Nachtbilder in Stuttgart mit der "kleinen" (Canon S100)

Neulich nachts noch etwas rumgestanden... ich war mal wieder zu früh und der Kollege nicht überpünktlich ;-) 

Zeit für ein paar kleine Experimente. Die Bilder sind mit so 1/6 - 1/8s gemacht. Jeder normale Mensch hätte ein Stativ dabei gehabt und hätte die tollen ultralangen Belichtungszeiten ausprobieren können. Ich nicht. Dafür sieht man ganz andere interessante Effekte (aufs Bild klicken zum Gross ansehen).

 

Im linken Bild sieht man eine ganz nette Reflexion auf dem Autodach. Im zweiten das Pulsieren der LED Rücklichter (auch wenn  das Bild etwas verwackelt ist). Im rechtesten Bild hat mich die Dynamik überrascht: Es wurde zwar - wie alle anderen Bilder nachbearbeitet - der Himmel ist aber echt. Das hat doch was von "End of Days" - oder?

Filmkritik: "White House down"

Roland Emmerich beginnt sich mehr und mehr zum Uwe Boll (wer ist das?) des "Amerikanischen Heimat-Trashs" zu entwickeln. Der Film zeigt, dass es beim Fremdschämen keine Grenze nach oben für den Zuschauer geben muss.

Die Story scheint nicht neu. Das Weiße Haus und der Präsident werden angegriffen. Geiseln genommen. Bla Bla Bla. Ein einsamer Held mit Familientrouble rennt mit einer Kanone blutverschmiert durchs Mündungsfeuer.... Bla Bla Blub Blub..

Also eine Mischung aus "Airforce one" und "Stirb Langsam" oder eben ein Film wie "Olympus has fallen" (der gegenüber "White House down" wirkt wie Albert Einstein gegenüber einem Backstein. Hier noch  ein Link auf Zerobrains Kritik dieser deutlich besseren Variante des Themas).

Während Emmerich in "Indepence Day" (für mich) sehr deutlich ironisch den ganzen übertriebenen Patriotismus darstellen konnte, muss ihm inzwischen diese Fähigkeit entfleucht sein. Der "Running Gag" seiner letzten Filme bleibt wohl entweder, Dinge auf das Weiße Haus zu werfen (Flugzeugträger beispielsweise) oder das Teil einfach zu sprengen (siehe ID4).

Wie wird das Märchen wohl diesmal enden?

Ich verrate es nicht. Der Film wäre eigentlich leidlich (v)erträgliche, wenn man die meisten Text Passagen streichen und dafür lieber im Hintergrund Helge Schneider "Katzeklo" trällern lassen würde.

Ich sehe durchaus in einigen total überzeichneten Szenen die Ironie (die Jets, die von der Verkehrskamera geblitzt werden, kann man ja nicht wirklich ernstnehmen). 

Am Ende des Tages scheint mir dieser Ironie aber eine Ausrede zu sein. Wie Emmerich den Präsidenten sagen lässt: Es geht darum wieder gewählt zu werden.

Und um den Weltrieden (siehe auch "Miss Undercover").

 

 


Filmkritik: "Aushilfsgangster"

Eddie Murphy und Ben Stiller - der ergraute kleine Horrorladen der ehemalig komischen Amerikanischen Filmindustrie - und ein paar andere versuchen sich an einer Gangster Schmonzette. 

Die Angestellten eines Apartment Komplexes ("Der Tower") trifft es wie eine Wirtschaftskrise aus heiterem Aktienhimmel: Der "Grosse Verwalter" im obersten Stockwerk hat Ihren Pensionsfond geerdet.

Wir werden alle sterben! 

Der Plan sieht vor, sich das Geld zurück zu holen. Mehr Story ist nicht nötig - uns könnte trotz der Gähnen-erweckenden Drehbuchhandlung unterhaltsame 90 Minuten erwarten. 

"Unterhaltsam" lasse ich durchgehen. Der Film plätschert fröhlich vor sich hin, ohne peinlich oder übertrieben nervig zu sein. Eddie wirkt lustlos (oder sagen wir "alt") - vorbei scheinen die Zeiten eines "Beverly Hills Cop" - und zwar wohl für immer.  

