Filmkritik: "Fire with Fire"

Ein erträglicher Actionfilm - in dem auch Bruce Willis mitspielt. Ein Feuerwehrmann wird Zeuge eines Verbrechens. Sollte es aussagen, ist sein Leben in Gefahr. So richtig neu klingt das zwar nicht, aber man es aushalten (mehr Kritik diesmal im Spoiler nach dem Trailer).

Alternativempfehlung aus dem Genre: "Taken" oder "Man on fire".


Embed Block
Add an embed URL or code.

/* Spoiler - gelber Alarm */

Mit Überraschungen geizt dieser Film wirklich - denn der einigermassen ausgebildete Actionfan sieht beinahe alles kommen:

- der Titel "Fire with Fire" - hm - ist das symbolisch gemeint?

- der Held ist Feuerwehrmann und erzählt lang und breit, wie er das Vertrauen der Leute gewinnt, die er retten muss. Das werden wir sicher noch brauchen. Aber wer wird ihm denn durch die (realen oder metaphorischen) Flammen folgen müssen?

- Er lernt schiessen - also wird er es brauchen.

... leider geht es so weiter und weiter. Ein Film für "Actionanfänger", die "Die Hard" noch nicht gesehen haben.

Filmkritik: "Django unchained"

An dem Film gibts nichts zu meckern! In Tarantinos possierlichem "Spaghetti Western" - "Südstaatenepos" Django reitet Christoph Walz als pekierlich formulierender Deutscher und Kopfgeldjäger durch Prärie und Wind.

Über Django selbst stolpert der "umgeschulte"  Zahnarzt nur zufällig und die beiden machen einen Deal. Der Grundstein für eine herrlich makaber-humorige Tragödie ist gelegt.

Sinnlos - alle Referenzen aufzuzählen, die Tarantino zusammengeschnitten hat. Die "woher-kenne-ich-das Momente" reihen sich endlos aneinander: Das Esel Thema des Soundtracks  stammt beispielsweise aus "Ein Fressen für die Geier"; es folgen Sound-Referenzen auf "Die Grausamen", "Under Fire" und "Mein Name ist Nobody" (inklusive der Pferd-Szene am Ende).

Quentin liebt das "blutige Ballett" - ironisch übertriebene Schiessereien und weithin spritzendes Blut. Der finale Shootout erinnert ein klein wenig an "Matrix" (die Hallenszene) - nur mit viel viel mehr Blut.

/* sinnloses Wissen */ Tarantino selbst erwähnte auf der Comicon, dass "Broomhilda Von Shaft" als UrUrUrUrUrGrossmutter der "Shaft" Figur aus den gleichnamigen Filmen angelegt wurde.


Filmkritik: "Hotel Transilvanien"

Eine herrliche, animierte Monsterparty voller Seitenhiebe auf die handelsüblichen Popkultur Monster. Der Humor könnte zwar für meinen Geschmack etwas schwärzer sein - dafür bleibt die Komödie absolut familientauglich. Drakula hats echt nicht leicht. Wie jedes Jahr organisiert er zur Geburtstagsfeier seiner Tochter (die gute wird schnuckelige 118) ein Fest, zu dem standesgemäss natürlich nur Monster eingeladen sind. Doch leider verirrt sich ein Mensch in diese Veranstaltung und die "Horror Picture Show" beginnt.

Was hab ich gelacht. Dieser Film macht einfach nur Spass! Herrlich, wie die Rollen verkehrt wurden: Das "Monster" ist hier eigentlich der Mensch!

Mehrmals anschauen, dürfte bei diesem Film sicherlich kein Problem sein. In jeder Ecke lauern neue liebenswerte Details und warten darauf, entdeckt zu werden (Der Koch und die Ratatouille Maus/Ratte, der Unsichtbare beim Rasieren usw usw).

Englische OV empfohlen!


Embed Block
Add an embed URL or code.

Filmkritik: "96 Hours - Taken 2"

Der arme Liam Neeson hat dieses Drehbuch wirklich nicht verdient - und die armen Leute vor dem Projektionsgerät auch nicht! Greulich, wie hier Talent vergewaltigt wurde. Herr Neeson wird geschnappt (seine Frau nehmen die bösen Menschen auch gleich mit).   Sie wollen alle töten, aber er will das nicht.  So kindlich formuliert das klingt, so bescheuert hat Olivier Megaton diesen Handlungsmatsch im Treibsand der Logik versenkt.

Guckt den ersten Teil und vergesst den zweiten - mehr dazu im Spoiler nach dem Trailer.


/* Spoiler "alles wird verraten": Logikfehler in Taken 2 */

Ich kriegte wirklich schon beim Anschauen Zustände: wir erinnern uns: Herr Neeson hockt da halb kniend mit den Händen an irgendeiner lustigen Stange gefesselt und man fragt sich doch zwangsläufig, wozu diese komische Körperlage gut sein soll

Keine  Angst. Es macht wirklich Sinn. Denn an sein Geheimhandy im Strumpfband kommt er wirklich nur in dieser Körperhaltung. Er zieht das Handy raus und telefoniert mit seiner Tochter. Das darf doch nicht wahr sein! Anscheinend hat dieser Mensch nur zwei Kontakte in Krisensituationen. Mega-Räusper! Seine Tochter muss jetzt die Familie retten.

Achtung! Hier kommt die einzige sehenswerte Stelle des Filmes: er lässt seine Tochter eine Explosion ausführen und ermittelt aus der Schalllaufzeit den Radius auf dem er selbst  sich befinden muss. Zusammen mit der Route, die er sich gemerkt hat, ergibt das seinen Aufenthaltsort. Super gemacht - tolle Idee - realistisch umgesetzt.

