlen kann.

Regelmässig enttäuschen uns Fortsetzungen (don´t get me started). "Despicable me"  Teil 1 stach durch seine aberwitzigen Ideen so positiv aus der weichgespülten Pixar-Disney Monster Masse, dass ich für den zweiten Teil eine Enttäuschung schon eingepreist hatte.

Gleich vorweg: Teil 2 kann dem ersten keinen Krug Wasser reichen. Ich konnte aber an einigen Stellen aus vollem Halse lachen (und das hat die Monster Uni beispielsweise nicht geschafft - herzhaft gääähn). 

Zur Story: Gru wird gebeten bei der Rettung der Welt zu helfen. Dabei lernt er eine nette Agentin kennen (Erinnerungen an Pepper aus "Ironman" kamen auf), die ihn ziemlich elektrisiert (Pun intended).

Der Film besticht in seinen Nebenstories und winzigen genialen Ideen. Da werden auch schonmal ein paar Takte "Star Wars" Soundtrack eingespielt und wir dürfen uns mit Gru bei seinem Absturz als Märchenprinzessin fremdschämen.

Kritik: Der Film arbeitet sehr geschickt mit den Vorgaben des ersten Teils. Die Story rückt deutlich in den Hintergrund. Es überwiegt die Situationskomik. Ich denke nicht, dass es für einen dritten Teil reicht. 

Die 3D Effekte fand ich sehr verzichtbar. Am besten funktionieren sie noch in der Credits Sektion - also Geld sparen und in 2D schauen.

 

Filmkritik: "12 Runden 2: Reloaded"

Und wieder 12 Runden? Die Drehbuchautoren scheinen schon nach der fünften Runde die Spannung KO geschlagen zu haben!

Nick ist Rettungssanitäter und rettet Menschenleben. Seine Frau (gespielt von Cindy Busby) ist süss und kann sprechen.

Für Nick vollkommen überraschend wird er eines Nachts von einem Wahnsinnigen gezwungen, ein teuflisches Spiel mitzuspielen, sonst stirbt seine Frau (dann spricht sie nicht mehr). 

Nun denn - es beginnt eine wahnwitzige Schnitzeljagd in der sich Nick leger durch die meisten "Achievements" prügelt.

So etwa ab der Hälfte, erfahren die Ringrichter im Publikum, worum es eigentlich geht und irgendwie verliert hier auch die Handlung an Schlagkraft. Das Interesse geht zu Boden und erholt sich nicht wirklich im Verlauf der letzten Runden: Das gute siegt nur nach Punkten über das Böse - ansonsten möchte man den Kontrahenten in der Endrunde "Schiebung" zurufen (mehr im Spoiler nach dem Trailer). Dies war kein fairer Kampf!

Erstaunlicherweise dachte ich zuerst, dieser Film würde vor Logikfehlern nur so strotzen. Im Nachhinein gebe ich zu, dass er bis zur 11. Runde tatsächlich (einigermassen) Sinn macht. Interessanter werden die Charaktere trotzdem nicht. 

Ich empfehle als Alternative: "Stirb langsam - jetzt erst recht". 

/* Spoiler - 12 Runden 2 - es wird das Ende und die Fehler verraten */ 

Die Runden:

Runde 1 - die Bombe: Keine wirklich explosive Idee. Die Szene stinkt vor Vorhersehbarkeit. Grausig!

Das Hotelzimmer - mich störte zuerst, wie exakt das Timing zufällig gepasst haben muss. Nick musste ja genau diese Personen dort antreffen. Es war zuerst ja nicht ersichtlich, dass es schon vorher Kommunikation zwischen dem "Spielmeister" und dem "Hauptopfer" gab. Also kann das durchaus arrangiert worden sein und ich werte hier keinen Logikfehler.

Die Rennerei: Nick wird mit allen fertig aber zwischendurch entkommt ihm sein Gefangener und er kann ihn nicht einholen - sehr ungklaubwürdig! 

Signale: Das Drehbuch gibt sich nicht die geringste Mühe, wenigstens ein klein wenig auf die Realität Rücksicht zu nehmen. Da werden lustig alle möglichen Signale blockiert. Möglich oder unmöglich. Hier hätten zwei Drehbuchzeilen geholfen. Die Polizei-Hackerle hätten sich zurufen können: "er hat uns aus dem Rechner ausgesperrt".

Die Endsequenz: Grausig. Plötzlich kann sich Nick losreissen (Award für die schwächste Idee in einem Drehbuch beantragt) und verursacht ein riesen Durcheinander. Noch schlimmer aber: als seine Frau aus dem Auto kullert (bei erheblicher Geschwindigkeit) hat sie später keine ersichtlichen Blessuren. Bruce Willis wäre blutüberströmt gewesen - aber das waren damals halt noch "richtige" Actionhelden! 

 

Filmkritik: "The Call"

Halle Berry telefoniert. Das mag nicht so spannend klingen (viele würden es lieber sehen, wenn sie wie in Swordfish öfters das Buch weglegen würde ), der Film entwickelt aber - wider Erwarten - einen recht erträglichen Spannungsbogen.

So ganz neu erscheint die Idee ja nicht - schon Kim Basinger beliebte als Entführungsopfer ihren "final Call" stundenlang auszudehnen ohne wirklich Spannung aufkommen zu lassen.