Die Haupthandlung hält einen einigermaßen vom Einschlafen ab; ich vermisste aber am Ende Konsistenz (oder wenigstens einen Hauch von Logik - siehe im Spoilerbereich hinter dem Trailer) und Raffinesse. 

Am Ende des (Film)Tages: Familienfreundliche leichte Unterhaltung im Werte der Leihgebühr einer DVD - nicht mehr.

 

/* Spoiler - Fehler - in Aushilfsgangster */ 

Das Ende hat mich "verwundert" - nennen wir es mal so - was passiert?

Sie bugsieren das "Goldfinger" Auto über den Aufzug. Bis dahin finde ich die Idee sogar clever: Sie lassen den Aufzug im daraunter liegenden Stockwerk stehen, öffnen die Türen darüber und "werfen" das Auto rein. 

In der nachfolgenden Handlung sieht man aber, dass der Aufzug wieder nach oben fährt und an der Decke andotzt. Ich folgere daraus, dass das Appartment die oberste Haltestelle des Aufzugs sein muss. 

Wie wollen sie am Ende das Auto auf das Dach bekommen haben? 1 Tonne Gold? 

Und noch etwas: Am Ende wird gezeigt, wie sie einzelne Teile des Autos in Händen halten (alle aus Gold). Spätestens bei den Zahnrädern ist das totaler Unsinn. Gold ist zu weich für diesen Einsatz. Es müsste dazu legiert werden und das macht viel zu viel Arbeit. Dieser Fehler erscheint vollkommen überflüssig, da eine Karosserie aus Gold auch schon gereicht hätte. 

Film/Doku Kritik: "African Safari 3D"

African Safari 3D verkörpert einen wunderschönen Streifzug durch Afrika zu Lande und aus der Luft. Das alles in ganz annehmbaren 3D.

Ich denke, der Film wurde zur Hochzeit des 3D Booms geplant, heute würde man vielleicht eher auf eine höhere Auflösung (4K Aufnahmen) setzen als auf 3D. 

Nichtsdestoweniger arbeitet diese Doku auf recht charmante Weise mit den 3D Effekten. Der Zuschauer sitzt mit im Jeep, wenn sich der Elefantenrüssel unseren Dokumentarfilmern entgegenstreckt. Man mag das kritisieren als "Jahrmarkteffekt", uns hat es gefallen. 

Erstaunlich, mit welch kleinen Kameras dieser Film möglich wurde (eine IMAX 3D Kamera hätte man kaum an den Ultraleicht Flieger hängen können). Allerdings hatte ich immer wieder das Gefühl, dass der Film durchaus detailreicher hätte sein können. Aber das bleibt Jammern auf hohem Niveau. 

Für mich ein sympathischer, familienfreundlicher Film ohne viel Pathos oder aufgesetzte "Disney" Wildlife Story. 90 Minuten Trip durch Afrika. Nicht mehr oder weniger! 

 

Angelesen... Buchkritik: "Diabolus"/"Digital Fortress" (Dan Brown)

Auf der Höhe der NSA Affaire erscheint das Buch "Diabolus" (engl. "Digital Fortress") anfangs ein beängstigend realitätsnahes Szenario zu beschreiben: In dieser Fiction verfügt die Agentur über einen geheimen Rechner, der alle Codes in endlicher Zeit (kleiner eine Stunde) brechen kann. Bis plötzlich der übliche gefrusteter Programmierer einen perfekten Code erschafft, an dem sich die Maschine verschluckt.

Ab hier folgt das übliche Agentenspiel. Ich habe das Buch bei 20% in die ewigen Kindle Jagdgründe befördert - warum? 

Dan Brown beschreibt viele Details in seiner Welt haarklein richtig ... und macht dann (gewollt?) einige Fehler, die dieser Präzision vollkommen zuwiderlaufen. Die simple Grundidee seiner Geschichte schreit leider nach diesen Fehlern, sonst würde sein Kartenhaus der handlugstreibenden Logik in sich kollabieren. 

Jeder Cryptographie Laie wird aufstöhnen (ich verrate nicht mehr, als man nach den ersten 10% des Buches wissen kann und wird): Eine Maschine, die alle möglichen "Passworte" eines Codes durchprobiert (so schreibt es Brown in der englischen Fassung des Buches), muss trotzdem den Mechanismus dieser Verschlüsselung kennen. Ab dann funktioniert der Ansatz, der in "Digital Fortress" beschrieben wird. Die Erklärung aber, was an dem neuen Code so revolutionär sein soll, bleibt vollkommen wirrer Unfug. 