Jeder andere hätte aber vorher schon gesagt: "Ruf den netten Onkel von der Botschaft an, der soll viele viele Menschen mit dunkler Sonnenbrille schicken"... Das wäre wohl zu einfach gewesen.

Ich spule gedanklich zurück: Der Held hat ein Handy und da weiss doch wirklich jeder Sonderschüler im 1 Aufbausemester, dass man die Dinger in Städten recht präzise orten kann. Er hat Freunde bei der Botschaft, somit auch beim Geheimdienst. Da schreist Du wirklich den Bildschirm an: "ortet das verdammte Mobiltelefon Ihr Trottel".

Ich bin noch nicht fertig mit dieser Szene: er befreit sich ganz schnell von seinen Fesseln. Ein bisserl Rubbeln und gut. Jetzt reichts. Seine Peiniger wissen, mit wem sie es zu tun haben. Die haben sicher nicht das billige Ikea Seil genommen, sondern die "hält eine Tonne" Eisenkette von Ob!

Man sieht diesem Film an, wie er aus der Not geboren wurde, einen zweiten Teil abliefern zu müssen. Koste es, was es wolle.

Serienkritik: "Homeland"

Selten begeistern mich "DGH" ("durchgehende Handlung") Serien. Homeland hat es geschafft, mich 2 Seasons lang bei der Stange zu halten. Season 1 Die Grundstory lässt sich sehr schön spoilerfrei erzählen. Ein Armeeanghöriger (Brody) wurde von bösen Terroristen verschleppt. Erst nach 8 Jahren wird er zufällig befreit. Die CIA Feldagentin Carrie erfährt von einem geplanten Anschlag auf die USA und einem "umgedrehten" POW (Prisoner of War).

Ist das etwa Brody? Sie beginnt auf eigene Verantwortung zu ermitteln.

Für mich war die Serie ein absoluter Überraschungstreffer. 12 Folgen lang vermag sie,  immer wieder zu faszinieren. Der Spannungsbogen wurde exzellent geplant und die Schauspieler liefern gigantische Leistungen ab. Vor allem "Carrie", die gegen Ende der Season so richtig gefordert wird (und sich auch in Staffel 2 hervorragend macht).

Mir gefällt die ruhige Erzählweise. Eine (!) Story wird in 12 Teilen erzählt. Keine übertriebene Action und wenig Gerenne, dafür umso mehr Spannung zeichnen diese Serie aus.

Es gibt eine zweite Season - mehr im Spoiler (den man diesmal lesen kann, ohne den Haupt Twist verraten zu bekommen).

/* Spoiler Season 1 - "gelber Alarm" (ich verrate nicht alles) */

Carries Bipolarität gibt ihr die Möglichkeit, ihr schauspielerisches Talent richtig auszuleben. Sie ist der eigentliche Star der Serie. Mir gefiel sehr gut an dieser Season, dass man nicht das "24" Ende gewählt hat: alle Probleme sind in 10 Minuten gelöst. Offen ist bis dato, wer die Rasierklinge zugespielt hat. Von Brody wissen wir, dass er den Lügendetektortest umgehen kann, aber auch Saul käme in Frage (und seine erste "Sitzung" lieferte ja ein recht verdächtiges Ergebnis).

/* Spoiler "Roter Alarm": Einige Gedanken zu Brody - das Ende von Season 1 */

Brody scheint ein wenig von Carries Bipolarität "geerbt" zu haben. Die jahrelange Gefangenschaft hat ihn sichtlich gebrochen. Sein Peiniger Abu Nazir und dessen Sohn sind zu seiner Familie geworden (siehe Stockholm Syndrom). Als Nazirs Sohn bei einem Drohnenangriff ums Leben kommt, den der jetzige Vizepräsident der USA zu verantworten hat, ist Brody zum idealen Werkzeug für Abu Nazir geworden. - so scheint es. Doch Brodys Liebe zu seiner Familie und seinem Land, machen einen Strich durch die Rechnung. Am Ende stoppt er den grausigen Anschlag; letztendlich nur aufgrund der Zuneigung zu seiner echten Famile (die amerikanische Welt ist wieder in Ordnung).

 

Season 2

Man sollte auf jeden Fall die erste Season gesehen haben, bevor man mit der zweiten weitermacht. Auch hier macht die Story (der ich eigentlich nicht zugetraut hätte, noch eine Season weiter zu tragen) einige unerwartete Abzweigungen...

Die zweite Season hält, was die erste versprach. Ich kann nicht viel kritisieren ohne die Handlung vorwegzunehmen. Ich bin Season 2 mit Begeisterung gefolgt.

Der einzige "erlaubte" Spoiler: Season 3 wird produziert.

/* Spoiler "Roter Alarm" - Brodys Motive */

Wir wissen immer noch nicht, wer für die "Sache mit der Rasierklinge" verantwortlich ist.

Auf den ersten Blick scheint sich Brody widersprüchlich zu verhalten. Er tötet einen Mitattentäter, den Vizepräsident, rettet aber Carrie und verlässt seine Familie. Folgt man seinem Psychogramm aus Season 1, finde ich keine wirkliche Überraschung in diesen Taten: Er rettet Carrie, denn in sie hat er sich verliebt. Sie ist seine neue Familie; mit ihr versteht er sich. Sie weiss alles über ihn und liebt ihn trotzdem. Deshalb fällt es ihm auch leicht, ihr Leben gegen das des Vizepräsidenten einzutauschen. Das Ende der Season hinterlässt gemischte Gefühle. Season 3 ist bestellt, somit war klar, dass die Handlungsträger nicht sterben dürfen und weiterhin im Spiel bleiben sollten.