"The call" in a nutshell: Das Opfer einer Entführung telefoniert aus dem Kofferraum des Wagens um Hilfe. Quasi "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs". Halle Berry versucht, den Wagen zu lokalisieren während Abigail Breslin hofft, dass ihr Akku hält.

Man darf an vielen Stellen des Films nicht wirklich nachdenken (mehr in der Spoilerzone nach dem Trailer). Die Handlung baut auf ein paar Zufälle (nicht unbedingt Fehler), die ich sehr gravierend finde. Auch nimmt der Streifen im letzten Drittel eine zumindest diskussionwürdige Wende (auch hierzu mehr im Spoilerbereich).

Alles in allem finde ich, der Film zieht einen sehr schnell in seine Welt ohne viel an Tempo zu verlieren. Die Schwäche liegt eindeutig im letzten Drittel und dort vor allem in der Glaubwürdigkeit der Handlung. Trotzdem ganz sehenswertes Kino, wenn man bereit ist die Schlaglöcher auf der Logikpiste zu übersehen. 

Nervig fand ich hingegen die wiederholten "NSA" Hinweise Hinweis: "Wir können das GPS nicht tracken - es ist ein Wegwerf Handy". Wir haben es alle verstanden. Handy Tracking kann Leben retten. Falsch aber, wie dargestellt wird, dass die Ortung ohne GPS nur extrem grob möglich sei - das stimmt so nur in ländlichen Gebieten.

 

/* Spoiler - The call - das Ende und die Fehler */ 

Die Sache mit der Farbe... Eine sehr nette Idee, die Sache mit der "Brotkrumenspur" (gibt Pluspunkte). Aber warum bitte waren Farbeimer überhaupt im Kofferraum?
Gehört das zur Grundausstattung bei Entführungen?  (*) Und wie lange haben sie gesucht, bis sie ein Auto fanden, bei dem man bis zu den Rücklichtern durchgreifen kann? Und wieso weiss Halle Berry das?

Das Ende:  als Halle Berry ins Auto steigt und das Entführungsopfer auf eigene Gefahr sucht, hats mir alles umgedreht. Das ist wirklich Unsinn. Die anschliessende Sequenz war mehr als vorhersehbar (und der Böse steht wieder auf - wie jedes Mal - wir kennen das). Das Ende fand ich dann wieder gut, weil mutig (nicht unbedingt weil es emotional glaubhaft wäre) und weil ich es so in keinster Weise erwartet hätte.

Allerdings wurde diese Problematik z.B. in "Extremeties" viel glaubwürdiger und nachvollziehbarer umgesetzt.

(*) Edit (Vielen Dank für den freundlichen Hinweis): Irgendwie habe ich den Zusammenhang verpennt: Die Farbeimer stammen in der Filmlogik natürlich von der "Renovierung". Wahrscheinlich habe ich das verdrängt, weil ich an der Stelle im Film schon dachte "Das ist eine Ausrede". Sei es drum - ich finde es schon sehr konstruiert, daß der Bösewicht vorher noch Farbe kaufen geht. Irgendwie musste eben die Idee mit der weißen Farbe ins Drehbuch.

 

Filmkritik: "Olympus has fallen"

Ein Film, der genau das hält, was der Trailer verspricht. Sehr viel Action, viel Rasanz, wenig Gelaber und eine gemäßigt erträgliche Story. Dies ist ein guter, solider Actionfilm (mit kleinen patriotischen Macken).
 

Handlung

Gerard Butler ("Mike") war Leibwächter des Präsidenten und damit "in the line of fire" - egal was passiert. Natürlich - wir kennen das - gab es ein Problem und er arbeitet zur Zeit gerade nicht für den Präsidenten.

Dies begab sich zu der Zeit als ein paar böse koreanische Terroristen (was für ein Timing) beschließen, aus dem weißen Haus einen Schweizer Käse zu schießen (in Fachkreisen nennt man das auch, einen "Emmerich"  machen).

Selbstverständlich schnappt Mike sofort seine Knarre und fängt an, die Sache zu klären und die Schweinebacken aufzumischen ("Yippieeieay").  Das klingt alles etwas dämlich - ist es eigentlich auch - aber man(n) darf sich doch auch einfach mal entspannt zurücklehnen und die Materialschlacht genießen - oder?
 

Meinung

"Olympus" hält, was "Die Hard 5"  versprach. McLane - äh - Mike quält sich zerschossen und blutig durch die Trümmer und rettet- ups - no Spoilers (mehr nach dem Trailer in der Spoilerzone).

Ein bisserl g´schlampert sieht an einigen Stellen die Tricktechnik aus (irgendwas an den Explosionen stimmt nicht), das ist aber auch alles, was ich am Visuellen zu kritisieren habe. Die Handlung hat mich einfach mitgerissen.

Klar - das alles ist vollkommen übertriebener Unsinn. Und natürlich tropft ab und zu amerikanischer Patriotismus von der Leinwand (die Flaggenszenen sind ein schönes Beispiel) - aber sind wir doch ehrlich: würde so ein Film funktionieren, wenn die bösen Buben in Deutschland eingefallen wären und Frau M. geschnappt hätten? Also!