So schlimm wäre das allein nicht. Wenn nicht der Logikrahmen des Romans an diesen Ideen aufghängt wäre wie an einem "Siemens Lufthaken". Stelle man sich einen Code wie eine Schwarze Kiste vor und das Passwort wie eben ein Passwort das man eingibt, damit die Kiste das richtige auswirft...

Sind Sie noch bei mir...? Gut Dann weiter...

Jeder Code funktioniert so! Auch aktuelle RSA Crypto. Ein "Brute Force" Codebrecher macht nichts anderes als alle möglichen Passworte unheimlich schnell einzugeben und das Ergebnis zu prüfen. Das kann im schlimmsten Fall länger dauern als das Universum alt ist (mit heutigen Rechnern). 

Maschinen zum Codebrechen werden so opitimert, dass sie den obigen Vorgang möglichst schnell durchwurschteln. Das ist alles und das funktioniert auch so und nicht wie bei Hern Brown beschrieben.

Zweites Problem: Wie hinerlasse ich einen Schlüssel für den Fall, dass mir etwas passiert? Hierfür gibt es geniale Verfahren, bei denen das Wissen nicht bei einer Person, sondern einer Gruppe hinterlassen wird und sich mindestens (beispielsweise)  zwei Leute einig sein müssen, diesen Schlüssel zu "finden". Ein Profi würde das Problem so lösen.

Ich schweife ab...

Das funktioniert übrigens so: angenommen, man möchte einen Punkt auf der Landkarte geheim halten und es soll mindestens zweier Leute bedürfen, diesen zu erlangen: 
Man lege eine beliebige Gerade durch den Punkt. Diese enthält unendlich viele Punkte. Jeden dieser Punkte kann man an eine Person weitergeben. Niemand kann mit seinen Koordinaten alleine die Gerade wiederherstellen. Es müssen mindestens zwei sich zusammentun. Als Zusatzinfo fehlt nur noch, dass beispielsweise die Gerade den x. Breitengrad in diesem gesuchten Punkt schneidet.

Das war grob vereinfacht. Das Thema ist komplex und überschreitet schnell meinen Horizont. 

Alternativen zum Buch: Der Film "Sneakers" bleibt so herrlich unter der Oberfläche, dass man ihm seine Fehler nicht übel nimmt. So gehts auch. Und eine Story, die einen nicht nach 20% des Buches langweilt, soll auch helfen.

Daniel Suarez´  Bücher kann ich demgegenüber wärmstens empfehlen: Siehe hier und hier. Suarez´ malt mit sehr präzisen Strichen eine Zukunft die quasi nur einen Steinwurf entfernt scheint und ... beängstigt, gerade weil sie so möglich erscheint.

 

 

Buchkrtik: "Redshirts" (John Scalzi)

Eine Warnung vorweg: Wer den Titel dieses Buches nicht eindeutig der Fernsehserie "Star Trek" zuordnen kann, gehört wohl leider nicht zum Zielpublikum dieses Werkes.

Für alle anderen, die sich noch an die Zeiten erinnern können, als Kirk und Spock in der "guten" alten Star Trek Serie alle Nase lang irgendwohin "gebeamt" werden wollten, anstatt sich einfach ein (Space)Taxi zu nehmen - hier als kleiner Auffrischer: Rote Hemden tragen in der alten Star Trek Serie die Leute vom Sicherheitsdienst. Und deren Lebenserwartung gestaltet sich meist verschwindend kurz (sofern ihr Name nicht in den opening Credits auftaucht). Bei Ausseneinsätzen sterben die "neuen Gesichter" mit den roten Hemden ("Redshirts") gerne einen dramatischen Tod.

Das Buch beginnt mit der Darstellung des Lebens auf einem Raumschiff, das so ein klein wenig an Star Trek erinnert. Mit viel Augenzwinkern wird auf die seltsamen Zufälle in vielen Episoden an Bord und die mangelnde Lebenserwartung einiger Gruppen der Besatzung eingegangen. Dies füllt die ersten 30% des Buches und erschien mir bisweilen sehr kurzweilig, dann aber auch wieder etwas in die Länge gezogen. 