Kritik: "Die Fahrerflucht" Story will nicht so recht ins Gesamtbild passen, da überflüssig. Die Serie scheint inzwischen auf "endlos" angelegt zu sein, was ich sehr bedauere. Brody wird zum "running" Gag (schönes Wortspiel), der sicherlich auch in Staffel 3 wieder wichtig sein wird. Ich spekuliere hiermit, dass seine alte Familie als Geisel genommen wird (somit könnten alle Personen in der Handlung verbleiben).

 

Ergänzung (04/2016):

Staffel drei habe noch angeguckt und mehr und mehr das Interesse verloren. Staffel vier nur ein paar Folgen gesehen. Die Serie hat mich verloren. Staffel 1 und 2 waren im Nachhinein die besten.

Filmkritik: "Resident Evil - Retribution"

Die "Resident Evil" Filmreihe gehört (ausser dem ersten Teil) zu meinen "Guilty Pleasures". Auf der einen Seite schäme ich mich beinahe ob der Handlungs- (dafür aber nicht Blut-) Armut der Serie. Mit Mila und Zombies verhält es sich ähnlich wie mit Kate und den Lykanern (in Underworld). Allesamt sind sie unglaublich schwachsinnige Filme, deren visuelle Choreographie (und natürlich auch die unterdurchschnittlich hässlichen Mädels) doch Freude bereiten kann. "Retribution" schliesst nahtlos an, wo "Afterlife" endet. Und dies mit einem tricktechnisch genialen Feuerwerk, welches nach ungefähr 20 Minuten noch einmal überboten wird (das Ende der Tokyo Szene). Leider gibts auch CGI Schlampereien, für die jemand erschossen werden müsste. Der "Rolls" im Untergrund sieht viel zu künstlich aus und passt nicht in die - ansonsten hochwertige - visuelle Qualität.

Die Handlung - achje - war da etwas? Nach diesem Film kann man ein Computerspiel schreiben: "Level Tokyo completed" - aber mehr möchte ich nicht verraten. RE- Retribution dürfte einer der wenigen Filme sein, die man mit zwei Worten zusammenfassen kann: "Raus hier" - das ist die Handlung. Und es stört mich nichtmal.

Ich habe hier den Teaser angehängt, denn der original Trailer verrät mir schon wieder zuviel.

Wer "Resident Evil" mag, hat vielleicht auch an "Underworld", "Zombieland", "Tucker & Dale vs Evil" und "Cabin in the woods" Spass - wer diese Filme ernst nimmt, hat sie nicht verstanden ;-) Und sollte es jemand noch unsinniger mögen, dem sei Bolls "Bloodrayne: The Third Reich" empfohlen, den man getrost als Satire auf obige Filme verstehen kann (die ich selbst schon als Satire auf das gesamte Genre deute).


/* Spoiler */

Alice überlebt und es geht weiter....

Filmkritik: "Looper"

Die Enttäuschung kam überraschend. Leider hatte ich von diesem Film viel mehr erwartet. Man verzeihe mir das Wortspiel, aber man möchte nach 1,5h Bruce Willis zurufen "Stirb langsam - aber stirb!". In der Zukunft wird es immer schwerer, Leichen anständig und unauffällig zu entsorgen, deshalb werden mit der Erfindung der Zeitreise auch die "Looper" erfunden. Zu ihnen schickt man aus der Zukunft die Delinquenten (die passenderweise eine Art "gelben Sack" tragen).  Looper übernehmen das Killen und die sortenreine Entsorgung. Das klingt genauso schwachsinnig, wie es ist. Punkt.

Die unsinnige Story alleine macht den Film aber noch lange nicht zur Katastrophe. Leider passiert auch nach etwa einer Stunde Laufzeit nicht wirklich viel Interessantes. Wenn´s mal wieder langweilig wird, müssen die Akteure ins Maisfeld laufen oder irgendwen erschiessen oder beides.

Die letzte Viertelstunde kann teilweise entschädigen. Wenn sich die Fäden ordnen, mag man den abgesessenen Hintern vergessen und den ganzen Quatsch für marginal sinnvoll halten. Ich werde mir jetzt erstmal wieder Terminator 2 reinziehen. Sarah Conners Kommentar am Ende lässt mir immer noch eine Gänsehaut den Rücken herunterlaufen ("wenn selbst ein Terminator den Wert des menschlichen Lebens schätzen kann, werden wir es vielleicht auch einmal können"), während dieser Film eigentlich nur ein Achselzucken hinterlässt.

Es bleibt ein Film, den ich als "ärgerlich" bezeichnen möchte.


/* Spoiler - roter Alarm */

Schon allein das Konzept erscheint absolut sinnlos: Man kann in der Zeit zurückreisen, aber eine Leiche nicht spurlos verschwinden lassen? Demgegenüber erscheinen  "Zurück in die Zukunft" und "Terminator" wie reine Dokumentarfilme.

Jaja. Er muss sich selbst erschiessen, um den Mechanismus zu durchbrechen, sonst grüsst ihn morgen auch noch das Murmeltier...

Während der Film lief, lief in meinem Kopf schon die Satirefassung dazu: Sie treffen im Kornfeld zufällig Mel Gibson, der gerade "Signs 3" dreht und kurz darauf von einem De Lorean überfahren wird in dem Dr Who sitzt und Bruce Willis "run" zuruft - der Regenmacher wird von Dustin Hoffman ("Rainman") gespielt und Tom Cruise hat ein kurzes Cameo und im Abspann läuft "let´s do the time warp again"...

Filmkritik: "Claustrophobia"

Filmkatastrophe, die gerade mal so erträglich die übliche "niedliches Mädel wird gekidnappt und gefoltert" Story erzählt. Ich würde den Film überspringen und lieber "Misery" anschauen - ähnliche Idee - aber brillant umgesetzt (Details - die gesamte Story mit dem unvermeidlichen Ende und meine Kritik nach dem Trailer).

