Filmkritik: "Die Unfassbaren" - "Now you see me!"


Ich fand den Film großartig unterhaltend (beinahe schon "zauberhaft") - wenn auch zwischendurch immer wieder ein paar Ungereimtheiten unmotiviert aus dem Hut des Drehbuches hüpfen. Allerdings zeigt sich diese Show sehr fetzig und kurzweilig, was vieles wieder aufwiegt.

Zur Handlung: Eine Reihe von Magiern wird von einem geheimnisvollen Unbekannten zusammengerufen. Keiner weiß, was er möchte oder wer er ist...

Zeitsprung.

Die bekannten Figuren treten in Las Vegas auf und führen vor Live Publikum ein absolut unmögliches Kunststück vor, das schließlich sogar die Polizei beschäftigt.

Das Spiel beginnt.

Gibt es eine irdische Erklärung für das Ges(ch)ehene?

Der Film erinnert an eine Hochglanz Las Vegas Show. Sympathische Schauspieler und grossartiger Soundtrack überspielen die teilweise löchrige Handlung. Hier gilt wie in jeder Zauberveranstaltung: Nachdenken schmälert den Genuss. Und der Film macht einfach Spaß - so wie er ist (ich kann mich natürlich auch nicht beherrschen und werde aus meinem Buch der Filmfehler rezitieren - in der Spoilerzone - hinterdem Trailer).

Am Ende der Show - oder des Filmes - bleibt ein klein wenig schaler Geschmack nach Nebelkerze in der Luft hängen. Man hätte sich ein Ende mit mehr "Wums" gewünscht.
Hier punktet z.B: "The Prestige" (auch wenn man diesen Film zweimal gucken muss, um die genialen Verzweigungen zu begreifen).

Hintergrundinfos: Isla Fisher spricht in einem Cinema Interview (Link) über den Film. Sehr interessant fand ich, wie die "Wassertankszene" entstand.
 


/* Spoiler - die Unfassbaren - was ist möglich, was nicht und wo sind die Fehler */

Mich störten die Szenen, die auch im Nachhinein nicht real erklärbar waren.
- wie kommt der Schlüssel in der Verhörszene in die Dose?
- wie konnte "er" am Ende durch die Gitter wandern?
- wie konnte "sie" in einer Seifenblase durch den Saal fliegen?
- der gestohlene Tresor und der Spiegel. Man sieht es kommen. Der Raum hat alle Eigenschaften, die dieser Trick braucht. Niemand geht bis an sein "Ende" -
sonst würde die Sache auffliegen.
- das Ende... zuerst foppen sie gekonnt die Polizisten mit ihren Attrappen. Dann wechseln sie während ihrer Endrede einfach den Ort - quasi
ohne Zeitversatz. Im "realen" Leben funktioniert das nur mit dem "Zwillingstrick".

Daneben gibt es Detail-Punkte, die zumindest möglich waren - aber doch nicht ganz logisch erscheinen:

1. Raubzug: Das Opfer musste merken, dass er "etwas" gefallen ist. 2 Meter Fall spürt man. Dieses Problem könnte man mit Hypnose wegdiskutieren (wie es hier mehrmals gemacht wird).
Der Luftzug, der das Geld mitnahm, kam mir sehr stark vor - wir erinnern uns, dass der nachgebaute Raum direkt unter der Bühne liegt und deshalb auch nicht unbegrenzt Platz für ein Ventilationssystem zur Verfügung stand.
Mich störte, dass der eigentliche Raub mal kurz mit Hypnose erklärt wird. Ich zweifle auch, dass es Papier gibt, dass so vollkommen verbrennt (und ohne dass
ein Zündgerät vor Ort zurückbleibt).

2. Raubzug.
Dieser war möglich, weil die Bande den Auszuraubenden im Flugzeug nach den Dingen gefragt hat, die normalerweise niemand von einem anderen weiß, aber von den meisten Online Plattformen zum Wiederherstellen des Passworts benutzt werden.
Schonmal eine gute Idee, die nicht völlig an den Haaren herbeigezogen scheint.
Man kann unterstellen, dass die geniale Bande vorher die Sicherheitsfragen ausspioniert hat.
Zumindest bei deutschen Banken würde das nicht funktionieren. Sicherheitsfragen gibt es beim Banking Zugang nicht mehrund für jede Transaktion ist eine extra TAN notwendig.
 


 
 
 

Filmkrtik: "Silver Linings Playbook"

Für mich hat dieser Film vollkommen versagt.

Und bevor ich jetzt gelyncht werde ("können Oscars irren?"), lest noch 2 Sätze weiter.

Warum auch immer - aber die Marketing Maschine hat bei mir die Erwartung eines guten irgendwie romatischen aber doch kurzweiligen Kinoerlebnisses (zum Glück wars eine BRay - doch dazu später mehr...) geweckt.

Und aufgrund dieser Vorstellung saßen wir de facto im vollkommen falschen Film. Die ersten 20 Minuten waren erträglich aber nichts besonderes, ausser dass Cooper im Müllsack joggen geht, nachdem er aus der Klappse entlassen wurde und aber immer noch seiner Ex hinterherhimmelt.

Nach 30 Minuten Gähnen habe ich angefangen vorzuspulen und - wie es der Dumme Zufall will - Cooper rennt im Müllsack rum. Naja ich erspare uns jetzt, was beim dritten Kapitelsprung passierte. Es ist wirklich nicht zu fassen: aber kurz darauf rennt Cooper im Müllsack rum.

Ein Film kann so gut sein, wie er will, wenn durch den Trailer falsche Erwartungen geweckt wurden. Für mich war er ein Flop (ich sage nicht, dass er schlecht war - ich habe ihn ja eigentlich gar nicht gesehen)...

Filmkritik: "Stand Up Guys"

Al Pacino und Christopher Walken tragen ihren Teil zu der neuen Generation "Rentner Action Helden" bei - mit einem brillanten kleinen Film, der weniger durch Detonationskraft als durch Liebe zum Detail überzeugt.