Jetzt aber wird das Buch spannend und originell. Ich verrate nicht wieso (vielleicht will es jemand doch noch lesen). Was bisher vollkommen unlogisch wirkte, erscheint jetzt in einem neuen Licht und plötzlich war mein Interesse geweckt:

Wie wird diese Sache ausgehen? 

Leider war Ich voreingenommen, durch ein grossartiges Youtube (siehe unten) Video einer Lesung Scalzis mit Wil Wheaton (dem "Wesley Crusher" aus Star Trek Next Generation).  Kenner der alten und der neuen Star Trek Serie werden bei dem Video ihre helle Freude haben. Diese Episode halte ich für eine der grossartigsten Star Trek Parodien überhaupt und ich wartete gespannt, wann das Buch "Redshirts" diese Latte überspringen würde.

Leider kommt genau diese Szene im Buch gar nicht vor. Mit Verlaub: dieses Video kondensiert soviel mehr Humor und liebevolle Kritik an den Macken von Star Trek als das ganze Buch, sodass ich "Redshirts" am Ende als Mogelpackung empfand - warum?

"Redshirts" beginnt etwas langsam, gibt dann aber stetig mehr Energie auf die Handlungsmatrix. Irgendwann wird John Scalzi dem Leser eine geballte Ladung Humor Torpedos entgegenfeuern. Erwartet selbiger. Die Ziele wurden eingegeben, die Referenzen gesetzt. Der Captain ruft "Feuer" und die Handlung schrammt in die Bedeutungslosigkeit des Humorhorizonts eines Schwarzen Loches. 

Sehr schade. Schaut Euch das Video an und spart Euch das Buch. Scalzi kann es doch! Könnte bitte jemand das letzte Drittel überarbeiten!?

 

 

Filmkritik: "RED 2" (R.E.D. 2)

"RED 2 hat die ihm übertragenen Erwartungen zur Zufriedenheit erfüllt" (könnte in einem Arbeitszeugnis stehen).

Handlung: Frank (Bruce Willis) versucht gerade mit seiner Freundin ein beschauliches Leben zu führen, als der unvermeidliche John Malkovich die Idylle jäh beendet. Und plötzlich scheint buchstäblich die ganze Welt (inclusive Cathy Zeta Jones) hinter dem verrenteten Trio her zu sein (Bedeutung "R.e.d" = retired extremely dangerous).
 
Ich werte den Grundplot als eine saubere Basis für einen soliden Actionstreifen - der Spass macht, aber auch gegenüber dem ersten Teil etwas nachgelassen hat:

Warum?  Franks Freundin nervt (gesehen in der OV). Mary-Louise Parker  versucht ihr bestes, den Spaghat zwischen naivem Mädel vom Land und Revolverheldin unterhaltsam zu gestalten - und scheitert.

Bruce Willis hingegen und seine "Gäste" spielen auf Höchstform und gefallen - soweit das Drehbuch sie lässt. Malkovich wirkt zu normal - denken wir nur an die "Schweinenummer" im ersten Teil oder seine Angst vor Satelliten und Paranoia gegen Flugzeuge. Das war unterhaltsame Action! Im zweiten Teil spielt er nur noch seine eigene Kopie.

Athony Hopkins - extrem geniale Besetzung für die Rolle - scheint zu wollen aber nur wenig zu dürfen. Dieser Mensch hat "das Schweigen der Lämmer" zur Hälfte zum Erfolg geführt. Lasst ihn einfach spielen!

Gegen Ende gewinnt der Film merklich an Fahrt und der Unterhaltungslevel erreicht Normalniveau.

Gegenüber dem ersten Teil bewerte ich diesen Film als zwar schlechter, aber auf jeden Fall war dies einer der besten Bruce Willis Filme dieses Jahr (Stirb Langsam V war grausig, Looper unlogisch und "the Expandables II" peinlich). 

Wer den ersten Teil nicht gesehen hat, sollte dies sofort nachholen. R.E.D. brilliert nahezu vor genialen Ideen, die sogar eine Mythbusters Folge inspiriert haben.

Filmkritik: "Kickass 2"

Kick-Ass 2 (frei übersetzt: "der zweite Arschtritt") führt die Handlung des genialen ersten Teils konsequent weiter. Der Zauber des Neuen scheint allerdings verflogen; mag sich der Film zwar redlich Mühe geben, er bleibt eben aber nur ein zweiter Teil mit knapp dem halben Unterhaltungswert des ersten.