 


 /* Spoiler */

Die Anfangssequenz war relativ überflüssig. Hier sollte nur gezeigt werden, warum Mike später nicht beim Präsident im Bunker sitzt, wieso er sich so gut auskennt usw usw...

Cerberus (der Höllenhund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht): Gute Idee: Atomraketen können nach dem Start noch gesprengt werden. Allerdings gibt das natürlich trotzdem eine Sauerei. Und wenn diese Sprengung in den Silos ausgelöst wird, könnte radioaktives Material die Umgebung verseuchen. Das klingt sehr plausibel... Aber....

Die Sache mit der Cerberus Code: Das macht alles Sinn - aber - der dritte Code wurde "entschlüsselt".

Und das ist der klassische "Wargames Fehler" (da taucht dieser Fehler wohl zum ersten mal auf) : Wenn man so ein System baut, kann der Code nur durch Probieren gefunden werden. Jede mehrfach Falscheingabe führt zum Abbruch.  Es gibt nichts zum Entschlüsseln und schon gar nicht wird eine Ziffer nach der anderen gefunden. Das ist einfach nur Hollywood-Bullshit.

Wieso fällt das Drehbuch in so eine Logiklücke? Ich denke, man hätte ansonsten den Präsidenten foltern müssen. Damit es im richtigen Handlungspfad weitergeht hätte er dann den Code verraten. Somit wäre am Lack des ruhmreichen Präsidenten ein Kratzer entstanden. Anscheinend wollten die Drehbuchautoren genau das vermeiden. Ein grober Schnitzer.

Die Sache mit der Hubschrauberflucht: Man sieht, wie der Präsident einen Sack über den Kopf gezogen bekommt und .... später war er nicht bei der Gruppe. Das macht so keinen Sinn. 

 

 

Filmkritik: "Y/N - Yes/No (You Lie, You die)"

Endlich einmal wieder ein Film, der mich durch sein überraschendes Konzept fesselte. Thema: Wie gut kennt man den, den man liebt, wieviel ist man bereit selbst zu geben und zu verzeihen?

Das Szenario: Kate und Jack sind seit einer ungenannten aber nicht sehr langen Zeit verheiratet. Plötzlich finden sich beide (getrennt voneinander) in jeweils einer Zelle  wieder. Ihnen werden über ein Display Fragen gestellt, die nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können.

Und ihre Antworten können ernste Folgen in der Realität haben. "Vertrauen Sie ihrem Mann" - "würden Sie ... darauf wetten"? 

Eine - wie ich finde - hochinteressante Idee mit - zugegebenermassen - einigen kleinen Schwächen (mehr dazu im Spoiler nach dem Trailer). 

Der Film erinnert in seiner Optik an "Cube" und könnte auch kurz Erinnerungen an das Konzept von "Saw" wecken. Ruhig Brauner! Die Filme haben nichts miteinander zu tun! Ich würde "Y/N" eher ihn in der Kategorie "Mind Games" einordnen. Wer Splatterei erwartet, sollte draussen bleiben.

Ich mochte den Film. Ich würde nicht so weit gehen, ihn als eine tiefenpsychologische Parabel auf Beziehungen zu bezeichnen (dafür schwächelt er an gerade dieser Stelle zu stark), aber er erfrischt durch ein paar neue Ideen und grossartige schauspielerische Leistungen.

 

 

 /* Spoiler - "Fehler, das Ende" oder "war das alles nur ein Traum?" */

Es störte mich anfangs, dass immer mehr Dinge auftauchen, die so nicht möglich waren:

Da gibt es Videos, die es nicht geben dürfte. Welche Gruppierung auch immer das Pärchen gekapert hat, hätte sie schon sehr sehr früh beobachten müssen. Auch die Blickwinkel (z.B. am Strand) - die Stalkervideos zeigen Blickwinkel bei denen der Kameraführende (selbst eine Drohne) für die Agierenden sichtbar hätte sein müssen. 

Etwas später dreht der Film immer mehr ab. Die "Cubisten" (ich nenne sie mal so) können sofort in seine Wohnung rennen, als er sie bittet. Wieviel Person haben die denn (bei dem Fachkräftemangel heutzutage)? 

Etwas später wird die Wirkung der Schwerkraft aufgehoben. Und das mit voller Absicht (denn die Szene existiert mindestens zweimal und der Kameraschwenk zeigt deutlich, dass einer auf der Decke und einer am Boden sitzt). 

Frage 1: Spielt sich alles nur im Kopf der beiden ab und war dann doch nur ein böser Traum? Nein. Die Kamera zeigt am Ende die leicht gerötete Stelle an Kates Hals. Deutlicher geht es nicht.

Frage 2: Wer sind "die". Meine Theorie dazu: Jacks Psychokasper deutet an, dass es eine Gruppe gibt, die ungewöhnliche Paartherapie durchführt. Ich denke hier liegt der Schlüssel.
Man darf wohl an das Drehbuch nicht mit physikalischen Ansprüchen herangehen. Man hat dem Fluss der Handlung und der Symbolik viel Realität geopfert. Sehr deutlich sichtbar im finalen Akt, als Kate sich eine Brücke zu Jack (mit Tisch und Stuhl) baut. Hier steht die Symbolik des Augenblicks im Vordergrund.