 
"Val" der Ex Knacki (Al Pacino) und "Doc" (Christopher Walken) zeigen sich hier wahrlich als "saltsames Paar": Als Val nach seiner 28 jährigen Zwangszölibatsphase wegen allzu  männlichen Problemen beim lokalen Freudenhaus nicht zum Zuge kommen kann, rauben die beiden kaltschnäuzig eine Apotheke aus. "Vals" Standfestigkeit scheint wiederhergestellt, doch kurz darauf landet er wegen einer Überdosis Viagra und noch anderen Tabletten im Krankenhaus, wo die beiden die Tochter eines Ex Kumpels treffen. Sie beschließen, ihn aus dem Altenheim zu retten...

Aber alles wird noch verwickelter: "Doc" muss noch eine alte Rechnung begleichen  - und das bringt ihn in einen moralisches Dilemma.

Die beiden Rentner Gauner gefallen in dieser locker ironischen kleinen selbstjutizlastigen Komödie. Hier treffen witzige Dialoge auf großartige Schauspieler. Nothing more to say.

 

 

Filmkritik: "The Company you keep - die Akte Grant"

Größtenteils großartige Schauspieler kämpfen sich mit einer großartigen Crew durch einen potentiell großartigen Film und verheddern sich am Ende doch auf dem langen Pfad der Mittelmäßigkeit.

Ben (Shia LaBeouf aus "Transformers") verkörpert den "üblichen Journalist auf der Suche nach einer Sensation". Die Spur scheint heiß nachdem Sharon Solarz festgenommen wird. Sie war vor 30 Jahren Teil der Weathermen und kämpfte unter anderem gegen den Vietnamkrieg. Bei einer Aktion der Gruppe wurde ein Wachmann getötet und seither sind alle auf der Flucht.

Robert Redford auch. Er, der sonst gerne den Unbestechlichen darstellt, schlüpft hier in eine andere Rolle und überlässt die Rolle des Gerechten Ben. Nun - Shia LaBeouf erscheint mir als Mischung aus "Bernstein" und "Woodward" wenig glaubhaft besetzt - er füllt die Rolle nicht aus.

Alle anderen geben sich wenigstens redlich Mühe.

Der Film lässt sich Zeit. Die ganze Atmosphäre wirkt trotz dem allgegenwärtigen "Fluchthintergrund" hektikfrei. In der letzten halben Stunde (von zwei) hat mich dann langsam das Interesse verlassen. Und am Ende fragt man sich einmal mehr, ob Durchhalten die beste Lösung war.

Ein guter Film aber ich hatte Größeres erwartet; Robert Redford hat für mich nicht geliefert.

Alternativempfehlungen: "Die Unbestechlichen" oder "Der Clou".

 

Filmkritik: "Only God forgives"

Unglaublich, wie intensiv mich die Bildsprache von Anfang an in ihren Bann geschlagen hat. Der Film sieht einfach verdammt gut aus und trägt eine unglaublich dichte Stimmung in sich, die wenig von Dialogen gestört wird und durch die schonungslos brutalen Zwischeneruptionen nur noch unterstützt wird.

Ryan Gosling scheint einem Faible für Filme mit "Gewalt-Hintergrund" zu frönen. Hier mimt er einen Box-Club Besitzer, dessen Bruder auf bestialische Weise eine Prostituierte dahinmetzelte. Was seinem Karma absolut nicht zuträglich war und so nimmt der Rachestreifen seinen Lauf.

Langsam schlich in mir ein bekanntes (aber unerwartetes) Gefühl durch die Synapsen, des ich erst nicht richtig einzuordnen wagte: Dieses Gefühl, das ich neben der Faszination für die geniale Bildästhetik empfand, lässt sich am ehesten mit Langeweile beschreiben.

Für mich wirkte der Film wie das Produkt einer hervorragenden Crew auf der Suche nach einem passenden Drehbuch - leider haben sie es (aus meiner Sicht) nicht gefunden.

Da kann mich eher ein Streifen wie Kill Bill I in seinen Bann schlagen, da er durch die gnadenlose Überzeichnung wett macht, was ihm an Story fehlt.



Filmkritik: "The Lone Ranger"

Der Film besticht neben seiner langen Laufzeit und Langatmigkeit durch die Gabe, wenig interessante Handlung und eine handvoll mittelmässiger Gags auf beinahe zwei-einhalb Stunden zu verteilen.

Wer den Trailer gesehen hat, kann auch etwa 45 Minuten zu spät zu diesem Meisterwerk der Belanglosigkeit erscheinen.

Ich weiss nicht, welcher Depp den Jonny geritten hat, diese Rolle anzunehmen - wahrscheinlich kam er auf einem weissen Rössl (vom Schatz im Silbersee) dahergeritten und im Hintergrund spielte der Junge mit der Mundharmonika das Lied vom Tod der Zuschauerzahlen.

 

Filmkritik: "Pacific Rim"

In "Pacific Rim"  erwartet uns ein Monster Actionspektakel, großartige Animationen, ein guter - aber durch seine Permanenz nervender- Soundtrack und eine Godzilla-erbärmliche Handlung.

Erstmal heißt es "schlucken". Der Film baut (zum Glück sehr zügig) ein Logikgerüst für die Handlung auf, bei der sich selbst Godzilla noch alle Haare sträuben würden.

Durch ein Dimensionsloch im Pazifik purzeln böse Monster in die Welt und die können nur durch menschengesteuerte Kampfroboter besiegt werden. Damit sich die Roboter nicht so einsam fühlen, müssen sie von zwei Menschen gesteuert werden, die sich quasi zusammen in die "Matrix" hängen und dann lustig durch die Prärie stapfen.

Mehr möchte ich zur Handlung gar nicht sagen. Die größten Aufreger wie immer nach dem Trailer im Spoilerbereich. 

Die Handlung nervt auf mehreren Ebenen. Erstmal ist das Gequassel zwischen der Action manchmal "ei gar grausig". Man möchte der hübschen Mako (Beckets Partnerin) manchmal zurufen "Heul doch einfach und halt die Fresse!".  Ihr werdet es verstehen, wenn Ihr den Film gesehen habt (Seitennotiz: sie macht es sogar einmal).

Zur Logik: Ohje. Mich irritierte sehr stark, dass man sich in diesen Mech-Warriors wirklich bewegen muss. Anscheinend sind die "Brain-Dock-Anschlüsse" noch nicht so weit, wie in Matrix.