Die Handlung. 

HitGirl geht zur Schule, Kick-Ass auch. Beide kämpfen sie mit etwas Mitschülern und viel Pubertät. Natürlich gibt es auch noch einen Bösen (der "Motherfucker"), der eigentlich nur von seiner Identitätsfindung nach dem Verlust des Vaters und seinen Komplexen gesteuert scheint.

Stoff für eine grottige Highschool Komödie oder gar eine Fortsetzung, die den ersten Teil kräftig in den Hintern tritt?

 
Das Urteil
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Keines von beiden. Kick-Ass 2 bleibt leider nur ein mittelmässiger zweiter Teil, der die Ideen des ersten aufgreift aber nichts wirklich Neues beisteuert.

Hitgirl wirkt älter und zahmer, Kick-Ass langweiliger und Superbösewicht "Motherfucker" wie ein überzüchteter, mit Langeweile übergossener Pudel im Lackoutfit.

Das alles kann aber durchaus erträglich unterhalten.  Man hat einfach zu viel aus dem ersten Teil kopiert und zwischendurch nervt auch die mäßige Tricktechnik gepaart mit uninteressanter Handlung (die Auto-Fahr-und-Schiess-und-Prügel-Szene beeindruckte nur durch den irrealen Look und weniger durch Spannung).

Während der erste Teil die Schwelle zwischen infantilem Quatsch, genialem Unsinn und einem Hauch Tarantino exakt hielt, ist dieser Teil schon einen Schritt weiter (aber in die falsche Richtung) - man denke nur an die "Dauerbrechszene" in der Schule.

Ich empfehle den Film für Hardcore Fans des ersten Teils. Am besten nach 3 Bier.


 

 

Filmkritik: "Upside Down"

Upside Down - bekommt von mir einen extra Bonuspunkt für eine wirklich neue Idee. Davon abgesehen kam eine nette Fantasy / Lovestory auf die Leinwand. "Feel-good" Kino. 

Der Film beginnt mit einer Lektion in "alternativer Physik": Zwei Welten leben "kopfüber" nebeneinander. Gegenstände der einen werden nur von der Urpsrungswelt angezogen und umgekehrt.  Die Gesellschaft der "oberen" lebt in Saus und Braus, die der "Unteren" in eher ärmlichen Verhältnissen.

Stellen wir uns "Romeo und Julia" vor, quasi verstrikt in den Gravitationsstrudel dieser Welten, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Genau das leistet dieser Film. 

Teilweise mochte in den Film sehr. Eben an den Stellen, wo einen das Drehbuch mit "Belanglosigkeiten" des Alltags dieser Welten konfrontiert. Liebe im Zeichen unterschiedlicher Schwerkraft hat so ihre Probleme. Mehr im Film! 

An anderen Stellen war ich etwas enttäuscht. Die visuelle Darstellung hätte vor 10 Jahren begeistert, heute erinnert sie an manchen Stellen an "matte painting".

Der Film verpasst die Gelegenheit, die grossartige Metapher der unterschiedlichen Welten auszubauen und reduziert sich auf die Romanze der beiden Hauptdarsteller. 

Am Ende des Films fühlte ich mich gut (wenn auch actionarm) unterhalten. Die alternative Realität erinnerte mich an "The invention of lying".

 

Filmkritik: "Die Unfassbaren" - "Now you see me!"


Ich fand den Film großartig unterhaltend (beinahe schon "zauberhaft") - wenn auch zwischendurch immer wieder ein paar Ungereimtheiten unmotiviert aus dem Hut des Drehbuches hüpfen. Allerdings zeigt sich diese Show sehr fetzig und kurzweilig, was vieles wieder aufwiegt.

Zur Handlung: Eine Reihe von Magiern wird von einem geheimnisvollen Unbekannten zusammengerufen. Keiner weiß, was er möchte oder wer er ist...

Zeitsprung.

Die bekannten Figuren treten in Las Vegas auf und führen vor Live Publikum ein absolut unmögliches Kunststück vor, das schließlich sogar die Polizei beschäftigt.

Das Spiel beginnt.

Gibt es eine irdische Erklärung für das Ges(ch)ehene?