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ZdXxhhgtPFU

/* Spoiler - ROTER ALARM - ich verrate die ganze Handlung, das Ende und die Fehler */

Der Film wirft uns wirklich gnadenlos alle Klischees auf die Mattscheibe: Da ist die angehende Tierärztin, sie kann keiner Ratte was zuleide tun, sezieren findet sie bäh. Ok. Der Film wird eine medizinische Ausrichtung haben. Es gibt auch noch den Typ, der als Kind von seiner Möchtegernfreundin 3 Tage lang eingesperrt wurde und jetzt mit einem Dachschaden durchs Leben rennt. Seine Strafe für die Peinigerin wirkt drastisch. Er setzt sie so unter Drogen, dass sie sich nicht mehr bewegen kann. Das schädigt aber ihre Nieren und so braucht er ab und zu "Nachschub" um sein diabolisches Spiel weiterführen zu können.

Logische Brüche:

- Er entführt erst das Mädel und klärt dann, ob die Organe kompatibel sind. Das ist nur einer der "Facepalm" Momente in diesem Machwerk. Mehrere Male entkommt sie ihrem Peiniger, aber macht es nie "richtig". Das mag man beim ersten Mal noch nachvollziehen können, aber spätestens beim zweiten Mal, sollte sie auf Idee kommen, den Typen final zu "terminieren". - glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass mit dem gezeigten Ventilator so viel Unterdruck erzeugen kann, dass ein Mensch ersticken kann (oder zumindest zu röcheln anfängt)? - an keiner Stelle wird erklärt, warum er am Anfang eingesperrt wurde. Sie geht einfach. Was soll das?

Aber am Ende wird alles gut und sie wird eine ganz tolle Schauspielerin - TOLL!

Filmkritik: "Who killed Marilyn?"

Mitten in der eisigen Kälte des juristischen Niemandslands zwischen Frankreich und der Schweiz liegt die Leiche eines Mädchens im Schnee. Die örtliche Polizei ermittelt rasch Selbstmord. Doch David, ein Krimiautor auf Ideensuche, interessiert sich für den Tod der Lokalschönheit und beginnt, ihre Geschichte zu ermitteln. Parallelen zu Marilyn Monroe und ihrem Tod werden immer deutlicher - was ist wirklich geschehen? Er scheint den Stoff für seinen neuen Roman gefunden zu haben.

Schrullig, romantisch und sanft witzig. So möchte ich diesen Film beschreiben, der eigentlich (räusper - mehr im Spoiler nach dem Trailer) so recht in kein Klischee passen möchte. Ein bisschen folgt er der Tradition von "Fräulein Smillas Gefühl für Schnee" . Aber auch wirklich nur ein bisschen.

Schaut ihn Euch an!

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=8BTxS_7b0l4

/* Spoiler - ROT (wichtige Teile des Endes werden verraten) */

Ich mag diese Geschichte, die weniger Krimi sein möchte, als verzwickte Liebesgeschichte. Marilyn (nennen wir sie weiterhin so) hat sich in den Krimiautor verliebt. Dabei sagt sie selbst "fürchte Dich vor Menschen, die vorgeben, Dich zu lieben, ohne Dich zu kennen". Hier scheint sie eine Ausnahme zu machen, wie in ihrem verspätet ankommenden Brief an David deutlich wird. Sie hat sich in ihn verliebt und er sich in sie. Tragisch.

Aber wer hat Marilyn eigentlich umgebracht? Die Jungs, die sie vergewaltigen wollten und ihr Drogen gaben? Der Polizist, der sie erstmal ruhig stellen wollte? Moralisch sind beide Taten zweifellos verwerflich; letztendlich ist Marilyn aufgrund eines ungünstigen Zusammentreffens mehrerer Ereignisse gestorben. Die Psycholgin, die ihr die finale Spritze setzte, ist dabei noch die Unschuldigste von allen.

Ein wiederkehrendes Motiv im Film ist die Ziffer "5" - die sich wie der Duft nach Chanel Nummer 5 (laut Überlieferung das einzige, was Marilyn Monroe im Bett trug) durch den ganzen Film zieht.

Serienkritik: "House of lies" (Staffel 1)

Eine Serie über Unternehmensberater? Man denkt an Akten, Staub und gähnende Langeweile. Doch Marty Kaan und seiner Truppe kann man viel vorwerfen, aber Langeweile verbreiten sie nicht. Marty pflegt ein Verhältnis mit seiner nymphomanischen Ex-Ehefrau, die "zufällig" auch bei einer konkurrierenden Unternehmensberatung arbeitet.

Das bunt gewürfelte Beraterteam will nur das beste der Unternehmen, die sie engagieren - ihr Geld. Eigentlich sollten sie die Firmen ihrer Kunden optimieren; letztendlich optimieren sie ihre Kunden für sich.

Die Serie arbeitet mit einem sehr witzigen Grundkonzept. Immer wieder hält die Handlung an und Marty erklärt dem Zuschauer, was gerade abläuft (die Idee habe ich zuerst in "Hustle" realisiert gesehen - übrigens eine sehr empfehlenswerte britische Serie). Diese Sequenzen finde ich immer visuell besonders reizvoll - die gerade laufende Action bleibt an der unmöglichsten Stelle stehen und manchmal spult Marty wie auf der Klaviatur eines Videorecorders hin und her und verändert Kleinigkeiten. Ein Sinnbild für seine Arbeitsweise als Unternehmensberater?

Mir gefällt die erfrischende Direktheit der Serie. Zum Glück sendet "Showtime" im Kabel und somit haben die prüden amerikanischen FCC Regeln keine Gültigkeit... und man muss es schon direkt sagen - in dieser Serie geht es nicht nur um Unternehmen, sondern auch um kurzfristig miteinander interferierende Beziehungen zum anderen (oder gleichen) Geschlecht.