Das Technik Gelaber zeichnet sich durch hohes Schmerzniveau aus: "Die waren digital - wir sind analog - nuklear". An dieser Stelle sollte man sein Resthirn abschalten und sich zurücklehnen. Vielleicht ab und zu die Ohren zuhalten, damit man die Dialoge und das ständig wiederholte Soundtrack Grundthema nicht hört.

Doch muß ich eingestehen, dass trotz aller Motzerei, diese Monster Show ein Genuss an Animationstechnik darstellt, den man so selten genießen kann.

Der Film verpasst halt leider die Möglichkeit sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Einzig die üblichen halbverrückten Wissenschaftler spielen in diese Richtung, wirken aber nachträglich eingefügt, um die ärgsten Logiklöcher im Drehbuch zu stopfen (hat nicht funktioniert).

Ich empfehle, diesen Film in 3D zu gucken - er macht wirklich was her - und ihn dann sofort vergessen. Der Film bleibt so relevant, wie wenn Rihanna beschließen würde, "Schiffe versenken" zu spielen.


 

/* Spoiler - die Lecks in der Monster Geschichte von Pazifik Rim */ 

Wo soll ich anfangen? 

Die Physik stimmt nicht. Z.B. sprechen sie von "Tonnen TNT" Sprengkraft- Das ist sehr wenig für einen Nuklearen Sprengsatz. Ich denke, man meinte "Kilotonnen TNT". 

Bei der ersten Verbindung von Mako und Becket als sich die Plasma Kanone selbständig macht, ziehen sie in der Steuerzentrale einen Stecker raus und die Kanone geht aus. Totaler Unsinn.

So richtig einleuchten will mir die Mech-Warrior Geschichte nicht. Ein paar Plasmakanonen mit Fernsteuerungen täten es auch. Aber ich kann akzeptieren, dass man hier die Basis für die ganzen lustigen Zweikämpfe bauen musste.

Die Monster AG aus der anderen Dimension hat natürlich gar keine Chance mehr, den Dimensiontunnel wiederzueröffnen.

 

 

 

Filmkritik: Assault on wall street"

"Assault on wall street" investiert da, wo die großartigen "Margin call" und "Wallstreet" aufhören - in der Schilderung der Rache der Betrogenen. Doch die Chartanalyse lässt uns Spannungs-Defizite vermuten. Der "untere Haltungs"-punkt [sic!] wird nur knapp erreicht.

Uwe Bolls Filme polarisieren. Viele verschreien ihn als "Trash King" - ich finde, er hat einige Filme geschaffen, die sich durch viel Unterhaltungswert vom Einheitsbrei dankbar abheben (z.b. "Bloodrayne"  und "Blubberella"). Was hat der Meister der Unsubtilität uns diesmal auf die Mattscheibe geladen?

Jim ist ein guter Mensch. Er arbeitet für einen Sicherheitsdienst und hat eine kranke Frau. Leider nichts Besonderes. 
Es gibt Probleme mit den Behandlungskosten und die Wirtschaftskrise bricht aus. Die ganze Welt bricht über Jims kleiner Familie zusammen und die Tragödie nimmt ihren Lauf. Leider nichts Besonderes. 

Der Film beginnt sich zu längen. Auch das ist nichts Besonderes. Allerdings erwartet man genau das nicht von einem Boll Film. Und hier kämpft der Meister vielleicht auch etwas gegen seinen Ruf, denn trashig ist der Film bis dahin in keinster Weise. Ich möchte die Handlung gar als "einfühlsam" bezeichnen.

Nun denn - der Titel des Films lautet "Assault" und wir warten alle auf die drohende Metzelei. Wie immer kein Spoiler an dieser Stelle - mehr nach dem Trailer weiter unten.
 
Am Ende des Tages - äh - Filmes kehren wir das Wechselgeld zusammen: Boll erspart uns jegliche Interpretations-Not - die Aussage dieses Streifens kulminiert in den Bildern der blutüberstömten Bankster. Sehr unsubtil.
Aber dieser Film glänzt durch einen großartigen Moment - und zwar leider erst im Finale. Davor fand ich ihn recht mittelmässig und würde eindeutig "Margin Call" oder "Wallstreet" als Alternative empfehlen.

/* Spoiler - "Assault on Wallstreet" - das Finale - die Bilanz */

Kurz zur Logik. Aufgrund meiner bisherigen Boll Filme hätte ich eine völlig andere Handlung erwartet. Der Freitod von Jims Frau hat mich überrascht. Selbst wenn Ihre Therapie abgesetzt würde, wäre das nicht ihr sicheres Todesurteil gewesen (soweit ich den Medizin-Kauderwelsch verstanden habe). Eigentlich war sie geheilt. Aber akzeptieren wir diese Prämisse einfach. Es geht weiter...

Jim beginnt aktiv zu werden. Wie die Hühner auf der Stange erschießt er die Banker. Und er kommt damit durch. Etwas hastig sieht dieser Umschwung schon aus, auch wird erst später erklärt, wo Jim dieses Scharfschützengewehr denn wirklich her hat (bei amerikanischen Filmen scheint ein Hinweis auf die "Army" auszureichen, jede Waffensammlung zu rechtfertigen). 

Der Film mündet in seine fragwürdige "ich bin ein gerechter Rächer" Sequenz. Nichts Besonderes wird gezeigt. Das hätte jeder  Autor von "Gute Zeiten, beschissene Zeiten" aufs Pergament bringen können.

Einzig das Ende hat mich kurz umgehauen. Die Rochade, die Jim mit dem Bankmanager spielt, lässt die Charts des Films deutlich ansteigen: Die Gier und mangelnde Fairnes des Bankers kostet ihn sein

Leben. Die SWAT Teams finden ihn mit gezückter (leerer) Waffe in Schussposition auf Jim. Er findet sein Ende im Kugelhagel der Staatsdiener, die Jim anschließend sicher aus dem Gebäude geleiten.

 


 .

 

 

 

 

Filmkritik: "Die Croods"

"Die Croods" - ein semiwitziger Abklatsch der "Ice Age" Reihe versuchen sich im hart umkämpften Lager der gesamtfamilientauglichen Filme einen Platz zu ergattern.