Weiteres Argument für meine These: Andeutungen von Menschen, die die beiden gefangen halten. Immer wieder sind Helfer kurz unscharf zu sehen, die jemand raustragen oder eine Manipulation durchführen. Auch das kurze "Streitgespräch" der beiden Stimmen stützt diese Vermutung - denn Menschen streiten eben.

Am Ende des Tages aber frage ich mich, was der Film mir sagen möchte. Er hat sie belogen und beklaut, aber mit ein paar Pralinen ist alles wieder gut? Sie hatte bis zu ihrer Hochzeit eine Affaire aber am Hochzeitstag beendet sie diese und damit ist alles gut? Ich finde hier ein paar lose Enden, die mich nicht 100% befriedigen können.

Beeindruckend empfand ich die "angehaltenen Videos": auch scheinbar eindeutige Unterhaltungen können aus dem Zusammenhang heraus (und ohne ihr Ende), falsch interpretiert werden (die Sache mit dem schmutzigen Hemd z.B.).

 

 

 

Filmkritik: "Seelen"

Von den Machern von "Twilight" und "Gattaca" - mehr muss man nicht wissen, um diese Suppe aus Teeny Romance, SciFi und steriler Zukunfsvision nicht zu mögen (wobei- bitte beachten - Gattaca ein hervorragender Film ist).

Visuell durchaus inspirert kommt dieser Abklatsch von "Equilibrium" und "Gattaca" daher. Ich wusste bis gerade eben nicht, dass das Stephenie Meyers Buch ("Twilight") von Andrew Niccol ("Gattaca") für die Leinwand adaptiert wurde. Parallelen zu beiden Filmen krochen mir aber auch ohne dieses Vorwissen ins Rückenmark.

Handlung: die Welt ist befriedet, sauber und steril. Die Aliens (genauer ihre Seelen) sind allen  Menschen ins Gehirn gekrochen - allen Menschen? Nein. Eine kleine Horde an wilden Aufständlern leistet erbitterten Widerstand. Wir kennen das.

Der Film beginnt mit dem ersten Fall, bei dem die "feindliche" Übernahme leicht schief geht. Das Opfer ist ab jetzt zu zweit im Kopf. Und es kommt, wie es kommen musste - "die Neue" ist anders und verliebt sich (nach den üblichen Umwegen) in den ehemaligen Kerl ihrer Wirtin usw usw usw...

Dieser weichgespülte Alien Mist, dürfte durchaus erfolgreich sein. Ein typischer Kuschelfilm, der die Kerle und die Mädels an einem Freitag ins Kino locken kann. Scifi mit Teenies als Helden und Sex dürfen sie auch ein bisserl haben. Toll! Uwe Bolls "Bloodrayne" macht deutlich mehr Spass. 

Ich empfand den Film als zutiefst schlimm. Die Haupthandlung lässt sich in vier Sätzen zusammenfassen (ich mache das im Spoiler nach dem Trailer). Die Dialoge erschüttern peinlich und die Handlung lechzt nach Überraschungen.

Ich war gespannt auf die finale Auflösung - NEIN es lohnt sich nicht, deswegen den ganzen Film (>2h) durchzuhalten! 

Ich empfehle als Alternativ-Filme (auch wenn thematisch nicht ganz passend): "Equilibrium", "Gattaca", "Warm Bodies". 

 

/* Spoiler "Seelen" - die ganze Handlung */ 

Die Rebellin Melanie kriegt eine Alienseele zwangsverpflanzt, aber sie verschwindet nicht ganz aus ihrem Koipf und quasselt sich dauernd aus dem Off dazwischen und Melanie läuft davon. Die anderen Aliens sind hinter den Aufständischen her. Melanie erklärt den Aufständischen, wie man die Seelen nach Hause schickt, lässt sich (also ihr Alien) in eine gerade freie Leiche transferien und am Ende treffen sie eine weitere Gruppe von Aliens, die sich mit den Menschen arrangiert haben.

Stöhn. Wenn die Optik nicht wäre, könnte man den Film gleich wegwerfen. Gut war die Szene, als die Jägerin (ich nenne sie einfach so), plötzlich gewalttätig wird. Aber spätestens mit dem Ende verspielt der Film alles. Dieses Ende tut keinem weh (ausser mir) und man kann die Reihe fortsetzen. 

Filmkritik: "Get the Gringo"

Mel Gibson - einst ein stahlharter Filmprofi - wurschtelt sich hier durch eine - in der Summe - enttäuschende Handlung, die er selbst wohl als Drehbuchautor mitverbrochen hat. Das Urteil: Schuldig! Knast in der Filmkiste ganz unten ohne Chance auf Bewährung. Warum?

Der Film beginnt sehr vielversprechend. Mad Max Gibson entflieht den fahrenden Hütern des Blaulichts durch einen Sperrholz-Zaun zur mexikanischen Grenze. Die netten Mexiko Bullen beschließen spontan, korrupt zu werden, nehmen ihm seine Beute und werfen ihn in den örtlichen Knast.

In diesem Gefängnis kann man erstaunlicherdings alles kaufen, was Beine oder auch keine hat. Zwischendurch wirken die Szenen dort - unfreiwillig - wie eine Mischung aus "dem Leben des Brian"  und "McGyver".

Bis an den Punkt fand ich den Film vielversprechend. Gibson arbeitet sich - durchaus humorig - in die Struktur des Knasts ein und versucht, die Situation aktiv zu steuern.