Eine grossartige Serie. Sehr trocken auf dem Punkt. Sehr bösartig.

Wer diese Serie mag, mag vielleicht auch "Suits", "The good wife"...

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=4JRvXLiJagc

/* Spoiler */

Ich zweifle, dass die Serie mehr als 2 Staffeln überlebt. Das Hauptproblem der Staffel 1 ("die Übernahme") wurde gelöst. Ich bin gespannt, ob es gelingt, die Spannung am Laufen zu halten:

Staffel 1 beginnt mit einigen Episoden, die den Ablauf eines "Beratungsvorgangs" darstellen. Martys Episode mit einer Prostituierten rächt sich prompt und führt letztendlich zum Beginn der feindlichen Übernahme. Marty kann nicht von seiner Exfrau lassen und versaut sich letztendlich damit auch die gerade beginnende neue Beziehung. Sinnbildlich dafür versaut er sich auch noch das Verhältnis zu seinem Sohn. Nette Ironie des Schicksals: die sexuellen Ausschweifungen des Teams verhindern letztendlich die Übernahme, die alle den Job gekostet hätte.

 

 

Filmkritik: "Ralph reichts"

Keinesfalls hätte ich Disney (und somit quasi Pixar Erbe) zugetraut, wieder einen animierten Film zusammenzurendern, der mich richtig umhaut. Ralph hat es geschafft! Ralph der Bösewicht eines guten alten pixeligen Videospiels hat langsam genug davon, immer "nur" der Böse zu sein. Er möchte auch einmal eine Medaille bekommen (wie der gute "Fixit Felix"). Ralph besucht die melancholisch depressive Selbsthilfegruppe der "ewig Bösen" seiner lokalen Spielhalle. Aber es reicht ihm wirklich und er geht auf Wanderschaft - auf der Suche nach dem heiligen Gral der Spielbösewichte, der Medaille der Helden ...

Mit sehr viel Gefühl für Detail vereint der Film die Jump´nRun Spiele der 80er/90er mit den Egoshootern der Jetzt-Zeit und einer liebenswert unterhaltsamen Story.

Genial versteckt - der Film strotzt nur so vor Anspielungen. Wer in seiner Jugend viel gespielt hat, wird sich freuen. Toll, wie alles zusammenpasst, was eigentlich gar nicht zusammengehört. Vom "Alice im Wunderland"-artig schrulligen König - dem Herrscher über das Zuckerland (mit seiner Nintendo Konsole) bis zur toughen Ego Shooter Blondine, die mit "Alien"-artigen "Bugs" (nette Doppelnutzung des Wortes) kämpft.

Absolut sehenswerter Streifen bei dem man auch wirklich gerne den ganzen Abspann über sitzen bleibt. Toller Soundtrack! Wer den Humor und die Story von "Monster AG" mochte, ist hier wirklich gut aufgehoben!

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=wbmQmpn9r30

Filmkritik: "Messages Deleted"

Ein Thriller erklärt den Aufbau eines guten Drehbuchs. Wider Erwarten funktioniert diese Idee des "Telefonserien" Autors Larry Cohen ("Nicht auflegen", "Final Call") unterhaltsam gut. Alles beginnt mit einem seltsamen Anruf und einer anschliessend aufgefundenen Leiche. Zwischendurch erfahren wir, dass unser Held - Verzeihung "Protagonist" - einen Kurs für angehende Drehbuchautoren gibt und selbst auch schon Drehbücher geschrieben hat. Die Handlung beginnt sich analog der Einführung des Dozenten zu ent- und verwickeln. Es mehren sich die Toten und auch die Verwicklungen.

Auch hier möchte ich wieder vor der Spoilerzone abbrechen (mehr nach dem Trailer).

Leider kämpft der Film gewaltig mit seiner deutschen Synchronisation. Diese ist nicht etwa schlecht übersetzt, sondern so lieblos ins Mikro geschlampt, dass sie die ganze Atmosphäre vernichtet. Ich empfehle eindringlich die Variante "englisch mit Untertiteln" für den vollen Genuss!

Nach dem genialen "Nicht auflegen" und eher sehr mässigen "Final Call" schafft Cohen einen spannend unterhaltsamen Thriller, der sich und das Genre gelegentlich auch etwas hops nimmt ohne lächerlich zu wirken. Nett!

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=yQUwjSn98Rk

/* Ende und Spoiler */

Was habe ich mich über das Ende gefreut! Der Twist dreht sich quasi ein paarmal um sich selbst. Der strenge "Drehbuchaufbau" scheint sich ja gelohnt zu haben. Das Drehbuch wird verkauft. Aber was war echt und wieviel gedichtet?

"Man schreibt am besten über das, was man selbst erlebt hat". Damit endet der Film. Und sein Drehbuch scheint gut geworden zu sein....

Auf eine gewisse Weise erinnerte mich der Film an "Schräger als Fiktion".

Filmkritik: "Love Birds - Ente gut, alles gut!"

Eine Filmkatastrophe, die man kommen sah! Ein verlassener "er" pflegt eine Ente, die ihm gerade im richtigen Moment zugeflogen zu sein scheint. Die Vogelexpertin im lokalen Zoo scheint ihm süss genug, erste gemeinsame Flugversuche zu starten. Aber leider hebt die Story nicht wirklich ab. Das unvermeidbare Ente / Ende, zieht sich ziemlich hin. Das hat auch seine guten Seiten: Ein  Mittagsschläfchen zwischendurch unterbricht die Handlung nur sehr marginal.

Langweiliger vorhersehbarer, humorarmer Film mit langweiligem Ente. Empfehlung für einen schnuckeligen Abend wäre von meiner Seite dann noch eher (wenn schon eine Ente im Titel vorkommen muss: "About a boy - oder der Tag der toten Ente").