Die Croods sind quasi eine Otto-Normal-Steinzeitfamilie. Sie fürchten sich vor Neuem, haben ein paar Kinder und eine Art "S.W.A.T. Team" in Form eines Killerbabys. Ähnlichkeiten mit den Feursteins scheinen kaum zufällig und voll beabsichtigt.  

Die beschauliche Welt der 3D-Bilderbuchfamilie wird empfindlich gestört als ihre Welt sich zu verändern beginnt und ihre Tochter sich für einen Jungen interessiert, der das Feuer erfunden zu haben scheint. Mr Crood mag das gar nicht (das Feuer, den Jungen und - wie gesagt - alles Neue) und es ist klar, wie es weitergeht. 

Großartige Unterhaltung - für alle unter 14. Die Synchronisation wirkt lustlos. Die Anfangs-Jagdsequenz wird in ihrer Ideenlosigkeit nur durch den ambitionslosen Soundtrack unterboten - wohl jedes Jump´n´Run Spiel unterhält  mit einer besseren Soundkulisse.

Die Ideen (und die Figuren) erscheinen ausnahmslos schlechte geklaut. Die trottelige Oma sahen wir beispielsweise in Ice Age, das Brutalo Baby bei den "Feuersteins".

Der Film mag in 3D besser funktionieren (gesehen in Deutsch und 2D), aber das sagt auch schon eine Menge aus: Die Optik wirkt wie eine Mischung aus "Avatar", "Up" und "Alice im Wunderland" - auf LSD. 

Wenn man den Ton abstellt, mögen in der 3D Version einige dieser Sequenzen wirklich visuell beeindrucken, ich war nach einer Stunde schon genervt vom Steinzeit-Weltuntergangsszenario.  

Es mag an mir liegen, dass ich langsam dieser weichgespülten Kinderfilme überdrüssig bin. Sicher gut geeignet für einen Kindergeburtstag. 

Alternativ würde ich lieber "Ice Age I", "Ralph reichts" oder "Ronal der Barbar" gucken. 

Filmkritik: "The Purge"

Der Film "The Purge" wankt etwas unsicher mit seiner hochinteressanten Grundidee auf dem Grat zwischen Thriller, Zukunftsdystopie und Action Drama. Ein Film, der in sich nicht vollkommen überzeugt, aber Basis für einen hochinteressanten Diskussionsabend liefern kann:

Einmal im Jahr dürfen alle Amerikaner 12 Stunden lang morden, wie sie wollen. Strafffrei. Diese "Reinigung" hält die Gesellschaft am Laufen. So wird es jedenfalls von der Propaganda eingeflüstert.

Unser Held (?) James verkauft Sicherheitssysteme. Denn niemand möchte an diesem Abend das Ziel einer meuchelnden Meute werden. Wie jedes Jahr schließt er sich und seine Familie ein und wartet auf das Ende der gesetzlosen Zeit. Doch dieses Jahr läuft etwas schief.

Ab jetzt will der Film zu viel in zu kurzer Zeit erreichen. Gesellschaftskritik mit der Schrotflinte. "Clockwork Orange" und "Funny Games" dazu ein bisserl "Dschango unchained" und "Panik Room" - das ist einfach zu viel (und jeder dieser Filme handelt "sein" Thema deutlich stringenter und beeindruckender ab).

Die Hauptpersonen ändern zu schnell  ihre Lebenseinstellung (mehr im Spoiler nach dem Trailer) - das wirkt unglaubwürdig. Die echten Spannungsmomente bleiben rar gesät - vieles bleibt vorhersehbar.

Am Ende des Tages - äh - Filmes möchte ich den Streifen trotzdem empfehlen und eine gemütliche Diskussion einplanen. Er ist es wert. Aufgrund der Idee, die hinter dem Drehbuch steckt -- nicht aufgrund der Durchführung.

Wer es heftiger und böser mag, sei auf "Funny Games" verwiesen. Wer mehr (saubere) Gesellschaftskritik erwartet, sollte sich an "Equilibrium" und "Out of time" versuchen. 

Meine Meinung zu Teil 2: "The Purge Anarchy" findet sich hinter diesem linken Link.

/* Spoiler - "The purge" - Fehler und Interpretation */ 

Der Film kämpft (auch aufgrund seiner kurzen Laufzeit) mit einigen Problemen. Ich fand es sehr unglaubwürdig, wie der Freund von James Tochter einfach so beschließt, James zu erschießen.  

Hier hakt der Film! Denn "The Purge" bedeutet nicht, dass die Menschen durch eine höhere Macht aggressiv werden, sondern ihnen wird zu dieser Zeit erlaubt, zu tun, was sie schon immer wollten. Nach diesen 12h muss man aber (trotz Straffreiheit) mit den Folgen leben. Wenn ich den Vater meiner Freundin töte, wird das keine Basis für eine gute Beziehung sein.

Das Ende und die Botschaft: 

Die Gesellschaft rettet sich vermeintlich dadurch, den Menschen ein Ventil für ihre Aggressionen zu bieten. Was für eine Ausrede. Letztendlich werden diejenigen Opfer der "Säuberung", die sich den Schutz nicht leisten können. 

Zu Profiteuren werden diejenigen, die Schutz verkaufen. Und das (!) hält die Gesellschaft am Funktionieren. Mit Angst wird Geld verdient. James selbst sagt ja zu seinem Sicherheitssystem: "es sieht gut aus - aber nichts ist unüberwindlich". Und ähnlich sieht es die Angreifertruppe: sie knacken jedes Haus, wenn es sein muss. Aber sie wollen eigentlich "Ihresgleichen" nicht abschlachten.

Der Film überzeichnet hier gnadenlos. Da erschießt der Bandit mal schnell seinen "Freund" und niemand juckt´s. Da fallen die Nachbarn über James´ Familie her und arrangieren die geplante Meuchelei wie ein Menschenopfer an den Gott der "neuen Gründerväter". Insgesamt ein Sinnbild auf eine schizophrene Gesellschaft, die die Säuberung gut findet - solange sie bei den anderen stattfindet.

Nett fand ich James´ Sohn Charlie, der mit seinen leicht autistischen Tendenzen den einzigen Sympathieträger des Filmes abgibt - zusammen mit dem namenlosen Opfer von der Straße. Diese beiden sind die Einzigen, die sich getrauen, Erbarmen zu zeigen... und damit zerstört Charlie das ganze geordnete System dieser Familie zerstört.