Und dann müssen die anderen Drehbuchautoren noch ein paar "tolle" Ideen gehabt haben. Da ich spoilerfrei bleiben möchte (mehr nach dem Trailer) - nur so viel: der Film verliert seine leicht witzige Note, wird deutlich brutaler und total unglaubwürdig.

Schade. Der lockere Tonfall des ersten Drittels hätte einen ganz angenehmen Sonntagabendfilm geben können (wir denken vielleicht an die alten Bud Spencer, Terence Hill Filme). Für diesen Film muss es aber Sonntags schon arg regnen. 

Jetzt kommt meine (böse) Alternativ-Film-Liste (sie enthält auf eine gewisse Art Spoiler): Mad Max III, Man on Fire, Die Insel, Die erste Staffel von Leverage

 

 /* Spoiler - Unglaubwürdiges in "Get the Gringo" */

"Die Insel" Referenz (die Sache mit der Zwangsorganspende) war sehr schnell zu erkennen und passt auch in die ganze Story nicht so richtig rein. Allein der Gefängnisdespot mit seinen Frauengeschichten hätte schon genug Zündstoff ergeben für ein paar lustige Explosionen und Schlägereien.

Nach der Flucht: Mel ruft einfach so irgendwo an und gibt sich als "Rockefeller" aus? Die einzige Legitimation war die "Telefondame" vor dem Anruf. Social engineering in allen Ehren - das würde so nicht funktionieren (schon mal was von "Caller ID" gehört - und davon dass auch Telefonzellen so eine Nummer haben?).  Guckt Euch mal die erste Staffel von "Leverage" an - so macht man das!

Die Idee mit dem Regenschirm: kein Fehler aber total deplaziert. Das "Gentlemen Verbrecher" Bild passt nicht zu jemandem, der gerade mit zwei Handgranaten zwei Menschen zerstückelt hat. 

Seine Freundin: sie lebt, Mag sie auch bei der Folter nichts verraten haben, so wird sie doch diese Prozedur nicht lebend überstanden haben. Aber das stört noch am wenigsten - das kitschige Ende schon mehr. 

 

 

 

Filmkritik: "Hit and run"

Manche Filme sollte man auf jeden Fall bis zu Ende sehen (z.B. Fight Club), manche kann  man bis zu Ende sehen - ohne sich intellektuell übergeben zu müssen (viele Beispiele) und wiederum andere (die Mehrheit) sollte man nach 5 Minuten final in die Tonne treten.

Dieser ist einer davon. 

Was passiert in den ersten 5 Minuten (no spoilers)? Sie liegen zusammen im Bett und diskutieren über Feigwarzen (kein Witz). Ein US Marshal schwitzt im Auto, steigt aus, sein Auto rollt ihm davon und er tut das einzig Logische - er rennt fluchend hinter dem Auto her, zieht dann - in einem Anfall von geistiger Milchglasscheibe die Waffe und schießt auf sein Auto. 

Ich lasse mir viel gefallen, aber das ist einfach zu dämlich. 

Und zum Trost: weiter hinten im Film (an zwei statistisch isotrop ausgewählten Stellen) wurden keine signifikant interessanten Dialoge festgestellt.

Filmkritik: "Fast & Furious 6"

Der sechste Teil der Reihe findet nach einem famosen fünften Teil wieder zu den Wurzeln der Serie wieder zurück - aber da wollten wir eigentlich gar nicht hin.

Diesmal fährt die bekannte Crew einmal auf der richtigen "Spur des Lebens". Böse Gangster haben dem Militär ein wichtiges Teil geklaut, was ganz schlimme Dinge tun kann. Mehr Details würden uns nur verwirren.

Letty (Michelle Rodriguez) spielt den Lockvogel, der die symapthisch kriminellen Autochaoten wieder gemeinsam an den Start gehen lässt. Diese Abzweigung der Geschichte erschien ja nach dem Abspann von Teil 5 als leichter Teaser auf der nebeligen Strasse der Haupthandlung. Zwischendurch muss den Drehbuchschreibern aber ab und zu das Navi abgestürzt sein, denn sie nehmen sehr seltsame Feldwege auf dem Weg zum Ziel.

Der Film rast (wie erwartet) über die meisten Handlungslöcher ohne viel Bodenkontakt. Erst mit dem überlangen Ende knallt das Drehbuch in ein Handlungs-Schlagloch, das der Geschichte final den Unterboden aufreißt (mehr dazu im Spoilerbereich nach dem Trailer).

Ich verzeihe "F&F 6"  vieles. Ok, sie leiden alle am "Toretto Syndrom" und fahren viel zu schnell in zufällig gerade freien Straßen. Was will man auch machen, wenn man nichts rechtes gelernt hat?

Aber: musste man unbedingt zu den abgelutschten Straßenrennen zurückkkehren? Wir kennen das doch jetzt wirklich zur Genüge - tanzende Mädels-Hintern schwingen sich von polierter innenlackierter Motorhaube zur nächsten. Das ist mir zwar langweilig, aber wohl ein sicherer "Zünder" - denn jeder Hinterhoftrottel kann an diesem tiefergelegten Film turbomässig Spass haben. Und - ich gebe es zu: ein bisserl Spass hatte ich auch.