Edit: Der Film hat ein Gutes: Den Queen Soundtrack.

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ponc74tX5ZU

Filmkritik: "Priest of Evil"

Ein finnischer Film, der weniger durch die Innovation der Handlung, als durch die liebens- und hassenswerte Schrulligkeit der Akteure spannend unterhält. Ich weiss nicht genau, was für mich genau den Unterhaltungswert dieses Filmes ausmacht.

Da ist der Polizist, der seine Tochter auf grausame Art und Weise verloren hat und sich jetzt schuldig fühlt. Da sind seine Kollegen, die mal schnell einen Neonazi bei einem Verhör zusammenschlagen - obwohl sie wissen, dass der Gefolterte unschuldig ist. Und natürlich ist da der Irre, der religiös verbrämt mordet.

Also eine einigermassen "kaputte" Mischung.

Den Rest kann man sich quasi denken. Der "Priester" sammelt zum Glück keine Körperteile - was diesen Film noch relativ Sonntag-Abend tauglich macht. Hier werden keine "schweigenden Lämmer" geschlachtet, aber es gibt Tote.

Spannend, atmosphärisch und typenmässig interessant.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=oGgRkgG4nwM

Filmkritik: "Skyfall"

Ein Irrer Böser, eine schnuckelige Feldagentin und ein sarkastischer James brillieren in einem (endlich mal wieder) heiter selbstironischen "James Bond" Film. Der Beste seit langem!Ich weiss gar nicht mehr genau, worum es in der Handlung genau ging. Das interessiert auch wirklich keinen. Das Techno-Geschwafel zwischendurch grenzte zwar an Gehirnverletzung, aber das war doch bei "Bond" schon immer so.

Dafür läift die Action endlich einmal beinahe ohne Wackelkamera, Bond kämpft vor grossartig gewaltigen Hintergründen und die Sprüche glänzen wieder im altem Sarkasmus.

Sehr schön gefiel mit die Wiederverwendung des "Goldfinger" Aston Martins DB5. "M"s Anspielung auf den "Auswurf" Knopf erheitert sehr.

Mit der Zeitabfolge der Bond Filme  kann der Fan jetzt allerdings etwas ins Trudeln geraten: Der DB5  - ein Relikt der Vergangenheit - wurde in "Goldfinger" eingesetzt. Die Craig Reihe spielt aber vor dem ersten veröffentlichten Bond Film "Dr. No". Auch "Q" kokettiert mit der (Film)Vergangenheit: "Explodierende Stifte machen wir eigentlich nicht mehr". Der Fan versteht es als Sebstironie, allen anderen wird dieser Spass gar nicht auffallen.

Fantastisch war wiedermal der Übergang in die "Opening Credits". Eine wahre Augenweide - wie auch sonst der ganze Film. Der Grossteil der genialen visuellen Effekte wird allein durch die famose Wahl der Hintergründe und die Lichtsetzung erreicht, was die Schlägereien im Vordergrund (und damit Craig) zum Statisten werden lässt. Aber Saugut!

http://www.youtube.com/watch?v=gxljycZnD-U&feature=player_detailpage

/* Spoiler - gelber Alarm */

Der Kreis schliesst sich. "M", "Q" und Moneypenny sind (neu) besetzt. Jetzt wissen wir auch, warum Moneypenny James immer zum "Schiessen" findet!

Das Filmende ist ein typischer Bond: eigentlich hat er nicht wirklich mit Intellekt irgendetwas gelöst. Er wusste doch von dem geheimen Ausgang der "Hütte" noch gar nichts. Aber wen stört das bei einem Bond - äh - James Bond schon?

Edit (nach dem zweiten Mal anschauen) - habt Ihr´s gemerkt (Anspielungen auf alte Bond Filme in Skyfall)?

- als Bond in der Bar den Drink überreicht bekommt - sagt er "perfekt". Warum? Der Drink war geschüttelt (nicht gerührt)! - sie verwenden einen Spiegel, um den Gegner zu täuschen. In Goldfinger wird Bond mit einem Spiegel getäuscht und fährt sein Auto (genau der DB5, der gerade zerschossen wurde) gegen die Wand. - der explodierende Stift (über den sich Q so lustig macht), wurde in GoldenEye verwendet. - der "Gun Barrel Trailer" (die typische James Bond Intro Sequenz mit dem Blick durch den Lauf - man sieht Bond stehen bleiben und schiessen - das Bild wird rot) - diese Sequenz kommt ganz am Ende von Skyfall. Aber da gehört sie gar nicht hin. Oder doch? Denn "James Bond kehrt zurück"! Skyfall markiert den Beginn der "alten" James Bond Serie mit den Charakteren, die wir kennen.

Filmkritik: "Stolen" (2012)

Nicolas Cage hat bessere und wahrlich schlechtere Filme begleitet - ein Durchschnittsfilm mit Logikfehlern. Alles beginnt mit einem handelsüblichen Bankraub, der ein bisschen schief geht. Soviel zum Vorspiel.

Im Hauptakt versucht Nicolas Cage verzweifelt seine Tochter zu befreien (für diese Mission kehrte Herr Cage ja in der Vergangenheit auch schon aus der Hölle zurück: "Drive Angry"). Und er muss dazu das Geld auftreiben, welches bei dem Bruch verloren ging.

Da langweilt sich der Fachmann und der Laie geht eine Runde pinkeln.

Ok. So schlimm ist es nicht. Wenn der Film nicht zwei grossartig katastrophale Logikfehler hätte (siehe den Spoilerteil nach dem Trailer), würde ich ihn bedingt als gepflegte Einschlafhilfe empfehlen.