Bösartig und großartig zugleich: die Fernsehkommentare am Ende. Wie weit sind wir weg von dieser Realität? 

 

 


 
The Purge - Die Säuberung
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Starring Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder
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Filmkritik: "Ich einfach unverbesserlich 2 (Despicable me 2)"

Die lustigen gelben Minions mit den Latzhosen - wir haben sie vermisst und jetzt sind sie wieder da! Liebenswert chaotisch und subversiv stehlen sie dem ehemaligen Berufsbösewicht Gru locker die Show in dieser lockeren Komödie (ab 0), die ich als gelungenen Nachfolger des ersten Teils empfehlen kann.

Regelmässig enttäuschen uns Fortsetzungen (don´t get me started). "Despicable me"  Teil 1 stach durch seine aberwitzigen Ideen so positiv aus der weichgespülten Pixar-Disney Monster Masse, dass ich für den zweiten Teil eine Enttäuschung schon eingepreist hatte.

Gleich vorweg: Teil 2 kann dem ersten keinen Krug Wasser reichen. Ich konnte aber an einigen Stellen aus vollem Halse lachen (und das hat die Monster Uni beispielsweise nicht geschafft - herzhaft gääähn). 

Zur Story: Gru wird gebeten bei der Rettung der Welt zu helfen. Dabei lernt er eine nette Agentin kennen (Erinnerungen an Pepper aus "Ironman" kamen auf), die ihn ziemlich elektrisiert (Pun intended).

Der Film besticht in seinen Nebenstories und winzigen genialen Ideen. Da werden auch schonmal ein paar Takte "Star Wars" Soundtrack eingespielt und wir dürfen uns mit Gru bei seinem Absturz als Märchenprinzessin fremdschämen.

Kritik: Der Film arbeitet sehr geschickt mit den Vorgaben des ersten Teils. Die Story rückt deutlich in den Hintergrund. Es überwiegt die Situationskomik. Ich denke nicht, dass es für einen dritten Teil reicht. 

Die 3D Effekte fand ich sehr verzichtbar. Am besten funktionieren sie noch in der Credits Sektion - also Geld sparen und in 2D schauen.

 

Filmkritik: "12 Runden 2: Reloaded"

Und wieder 12 Runden? Die Drehbuchautoren scheinen schon nach der fünften Runde die Spannung KO geschlagen zu haben!

Nick ist Rettungssanitäter und rettet Menschenleben. Seine Frau (gespielt von Cindy Busby) ist süss und kann sprechen.

Für Nick vollkommen überraschend wird er eines Nachts von einem Wahnsinnigen gezwungen, ein teuflisches Spiel mitzuspielen, sonst stirbt seine Frau (dann spricht sie nicht mehr). 

Nun denn - es beginnt eine wahnwitzige Schnitzeljagd in der sich Nick leger durch die meisten "Achievements" prügelt.

So etwa ab der Hälfte, erfahren die Ringrichter im Publikum, worum es eigentlich geht und irgendwie verliert hier auch die Handlung an Schlagkraft. Das Interesse geht zu Boden und erholt sich nicht wirklich im Verlauf der letzten Runden: Das gute siegt nur nach Punkten über das Böse - ansonsten möchte man den Kontrahenten in der Endrunde "Schiebung" zurufen (mehr im Spoiler nach dem Trailer). Dies war kein fairer Kampf!

Erstaunlicherweise dachte ich zuerst, dieser Film würde vor Logikfehlern nur so strotzen. Im Nachhinein gebe ich zu, dass er bis zur 11. Runde tatsächlich (einigermassen) Sinn macht. Interessanter werden die Charaktere trotzdem nicht. 

Ich empfehle als Alternative: "Stirb langsam - jetzt erst recht". 

/* Spoiler - 12 Runden 2 - es wird das Ende und die Fehler verraten */ 

Die Runden:

Runde 1 - die Bombe: Keine wirklich explosive Idee. Die Szene stinkt vor Vorhersehbarkeit. Grausig!

Das Hotelzimmer - mich störte zuerst, wie exakt das Timing zufällig gepasst haben muss. Nick musste ja genau diese Personen dort antreffen. Es war zuerst ja nicht ersichtlich, dass es schon vorher Kommunikation zwischen dem "Spielmeister" und dem "Hauptopfer" gab. Also kann das durchaus arrangiert worden sein und ich werte hier keinen Logikfehler.

Die Rennerei: Nick wird mit allen fertig aber zwischendurch entkommt ihm sein Gefangener und er kann ihn nicht einholen - sehr ungklaubwürdig! 

Signale: Das Drehbuch gibt sich nicht die geringste Mühe, wenigstens ein klein wenig auf die Realität Rücksicht zu nehmen. Da werden lustig alle möglichen Signale blockiert. Möglich oder unmöglich. Hier hätten zwei Drehbuchzeilen geholfen. Die Polizei-Hackerle hätten sich zurufen können: "er hat uns aus dem Rechner ausgesperrt".

Die Endsequenz: Grausig. Plötzlich kann sich Nick losreissen (Award für die schwächste Idee in einem Drehbuch beantragt) und verursacht ein riesen Durcheinander. Noch schlimmer aber: als seine Frau aus dem Auto kullert (bei erheblicher Geschwindigkeit) hat sie später keine ersichtlichen Blessuren. Bruce Willis wäre blutüberströmt gewesen - aber das waren damals halt noch "richtige" Actionhelden! 

 

Filmkritik: "The Call"

Halle Berry telefoniert. Das mag nicht so spannend klingen (viele würden es lieber sehen, wenn sie wie in Swordfish öfters das Buch weglegen würde ), der Film entwickelt aber - wider Erwarten - einen recht erträglichen Spannungsbogen.

So ganz neu erscheint die Idee ja nicht - schon Kim Basinger beliebte als Entführungsopfer ihren "final Call" stundenlang auszudehnen ohne wirklich Spannung aufkommen zu lassen.

"The call" in a nutshell: Das Opfer einer Entführung telefoniert aus dem Kofferraum des Wagens um Hilfe. Quasi "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs". Halle Berry versucht, den Wagen zu lokalisieren während Abigail Breslin hofft, dass ihr Akku hält.