Der Streifen mich nur an zwei Stellen wirklich ausgebremst. Die "Superman-Szene" auf der Brücke (please!) und die "endlose Startbahn" - Endsequenz. 

Zusammenfassung: F&F 6 gibt etwas zu viel Gas und verliert schnell die Traktion der Logik, aber wenn der Geruch nach Gummi verfliegt, bleibt ein netter Action-Auto Klamauk übrig, der sich selbst etwas ironischer sehen könnte. 

 /* Spoiler - gelber Alarm - die Rollbahnsequenz - kein Twist wird verraten */

Wie lange ist eine Startbahn? So lange jedenfalls nicht! Die längste Landebahn der Welt dient dem Space Shuttle als Unterlage und misst 12km.

Die Autos fahren in der Szene mit Vollgas. Also sind sie (sehr konservativ geschätzt) sicher 100km/h schnell. Das könnte auch noch unter der Abhebegeschwindigkeit der Antonov liegen. Unter diesen Umständen wäre nach 8 Minuten Schluss mit Geradeausfahren (bei höheren Geschwindigkeiten entsprechend schneller). Diese Szene war für mich ganz grosser Bullshit.

Sie war auch zu lange und in sich noch unlogisch: "schiesst doch einfach auf die Turbine und nicht auf den Flügel". Das konnte Bruce Willis in "Stirb langsam 2" besser. 

Das Ende wäre mit weniger viel besser gewesen. Die ganze Flugzeugszene müsste um 50% geschnippelt werden. 

Und bevor ich das vergesse: die Brückenflugszene - don´t get me started - das geht gar nicht! 

Filmkritik: "Arbitrage"

Ich habe eine Weile mit mir gerangelt, diesen Text freizugeben. Der Film "Arbitrage" wurde von allen sehr gelobt. Ich bin etwa in der Hälfte ausgestiegen. Nicht weil der Film mich durch Grottenschlechtigkeit beleidigt hätte, sondern weil ich alle Einzelkomponenten an anderen Stellen viel besser gesehen habe. Dem einen oder anderen mag dieser Streifen zur Freude gereichen... Hier also meine Meinung:

Richard Gere versucht sich und seine Firma durch Betrügereien über Wasser zu halten. Trotzdem versinkt dieser Film im Meer der Bedeutungslosigkeit.

Herr Gere kämpft mit der Finanz- und einer privaten Krise. Seine Firma muss unbedingt verkauft werden, bevor die Manipulationen um das geliehene Geld auffliegen. Er trifft sich mit den potentiellen Käufern, dazwischen feiert er mit seiner Frau und streitet sich mit seiner französisch lispelnden Geliebten. Alles explodiert an einem bestimmten Punkt und wird zur wilden Räuberpistole (Siehe Trailer ab 40s).

Der Film versucht im Schatten von "Wallstreet" und "Margin Call"  noch einen draufzusetzen und scheitert absolut kläglich - da hilft es auch nicht den Film nach einem Begriff der Finanzwelt zu taufen. Richard Gere langweilt aufs Feinste (und das sogar in der OV) und wo er versagt, lullt einen das Drehbuch in den verdienten Schlaf oder lässt einen alternativ aufschreien "nicht DAS auch noch!".

Der Film versucht zu viel und scheitert zu oft. Prädikat "uninteressant".  

Alternativempfehlungen: "Wallstreet I/II" und "Margin Call" - wer sich für die finanzielle Seite interessiert.

Filmkritik: "Parker"

​Jason Statham schiesst, prügelt und fährt sich durch einen ganz anschaubaren Actionfilm. Jennifer Lopez rennt pflichtschuldigst niedlich durch die Gegend, darf aber auch einmal so richtig schiessen (mehr im Spoiler nach dem Trailer) und Emma Booth kan mit Nadel und Faden richten, was das Drehbuch Parker angetan hat.

Aus meiner ultimativ subjektiven Sicht hat Statham bisher leider bei viel cinematographischem Sondermüll mitarbeiten müssen ("Expendables 2", "Safe", "Killer Elite" und "Transporter 3"). Ich wartete immer auf einen Film der Art des ersten "Transporters" (oder auch des zweiten), die ich für seine bisherigen Actionhöhepunkte halte (Charme und Schläge passen zu ihm am besten). Dieser Film hat es leider wieder nicht geschafft.

In "Parker" gucken wir zu, wie ein lustiges Rudel aus Clowns und einem Priester (wer den spielt, ist klar) einen netten Überfall begeht. Die Sache geht ein bisschen schief und Statham steigt aus (das ist noch kein Spoiler - eher eine Anspielung).

Ab hier dürfte der ungefähre Handlungspfad klar sein. ​Parker mag es nicht, wenn der Plan geändert wird und so wird es bald ungemütlich für seine Widersacher...

Ich fand den Film ansehbar (auch im Familienkreis - ​ab 16), aber nicht überwältigend. Der Film zeigt Spuren eines vernünftigen roten Fadens und verzwirbelt diesen auch nicht übermässig (bis auf eine Stelle - siehe Spoilerbreich).

In meiner Statham Liste mehr empfehlenswert (neben den oben ​genannten) - wäre noch "Snatch", "Death Race" oder "The italien Job" und "Crank" (trashig, aber witzig).