/* Spoiler - gelber Alarm - Filmfehler - Logikfehler  */

Der Facepalm des Films: ein Einbeiniger betäubt Herrn Cages Tochter und hieft sie nachher in den Kofferraum. Da schreit der Realist in mir "Einspruch - grober Unfug - er kann das Mädel da nie reinheben!". Hier waren Profischlamper beim Drehbuch zu Werke. Und ich rede gar nicht von der "GPS im Kofferraum" Szene. Bin ich denn der Einzige, der es für gewagt hält, im Kofferraum eines Taxis etwas zu verstecken, was der Fahrer nicht gleich finden soll. Ein TAXI ist ein Gefährt, das Leute und Gepäck transportieren soll. Facepalm!

Das "Finale": Don´t get me started! Er macht den Job nochmal.Was habe ich geschluckt.... Er brennt sich durch den Tresorboden. Und schon wieder möchte der N24 Zuschauer in mir "Einspruch" rufen. Tresore werden niemals nur mit Stahl verkleidet. Die Erbauer solcher Anlagen rechnen nämlich mit so einem Angriff. Eine simple Stahlbetondecke nach der Stehlplatte hätte Herrn Cages Werkzeug aufgehalten.

Richtig clever fand ich die Idee, das Gold einzuschmelzen. Freut Euch, es könnte schlimmer kommen und es kommt schlimmer. Ein Feueralarm! Was für ein Unsinn. Seismische Sensoren, Bewegungsmelder und Lasergitter - daran haben wir uns gewöhnt, aber ein Feueralarm im Tresorraum? Forget it!

Das "absolute Finale". Kein Filmfehler, aber wieder ein Facepalm Event. Wir erinnern uns, dass Herr Cage ja immer wieder als Superhirn bezeichnet wird. Dieses Superhirn kommt auf die Idee, das Auto mit seiner Tochter im Kofferraum zu wassern. Nur weil der Karren ein bisserl brennt? Hätte er die "Car-escape" Mythbusters Folge gesehen, hätte er gewusst, dass der Wasserdruck es ihm unmöglich machen wird, den Kofferraum zu öffnen - bis alles unter Wasser steht. Er kriegt seine Tochter ohne Wasser viel schneller aus dem kokelnden Auto!

Ganz grosses Kino sieht anders aus.

Filmkritik: "Killer Joe"

Was für ein Genuss: Ein ganz ganz schwarz humoriger westernartiger Krimi, der absolut nach meinem Geschmack, nichts so anpackt, wie man es erwarten würde. "Warum, eigentlich bringen wir unser Mutter nicht um?" - So richtig neu kommt uns diese Idee nicht vor. Auch der Profikiller, der eigentlich Polizist ist, klingt doch wirklich nach einer Handlungsvariante, die zum Gähnen animieren könnte. Tut sie aber nicht!

Die Geschichte lebt von den absurd skurrilen Charakteren. Pappi (grossartig von  Thomas Haden Church interpretiert) und Sohn kriegen zusammen nicht wirklich irgendetwas gebacken. Dottie (Juno Violet Temple) - die Tochter - wird wohl an keinem IQ Wettbewerb irgendeinen Platz gewinnen können (mehr dazu im Spoiler nach dem Trailer).

Zur Handlung: Die dreiste Nulpenbande braucht die Versicherungssumme Dotties leiblicher Mutter, um diverse Probleme zu lösen und den den Killer zu bezahlen ("Keine Kohle - keine Leiche"). Leider macht "Killer Joe" aber nur Prepaidgeschäfte. Man einigt sich auf einen Kompromiss und hier kommt Dottie als "Sicherheit" ins Spiel...

Der Film verheddert sich mehr und mehr in absurd geni(t)alen Details: er gewinnt meinen persönlichen Preis für den "geschmackvollsten"  Blowjob der Filmgeschichte (nachdem "Drive Angry" weiterhin den Preis für den "Spannendsten Beischlaf" hält). No Spoilers ;-)

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=UFfKh-DJXXE

/* Spoiler ROTER Alarm */

Der Star des Films ist eigentlich Dottie: Blond und gehirnreduziert. Sie wurde von Ihrer Mutter mit einem Kissen beinahe umgebracht  und der Sauerstoffmangel tat  ihrem Gehirn wohl nicht gut. Sie ist Jungfrau (auch das noch), sie ist unschuldig. Denn als einziges Mitglied dieser "schrecklich netten Familie" hat sie keinen Anteil an den Mordplänen, aber im Grunde genommen blickt sie als Einzige, was wirklich vor sich geht.

Killer Joe hat die Lage und die Familie fest  im Griff. Nur am Ende nicht mehr. Er hat seine Coolness verloren und Dottie ihre Unschuld.

Aberwitzig fand ich die Blowjobszene. Welch grossartige Idee! Das Spiel mit dem Hühnchenschlegel taugt auch noch für einen "geschmackvollen" Auftritt von Chris. Geniale Idee!

Buchkritik: "Kill Decision" Daniel Suarez

Ein grossartiger Technik Thriller - aus einer Zukunft nur einen Steinwurf weit entfernt. Nachdem ich "Daemon" und den zweiten Teil "Freedom tm" beinahe verschlungen hatte, musste ich natürlich auch das neueste Buch von Suarez konsumieren:

"Kill decision" spielt im Heute - jedenfalls beinahe.

Wenn man die Nachrichten (nicht nur aus der Wissenschaft und Technik) verfolgt und das Buch gelesen hat, kann einem Angst und Bange werden. Suarez malt ein sehr wahrscheinliches Bild unserer Zukunft. So wahrscheinlich, dass man glaubt, wahrnehmen zu können, wie die Realität mit dem Buch "aufholt" (gerade am 25.10.2012 haben die USA ein neues Drohnengesetz erlassen).

Heute gibt es das schon: Wissenschaftler beschäftigen sich mit Algorithmen, um das Schwarmverhalten von Ameisen zu erforschen. Technik, um Drohnen zu bauen, ist billig und verfügbar. Einfache künstliche Intelligenz ist völlig ausreichend, einen Tötungsauftrag durchzuführen.