Man darf an vielen Stellen des Films nicht wirklich nachdenken (mehr in der Spoilerzone nach dem Trailer). Die Handlung baut auf ein paar Zufälle (nicht unbedingt Fehler), die ich sehr gravierend finde. Auch nimmt der Streifen im letzten Drittel eine zumindest diskussionwürdige Wende (auch hierzu mehr im Spoilerbereich).

Alles in allem finde ich, der Film zieht einen sehr schnell in seine Welt ohne viel an Tempo zu verlieren. Die Schwäche liegt eindeutig im letzten Drittel und dort vor allem in der Glaubwürdigkeit der Handlung. Trotzdem ganz sehenswertes Kino, wenn man bereit ist die Schlaglöcher auf der Logikpiste zu übersehen. 

Nervig fand ich hingegen die wiederholten "NSA" Hinweise Hinweis: "Wir können das GPS nicht tracken - es ist ein Wegwerf Handy". Wir haben es alle verstanden. Handy Tracking kann Leben retten. Falsch aber, wie dargestellt wird, dass die Ortung ohne GPS nur extrem grob möglich sei - das stimmt so nur in ländlichen Gebieten.

 

/* Spoiler - The call - das Ende und die Fehler */ 

Die Sache mit der Farbe... Eine sehr nette Idee, die Sache mit der "Brotkrumenspur" (gibt Pluspunkte). Aber warum bitte waren Farbeimer überhaupt im Kofferraum?
Gehört das zur Grundausstattung bei Entführungen?  (*) Und wie lange haben sie gesucht, bis sie ein Auto fanden, bei dem man bis zu den Rücklichtern durchgreifen kann? Und wieso weiss Halle Berry das?

Das Ende:  als Halle Berry ins Auto steigt und das Entführungsopfer auf eigene Gefahr sucht, hats mir alles umgedreht. Das ist wirklich Unsinn. Die anschliessende Sequenz war mehr als vorhersehbar (und der Böse steht wieder auf - wie jedes Mal - wir kennen das). Das Ende fand ich dann wieder gut, weil mutig (nicht unbedingt weil es emotional glaubhaft wäre) und weil ich es so in keinster Weise erwartet hätte.

Allerdings wurde diese Problematik z.B. in "Extremeties" viel glaubwürdiger und nachvollziehbarer umgesetzt.

(*) Edit (Vielen Dank für den freundlichen Hinweis): Irgendwie habe ich den Zusammenhang verpennt: Die Farbeimer stammen in der Filmlogik natürlich von der "Renovierung". Wahrscheinlich habe ich das verdrängt, weil ich an der Stelle im Film schon dachte "Das ist eine Ausrede". Sei es drum - ich finde es schon sehr konstruiert, daß der Bösewicht vorher noch Farbe kaufen geht. Irgendwie musste eben die Idee mit der weißen Farbe ins Drehbuch.

 

Filmkritik: "Olympus has fallen"

Ein Film, der genau das hält, was der Trailer verspricht. Sehr viel Action, viel Rasanz, wenig Gelaber und eine gemäßigt erträgliche Story. Dies ist ein guter, solider Actionfilm (mit kleinen patriotischen Macken).
 

Handlung

Gerard Butler ("Mike") war Leibwächter des Präsidenten und damit "in the line of fire" - egal was passiert. Natürlich - wir kennen das - gab es ein Problem und er arbeitet zur Zeit gerade nicht für den Präsidenten.

Dies begab sich zu der Zeit als ein paar böse koreanische Terroristen (was für ein Timing) beschließen, aus dem weißen Haus einen Schweizer Käse zu schießen (in Fachkreisen nennt man das auch, einen "Emmerich"  machen).

Selbstverständlich schnappt Mike sofort seine Knarre und fängt an, die Sache zu klären und die Schweinebacken aufzumischen ("Yippieeieay").  Das klingt alles etwas dämlich - ist es eigentlich auch - aber man(n) darf sich doch auch einfach mal entspannt zurücklehnen und die Materialschlacht genießen - oder?
 

Meinung

"Olympus" hält, was "Die Hard 5"  versprach. McLane - äh - Mike quält sich zerschossen und blutig durch die Trümmer und rettet- ups - no Spoilers (mehr nach dem Trailer in der Spoilerzone).

Ein bisserl g´schlampert sieht an einigen Stellen die Tricktechnik aus (irgendwas an den Explosionen stimmt nicht), das ist aber auch alles, was ich am Visuellen zu kritisieren habe. Die Handlung hat mich einfach mitgerissen.

Klar - das alles ist vollkommen übertriebener Unsinn. Und natürlich tropft ab und zu amerikanischer Patriotismus von der Leinwand (die Flaggenszenen sind ein schönes Beispiel) - aber sind wir doch ehrlich: würde so ein Film funktionieren, wenn die bösen Buben in Deutschland eingefallen wären und Frau M. geschnappt hätten? Also!

 


 /* Spoiler */

Die Anfangssequenz war relativ überflüssig. Hier sollte nur gezeigt werden, warum Mike später nicht beim Präsident im Bunker sitzt, wieso er sich so gut auskennt usw usw...

Cerberus (der Höllenhund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht): Gute Idee: Atomraketen können nach dem Start noch gesprengt werden. Allerdings gibt das natürlich trotzdem eine Sauerei. Und wenn diese Sprengung in den Silos ausgelöst wird, könnte radioaktives Material die Umgebung verseuchen. Das klingt sehr plausibel... Aber....

Die Sache mit der Cerberus Code: Das macht alles Sinn - aber - der dritte Code wurde "entschlüsselt".

Und das ist der klassische "Wargames Fehler" (da taucht dieser Fehler wohl zum ersten mal auf) : Wenn man so ein System baut, kann der Code nur durch Probieren gefunden werden. Jede mehrfach Falscheingabe führt zum Abbruch.  Es gibt nichts zum Entschlüsseln und schon gar nicht wird eine Ziffer nach der anderen gefunden. Das ist einfach nur Hollywood-Bullshit.

Wieso fällt das Drehbuch in so eine Logiklücke? Ich denke, man hätte ansonsten den Präsidenten foltern müssen. Damit es im richtigen Handlungspfad weitergeht hätte er dann den Code verraten. Somit wäre am Lack des ruhmreichen Präsidenten ein Kratzer entstanden. Anscheinend wollten die Drehbuchautoren genau das vermeiden. Ein grober Schnitzer.