/* Spoiler */​

Was mich aufgeregt hat.​

Die Sache mit der Pistole, die er unter den Tisch klebt. Was bitte sollte das? Wie - um alles in der Welt - konnte er ahnen, dass er das Teil in einem fremden​ Haus an genau der Stelle brauchen wird. Als dann JaLo auf dem Stuhl rumsitzt, war klar, wie das ausgehen wird. Dieser Teil der Story war sowas von nachträglich mit dem Holzhammer ins Drehbuch geklopft, dass es wehtut.

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Quelle Bilder: (jeweils über Wikipedia gefunden - Autoren verlinkt): Jennifer Lopez - Parker - Jason Statham - Emma Booth

Filmkritik: "Warm Bodies"

Und hier wiedereinmal ein Preisträger für Zerobrains Kategorie: "Mal was Neues im Genre" - ein romantischer Zombiefilm, der Spass macht.

"R" - von Beruf her ein handelsüblicher Profi Zombie - ernährt sich von Menschenfleisch. Das gefällt seinen Opfern wiederum weniger und deshalb macht deren Spezies Jagd auf Zombies wie ihn.

Bei einer dieser Gelegenheiten lernt "R" Julie kennen und verliebt sich in sie. Kurz nachdem er ihren Freund verspeist hat. Mahlzeit! 

"R" verschleppt Julie ins "Zombieland" . Anfangs zickt sie verständlicherweise, aber langsam kommen sich Mensch und Zombie näher..... Aber da sind noch die "Bonies" - quasi die fleischlosen "Terminatoren" unter den Zombies. Das wird ein böses Ende nehmen...

Ich mochte diesen Film und verzeihe ihm sogar sein Ende. Er geht (ähnlich wie "Untote wie wir") die Zombie Story nicht nach der brachialen Methode an, sondern erzählt aus Sicht des "Monsters". Durchaus humorig und selbstironisch (da spielt schonmal der "Pretty woman" Soundtrack beim Schminken des Zombies). Ein Film mit "Biss" (auch ohne Vampir-Erotik).

Für mich hätte er noch eine Spur böser sein können. Meine Kritik am Ende nach dem Trailer im Spoiler. 

Empfehlung: Wenn Ihnen dieser Film gefällt, mögen Sie vielleicht ähnliche Filme wie "Tucker and Dale vs the evil", "Zombieland", "Dark Shadows" und "Untote wie wir".

/* Spoiler */

Genial fand ich , wie "R" mehr und mehr optisch menschlicher wird, je mehr menschliche Regungen er verspürt. Zuerst verschwinden seine blauen Adern, dann verändern sich seine Pupillen. Sehr detailreich umgesetzt.

Das Ende an sich war mir zu kitschig. Alle Mauern fallen. Die Zombies sind vom "Virus der Liebe" angesteckt blubber blubber. 

Auf der einen Seite, erwartet man ein negatives Ende auf der anderen Seite, hätte es soo kitschig auch nicht sein müssen.

 

Filmkritik: "Hänsel und Gretel: Hexenjäger"

Ich liebe diese ironischen, aber technisch gut gemachten Märchen/Horrorfilme! - am Rande des leichten Splatter - aber immernoch magenverträglich (Achtung: nicht verwechseln mit dem Film "Hänsel & Gretel" - ein humorloser Horrorschocker).

Wir kennen ja die Story von Hänsel und Gretel. Wir wussten aber bisher noch nicht, dass die beiden sich zu professionellen Hexenjägern (quasi "Witchbusters")​ fortgebildet hatten.

Inzwischen haben sich aber auch die Hexen weiterentwickelt: die handelsübliche Besenreiterin (nicht mit "Besenreissern" verwechseln) ist nicht mehr in jedem Fall am meuchelnden Äusseren zu erkennen. Und so werden die beiden Jäger mit ihrem bisher größten Feind konfrontiert.... Die Vergangenheit scheint sie einzuholen.

Ich fühlte mich großartig (wenn auch nicht anspruchsvoll) unterhalten. Wo z.B. Bolls "Bloodrayne" schon arg ins Trashige (schon relbstreferenzierend kultig) abdriftet, bleibt dieser Film haarscharf an der Kante zwischen einem Märchen (mit sogar liebenswerten Momenten und Kreaturen) und einem FSK18 Actionfilm, bei dem auch mal schnell ein Hexenkopf zur Blutpampe zertreten wird oder jemand im Ofen landet. ​

Gemma Arterton​ ("Ein Quantum Trost") erschien mir erst als etwas problematische Besetzung der Gretel Rolle. Ich hätte eher einen etwas tougheren Typ Mädel erwartet. Aber gerade gegen Ende macht diese Besetzung vollkommen Sinn. Sonst wäre der Film zu einem weiteren "Resident Evil" Clone mutiert.

Bildtechnisch gibt´s nichts zu meckern. Der Film wurde für 3D gedreht. Das nervt manchmal, da dramaturgisch unsinnige Kamerasetups einfach nur des Effekts willen gewählt werden. ​

​Wer diese Art Filme mag, könnte sich für Folgendes interessieren:
"​Resident Evil" (ab Teil 2 einsteigen - den ersten kann man nicht ertragen): Zombie Gemetzel mit Mila.
"Underworld" (nett anzusehen, aber humorlos): Zombiegemetzel mit Kate in Latex
"Bloodrayne" und "Blood Rayne the third reich" Uwe Boll Trashfilme: Ein bisserl Splatter, ein bisserl Rumgepoppe und Selbstironie ohne Anspruch.