Im Buch gerät die Drohnenproblematik ausser Kontrolle: was kann passieren, wenn die Tötungsentscheidung" ("Kill Decision") nicht mehr vom Menschen, sondern einer künstlichen Intelligenz getroffen wird? Wie ermittelt man den Verursacher dieses Anschlages?

Mich hat das Buch sehr beeindruckt aufgrund der Qualität der technisch korrekten Details und der absoluten Machbarkeit dieser Zukunftsversion. Allerdings fand ich "Daemon" eine Stufe besser. Einfach aufgrund der Tatsache, dass jenes Doppelbuch sich dem Leser auf mehreren Ebenen erschliesst, je weiter er in die Handlung vordringt. "Kill Decision" bleibt dagegen relativ linear.

Ich empfehle als "Nachbereitung" des Buchkonsums, den hervorragenden Audiopodcast "Alternativlos" zu diesem Themenkomplex.

Filmkritik: "Der Auftragslover"

Ein gerade mal so erträglicher "er verliebt sich in sie, obwohl es nur ein Job sein sollte" Film. Alex ist Profi. Er wird engagiert, wenn es darum geht, Mädels von ihrer momentanen Beziehung zu separieren. Er und sein Team machen das auch ganz toll, wie man in der Anfangssequenz vor die Äuglein gesetzt bekommt.

Aber schon hier hängt das Konzept: Die Mädels verlieben sich in den "Neuen" und lassen den "alten" stehen.

Was?

Wenn ich einen Ferrari geliehen bekomme und ihn nicht behalten kann, lass ich dann den alten Käfer stehen und laufe zu Fuss weiter? Da schüttelt der Zuschauer den Kopf!

Zum Glück driftet der Film nicht vollkommen in die Lächerlichkeit ab und bleibt somit eine anschaubare Unterhaltungsquelle für einen verregneten Sonntag Mittag als Einschlafhilfe.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=3VnIlziQB7Q

/* Spoiler */

Der "Twist" am Ende. Naja. Wenigstens an dieser Stelle hat sich jemand versucht, Gedanken zu machen. Leider ist das Schema dieser Art Filme schon sehr abgelutscht: Sie verliebt sich, er verliebt sich. Sie erfährt, dass er bezahlt wurde.  Gähn.

Beim Auftragslover stört mich einiges:

1. Warum soll "Sie" ihren beinahe-Mann denn nicht heiraten? Weil ihr Vater ihn nicht mag? Zeigt ihn doch einfach mit dem Zimmermädchen rumfummeln und die Sache ist klar.

2. Warum verliebt sich Alex so plötzlich doch in sie? Es ist kein Grund erkennbar.

3. Warum rennt sie erst weg, als sie erfur, dass Alex das Geld abgewiesen hat? Da wäre es noch logischer gewesen, wenn sie nach der Nacht vor der Hochzeit einfach abgehauen wäre.

Filmkritik: "Foolproof - Ausgetrickst"

Schön gemachter "Break in"  Thriller mit kleinen Schwächen. "Ich liebe es, wenn ein Plan idiotensicher ist", so könnte man den Film treffender umschreiben als es der deutsche Untertitel versucht.

Einen perfekten Plan für ein perfektes Verbrechen - das ist ihr Hobby. Das kleine Grüppchen geht detailverliebt und professionell ans Werk. Doch der Perfektionismus wird bestraft, denn der Plan wird duchgeführt. Aber nicht von ihnen selbst.

Ein kanadischer Film, mit dem man so nicht rechnet. Mag er auch an die Klassiker wie "Verlockende Falle" und "Die Thomas Crown Affäre" nicht heranreichen, so unterhält er doch recht gekonnt. Die technischen Details stimmen. Bis auf einen grossen Schnitzer, der mich ziemlich verärgert hat - mehr im Spoiler nach dem Trailer.

Wer die Klassiker schon kennt, mag "Foolproof" als nette Varition des Themas geniessen.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=b9ZbfLHOpE8

/* Spoiler - Filmfehler - Logikfehler */

Natürlich ist mal wieder die Aufzugsszene der Stein meines Anstosses.

Schneidet man die Trageseiles eines Fahrstuhls durch, landet er automatisch in der Fangeinrichtung. Dagegen kann man nichts machen. Der einzige mir bekannte Film, der das richtig auf die Reihe kriegt, ist "Speed". Denn hier sprengt der Bösewicht ebendiese Fangeinrichtung und der Aufzug kann nach Belieben nach unten rasen.

Vorbemerkung: Diese Art Aufzug hängt über eine Umlenkrolle am Dach an einem Gegengewicht. Aufgrund der Rolle bewegen sich Aufzug und Gegengewicht immer entgegengesetzt: Ist der Aufzug oben, hängt das Gewicht unten. Und umgekehrt.

Nun zum Fehler: Die Guten hängen unter dem Aufzug, springen auf das Seil mit dem Gegengewicht, das Seil reisst, der Aufzug rast nach unten und das Gegengewicht mit ihnen nach oben.

Bullshit: Wenn das Seil reissen würde, würde das Gegengewicht natürlich mit unseren Helden nach unten flutschen. Sie würden zerschellen und das Seil auf sie fallen.

Offensichtlich war es für den Drehbuchautor einfacher, diese technisch unkorrekte Lösung zu wählen.

Das schadet dem Film, der sonst sehr viel Wert auf technisch raffinierte Details legt (siehe den UV aktiven Puder, um das Versteck des Schmuckes zu finden).

Die Lösung wäre relativ einfach möglich gewesen, mit Hilfe z.B. einer Wartungsleiter die an der Schachtwand befestigt sein könnte.