Die Sache mit der Hubschrauberflucht: Man sieht, wie der Präsident einen Sack über den Kopf gezogen bekommt und .... später war er nicht bei der Gruppe. Das macht so keinen Sinn. 

 

 

Filmkritik: "Y/N - Yes/No (You Lie, You die)"

Endlich einmal wieder ein Film, der mich durch sein überraschendes Konzept fesselte. Thema: Wie gut kennt man den, den man liebt, wieviel ist man bereit selbst zu geben und zu verzeihen?

Das Szenario: Kate und Jack sind seit einer ungenannten aber nicht sehr langen Zeit verheiratet. Plötzlich finden sich beide (getrennt voneinander) in jeweils einer Zelle  wieder. Ihnen werden über ein Display Fragen gestellt, die nur mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können.

Und ihre Antworten können ernste Folgen in der Realität haben. "Vertrauen Sie ihrem Mann" - "würden Sie ... darauf wetten"? 

Eine - wie ich finde - hochinteressante Idee mit - zugegebenermassen - einigen kleinen Schwächen (mehr dazu im Spoiler nach dem Trailer). 

Der Film erinnert in seiner Optik an "Cube" und könnte auch kurz Erinnerungen an das Konzept von "Saw" wecken. Ruhig Brauner! Die Filme haben nichts miteinander zu tun! Ich würde "Y/N" eher ihn in der Kategorie "Mind Games" einordnen. Wer Splatterei erwartet, sollte draussen bleiben.

Ich mochte den Film. Ich würde nicht so weit gehen, ihn als eine tiefenpsychologische Parabel auf Beziehungen zu bezeichnen (dafür schwächelt er an gerade dieser Stelle zu stark), aber er erfrischt durch ein paar neue Ideen und grossartige schauspielerische Leistungen.

 

 

 /* Spoiler - "Fehler, das Ende" oder "war das alles nur ein Traum?" */

Es störte mich anfangs, dass immer mehr Dinge auftauchen, die so nicht möglich waren:

Da gibt es Videos, die es nicht geben dürfte. Welche Gruppierung auch immer das Pärchen gekapert hat, hätte sie schon sehr sehr früh beobachten müssen. Auch die Blickwinkel (z.B. am Strand) - die Stalkervideos zeigen Blickwinkel bei denen der Kameraführende (selbst eine Drohne) für die Agierenden sichtbar hätte sein müssen. 

Etwas später dreht der Film immer mehr ab. Die "Cubisten" (ich nenne sie mal so) können sofort in seine Wohnung rennen, als er sie bittet. Wieviel Person haben die denn (bei dem Fachkräftemangel heutzutage)? 

Etwas später wird die Wirkung der Schwerkraft aufgehoben. Und das mit voller Absicht (denn die Szene existiert mindestens zweimal und der Kameraschwenk zeigt deutlich, dass einer auf der Decke und einer am Boden sitzt). 

Frage 1: Spielt sich alles nur im Kopf der beiden ab und war dann doch nur ein böser Traum? Nein. Die Kamera zeigt am Ende die leicht gerötete Stelle an Kates Hals. Deutlicher geht es nicht.

Frage 2: Wer sind "die". Meine Theorie dazu: Jacks Psychokasper deutet an, dass es eine Gruppe gibt, die ungewöhnliche Paartherapie durchführt. Ich denke hier liegt der Schlüssel.
Man darf wohl an das Drehbuch nicht mit physikalischen Ansprüchen herangehen. Man hat dem Fluss der Handlung und der Symbolik viel Realität geopfert. Sehr deutlich sichtbar im finalen Akt, als Kate sich eine Brücke zu Jack (mit Tisch und Stuhl) baut. Hier steht die Symbolik des Augenblicks im Vordergrund.

Weiteres Argument für meine These: Andeutungen von Menschen, die die beiden gefangen halten. Immer wieder sind Helfer kurz unscharf zu sehen, die jemand raustragen oder eine Manipulation durchführen. Auch das kurze "Streitgespräch" der beiden Stimmen stützt diese Vermutung - denn Menschen streiten eben.

Am Ende des Tages aber frage ich mich, was der Film mir sagen möchte. Er hat sie belogen und beklaut, aber mit ein paar Pralinen ist alles wieder gut? Sie hatte bis zu ihrer Hochzeit eine Affaire aber am Hochzeitstag beendet sie diese und damit ist alles gut? Ich finde hier ein paar lose Enden, die mich nicht 100% befriedigen können.

Beeindruckend empfand ich die "angehaltenen Videos": auch scheinbar eindeutige Unterhaltungen können aus dem Zusammenhang heraus (und ohne ihr Ende), falsch interpretiert werden (die Sache mit dem schmutzigen Hemd z.B.).

 

 

 

Filmkritik: "Seelen"

Von den Machern von "Twilight" und "Gattaca" - mehr muss man nicht wissen, um diese Suppe aus Teeny Romance, SciFi und steriler Zukunfsvision nicht zu mögen (wobei- bitte beachten - Gattaca ein hervorragender Film ist).

Visuell durchaus inspirert kommt dieser Abklatsch von "Equilibrium" und "Gattaca" daher. Ich wusste bis gerade eben nicht, dass das Stephenie Meyers Buch ("Twilight") von Andrew Niccol ("Gattaca") für die Leinwand adaptiert wurde. Parallelen zu beiden Filmen krochen mir aber auch ohne dieses Vorwissen ins Rückenmark.

Handlung: die Welt ist befriedet, sauber und steril. Die Aliens (genauer ihre Seelen) sind allen  Menschen ins Gehirn gekrochen - allen Menschen? Nein. Eine kleine Horde an wilden Aufständlern leistet erbitterten Widerstand. Wir kennen das.

Der Film beginnt mit dem ersten Fall, bei dem die "feindliche" Übernahme leicht schief geht. Das Opfer ist ab jetzt zu zweit im Kopf. Und es kommt, wie es kommen musste - "die Neue" ist anders und verliebt sich (nach den üblichen Umwegen) in den ehemaligen Kerl ihrer Wirtin usw usw usw...