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Filmkritik: "Star Trek into darkness"

Unterschiedlich werden verschiedene Zielgruppen diesen Film beurteilen. Ich ordne ihn in der Gruppe "mittelmässig" des Star Trek Universums ein.​

Der Film beginnt mit Captain Kirk, der - mal wieder aus einer gerechten Laune heraus - die "Erste Direktive" verletzt, sich nicht in ausserirdische Angelegenheiten einzumischen. So kennen wir Kirk. Picard wäre das so niemals passiert, aber er hätte auch niemanden in einen Vulkan abseilen müssen - ein Tachyonenstrahl hätte das Problem sicher eleganter gelöst.​

Wir werden also brutal sanft in den Charakter Kirks eingeführt. Fans der Serie nicken wohlwollend (so ist er halt) und Neuankömmlinge werden erstmal von den 3D Effekten der Anfangssequenz förmlich erschlagen (was nicht heisst, dass diese Effekte gut sind.)​.

Kirk kommt, wie er kommen muss. Sein Kommando wird ihm entzogen und wieder verliehen - wir kennen das: das Wohl des Universums und so weiter....​

Der Film kokettiert ganz bewusst mit den Unzulänglichkeiten der alten Serie und des Genres an sich. Endlich hat jemand die Anschnallgurte auf der Brücke gefunden. Luftdruck und Gravitation lassen sich auf Knopfdruck quasi ein-. und ausschalten und zu guter Letzt dürfen die beliebten Redshirts (die Sicherheits"beamten" in roten Hemden, die traditionsgemäss bei Aussenmissionen sterben) mal ihre Hemden ausziehen (nur zur Tarnung selbstverständlich).

So richtig hat mich die Handlung aber nicht reinziehen können. Zu viele Anspielungen auf "Der Zorn das Khan", zu wenig eigene Gedanken. Auf der einen Seite nicht witzig genug (im Verhältnis zum Vorgänger oder "First Contact") auf der anderen Seite nicht wirklich ernsthaft bemüht um eine gute Story (da hilft Scottys "Spongebob" Freund auch nicht weiter).

Vielmehr hatte ich an einigen Stellen den Eindruck, hier wird viel zu viel geprügelt und gleich holt noch jemand sein Lichtschwert heraus. Die optischen Effekte beim Beschleunigen auf Warp sehen denen des Millenium Falcon in Star Wars schon verdammt ähnlich.

Positiv an diesem Film war (natürlich) "Sherlock" Benedict Cumberbatch. Und /*Minispoiler*/ die Sache mit der Schlägerei und Uhura und dem Phaser - da hat einer meine "Expendables 2" Kritik gelesen oder Indianda Jones gesehen (Link auf die Szene).

Wir fassen zusammen: Wer auf 3D Effekte steht, wird ganz am Anfang und bei den Ending Credits verwöhnt. Wer ein Fan der gesamten Reihe ist, wird sich vielleicht an den vielen Anspielungen erfreuen oder auch ärgern. Auf keinen Fall sollte man jemanden ins Kino schleppen, der nichts mir Star Trek oder Scifi am Hut hat, denn die ​Basis Story kann wirklich nicht überzeugen.

Filmkritik: "Legacy"

​Legacy - dieser Film zog mich anfangs gnadenlos in seinen Bann aus grossartigen schauspielerischen Leistungen und interessanter Story. Nach etwas über der Hälfte verliert der Film sehr stark und erscheint - trotz seiner Kürze - künstlich gedankenlos verlängert.

Der Film erzählt die Geschichte eines Soldaten einer Spezialeinheit, der von den Angehörigen seiner Opfer gefangen und brutal gefoltert wurde. Er wird befreit, flieht aus dem Militärhospital und scheint einen Plan zu haben, seine Welt wieder ins Reine zu bringen.​

Soweit der rote Faden der Handlung. Der nächste Absatz verrät nicht viel; trotzdem die Warnung: "Leichter Spoiler im Anmarsch".

Die Figuren erschienen mir sehr glaubhaft, die Handlung wirkt sehr intensiv und baut eine gewaltige Stimmung auf. Mehr und mehr beginnen dann aber Realität und Einbildung zu verschwimmen und man kann nicht mehr eindeutig unterscheiden, was in der wirklichen Welt passiert (so erschien es mir zumindest) und was in der Fiktion.

Die zweite Hälfte konnte mich dann nicht mehr wirklich überraschen - sie hat mich auch nicht mehr richtig interessiert. Ich hatte am Ende nicht den Eindruck, dass sich das "Durchhalten" für mich gelohnt hat.

Nervig fand ich auch einige Übersetzungsfehler der deutschen Synchronisation..​ Beispielweise macht der Satz; "Du bist aus der Rehabilitation entflohen" wenig Sinn, wenn es eher heissen müsste: "du bist aus Deiner Therapie geflohen".

Meine Alternativempfehlungen: "Zero Dark Thirty" (nicht ganz das gleiche Thema) oder die Serie "Homeland" - vielleicht noch "A beautiful mind" (etwas weit hergeholt).

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