Dieser weichgespülte Alien Mist, dürfte durchaus erfolgreich sein. Ein typischer Kuschelfilm, der die Kerle und die Mädels an einem Freitag ins Kino locken kann. Scifi mit Teenies als Helden und Sex dürfen sie auch ein bisserl haben. Toll! Uwe Bolls "Bloodrayne" macht deutlich mehr Spass. 

Ich empfand den Film als zutiefst schlimm. Die Haupthandlung lässt sich in vier Sätzen zusammenfassen (ich mache das im Spoiler nach dem Trailer). Die Dialoge erschüttern peinlich und die Handlung lechzt nach Überraschungen.

Ich war gespannt auf die finale Auflösung - NEIN es lohnt sich nicht, deswegen den ganzen Film (>2h) durchzuhalten! 

Ich empfehle als Alternativ-Filme (auch wenn thematisch nicht ganz passend): "Equilibrium", "Gattaca", "Warm Bodies". 

 

/* Spoiler "Seelen" - die ganze Handlung */ 

Die Rebellin Melanie kriegt eine Alienseele zwangsverpflanzt, aber sie verschwindet nicht ganz aus ihrem Koipf und quasselt sich dauernd aus dem Off dazwischen und Melanie läuft davon. Die anderen Aliens sind hinter den Aufständischen her. Melanie erklärt den Aufständischen, wie man die Seelen nach Hause schickt, lässt sich (also ihr Alien) in eine gerade freie Leiche transferien und am Ende treffen sie eine weitere Gruppe von Aliens, die sich mit den Menschen arrangiert haben.

Stöhn. Wenn die Optik nicht wäre, könnte man den Film gleich wegwerfen. Gut war die Szene, als die Jägerin (ich nenne sie einfach so), plötzlich gewalttätig wird. Aber spätestens mit dem Ende verspielt der Film alles. Dieses Ende tut keinem weh (ausser mir) und man kann die Reihe fortsetzen. 

Filmkritik: "Get the Gringo"

Mel Gibson - einst ein stahlharter Filmprofi - wurschtelt sich hier durch eine - in der Summe - enttäuschende Handlung, die er selbst wohl als Drehbuchautor mitverbrochen hat. Das Urteil: Schuldig! Knast in der Filmkiste ganz unten ohne Chance auf Bewährung. Warum?

Der Film beginnt sehr vielversprechend. Mad Max Gibson entflieht den fahrenden Hütern des Blaulichts durch einen Sperrholz-Zaun zur mexikanischen Grenze. Die netten Mexiko Bullen beschließen spontan, korrupt zu werden, nehmen ihm seine Beute und werfen ihn in den örtlichen Knast.

In diesem Gefängnis kann man erstaunlicherdings alles kaufen, was Beine oder auch keine hat. Zwischendurch wirken die Szenen dort - unfreiwillig - wie eine Mischung aus "dem Leben des Brian"  und "McGyver".

Bis an den Punkt fand ich den Film vielversprechend. Gibson arbeitet sich - durchaus humorig - in die Struktur des Knasts ein und versucht, die Situation aktiv zu steuern.

Und dann müssen die anderen Drehbuchautoren noch ein paar "tolle" Ideen gehabt haben. Da ich spoilerfrei bleiben möchte (mehr nach dem Trailer) - nur so viel: der Film verliert seine leicht witzige Note, wird deutlich brutaler und total unglaubwürdig.

Schade. Der lockere Tonfall des ersten Drittels hätte einen ganz angenehmen Sonntagabendfilm geben können (wir denken vielleicht an die alten Bud Spencer, Terence Hill Filme). Für diesen Film muss es aber Sonntags schon arg regnen. 

Jetzt kommt meine (böse) Alternativ-Film-Liste (sie enthält auf eine gewisse Art Spoiler): Mad Max III, Man on Fire, Die Insel, Die erste Staffel von Leverage

 

 /* Spoiler - Unglaubwürdiges in "Get the Gringo" */

"Die Insel" Referenz (die Sache mit der Zwangsorganspende) war sehr schnell zu erkennen und passt auch in die ganze Story nicht so richtig rein. Allein der Gefängnisdespot mit seinen Frauengeschichten hätte schon genug Zündstoff ergeben für ein paar lustige Explosionen und Schlägereien.

Nach der Flucht: Mel ruft einfach so irgendwo an und gibt sich als "Rockefeller" aus? Die einzige Legitimation war die "Telefondame" vor dem Anruf. Social engineering in allen Ehren - das würde so nicht funktionieren (schon mal was von "Caller ID" gehört - und davon dass auch Telefonzellen so eine Nummer haben?).  Guckt Euch mal die erste Staffel von "Leverage" an - so macht man das!

Die Idee mit dem Regenschirm: kein Fehler aber total deplaziert. Das "Gentlemen Verbrecher" Bild passt nicht zu jemandem, der gerade mit zwei Handgranaten zwei Menschen zerstückelt hat. 

Seine Freundin: sie lebt, Mag sie auch bei der Folter nichts verraten haben, so wird sie doch diese Prozedur nicht lebend überstanden haben. Aber das stört noch am wenigsten - das kitschige Ende schon mehr. 

 

 

 

Filmkritik: "Hit and run"

Manche Filme sollte man auf jeden Fall bis zu Ende sehen (z.B. Fight Club), manche kann  man bis zu Ende sehen - ohne sich intellektuell übergeben zu müssen (viele Beispiele) und wiederum andere (die Mehrheit) sollte man nach 5 Minuten final in die Tonne treten.

Dieser ist einer davon. 

Was passiert in den ersten 5 Minuten (no spoilers)? Sie liegen zusammen im Bett und diskutieren über Feigwarzen (kein Witz). Ein US Marshal schwitzt im Auto, steigt aus, sein Auto rollt ihm davon und er tut das einzig Logische - er rennt fluchend hinter dem Auto her, zieht dann - in einem Anfall von geistiger Milchglasscheibe die Waffe und schießt auf sein Auto. 

Ich lasse mir viel gefallen, aber das ist einfach zu dämlich. 

Und zum Trost: weiter hinten im Film (an zwei statistisch isotrop ausgewählten Stellen) wurden keine signifikant interessanten Dialoge festgestellt.