Der Film erinnert an eine Hochglanz Las Vegas Show. Sympathische Schauspieler und grossartiger Soundtrack überspielen die teilweise löchrige Handlung. Hier gilt wie in jeder Zauberveranstaltung: Nachdenken schmälert den Genuss. Und der Film macht einfach Spaß - so wie er ist (ich kann mich natürlich auch nicht beherrschen und werde aus meinem Buch der Filmfehler rezitieren - in der Spoilerzone - hinterdem Trailer).

Am Ende der Show - oder des Filmes - bleibt ein klein wenig schaler Geschmack nach Nebelkerze in der Luft hängen. Man hätte sich ein Ende mit mehr "Wums" gewünscht.
Hier punktet z.B: "The Prestige" (auch wenn man diesen Film zweimal gucken muss, um die genialen Verzweigungen zu begreifen).

Hintergrundinfos: Isla Fisher spricht in einem Cinema Interview (Link) über den Film. Sehr interessant fand ich, wie die "Wassertankszene" entstand.
 


/* Spoiler - die Unfassbaren - was ist möglich, was nicht und wo sind die Fehler */

Mich störten die Szenen, die auch im Nachhinein nicht real erklärbar waren.
- wie kommt der Schlüssel in der Verhörszene in die Dose?
- wie konnte "er" am Ende durch die Gitter wandern?
- wie konnte "sie" in einer Seifenblase durch den Saal fliegen?
- der gestohlene Tresor und der Spiegel. Man sieht es kommen. Der Raum hat alle Eigenschaften, die dieser Trick braucht. Niemand geht bis an sein "Ende" -
sonst würde die Sache auffliegen.
- das Ende... zuerst foppen sie gekonnt die Polizisten mit ihren Attrappen. Dann wechseln sie während ihrer Endrede einfach den Ort - quasi
ohne Zeitversatz. Im "realen" Leben funktioniert das nur mit dem "Zwillingstrick".

Daneben gibt es Detail-Punkte, die zumindest möglich waren - aber doch nicht ganz logisch erscheinen:

1. Raubzug: Das Opfer musste merken, dass er "etwas" gefallen ist. 2 Meter Fall spürt man. Dieses Problem könnte man mit Hypnose wegdiskutieren (wie es hier mehrmals gemacht wird).
Der Luftzug, der das Geld mitnahm, kam mir sehr stark vor - wir erinnern uns, dass der nachgebaute Raum direkt unter der Bühne liegt und deshalb auch nicht unbegrenzt Platz für ein Ventilationssystem zur Verfügung stand.
Mich störte, dass der eigentliche Raub mal kurz mit Hypnose erklärt wird. Ich zweifle auch, dass es Papier gibt, dass so vollkommen verbrennt (und ohne dass
ein Zündgerät vor Ort zurückbleibt).

2. Raubzug.
Dieser war möglich, weil die Bande den Auszuraubenden im Flugzeug nach den Dingen gefragt hat, die normalerweise niemand von einem anderen weiß, aber von den meisten Online Plattformen zum Wiederherstellen des Passworts benutzt werden.
Schonmal eine gute Idee, die nicht völlig an den Haaren herbeigezogen scheint.
Man kann unterstellen, dass die geniale Bande vorher die Sicherheitsfragen ausspioniert hat.
Zumindest bei deutschen Banken würde das nicht funktionieren. Sicherheitsfragen gibt es beim Banking Zugang nicht mehrund für jede Transaktion ist eine extra TAN notwendig.
 


 
 
 

Filmkrtik: "Silver Linings Playbook"

Für mich hat dieser Film vollkommen versagt.

Und bevor ich jetzt gelyncht werde ("können Oscars irren?"), lest noch 2 Sätze weiter.

Warum auch immer - aber die Marketing Maschine hat bei mir die Erwartung eines guten irgendwie romatischen aber doch kurzweiligen Kinoerlebnisses (zum Glück wars eine BRay - doch dazu später mehr...) geweckt.

Und aufgrund dieser Vorstellung saßen wir de facto im vollkommen falschen Film. Die ersten 20 Minuten waren erträglich aber nichts besonderes, ausser dass Cooper im Müllsack joggen geht, nachdem er aus der Klappse entlassen wurde und aber immer noch seiner Ex hinterherhimmelt.

Nach 30 Minuten Gähnen habe ich angefangen vorzuspulen und - wie es der Dumme Zufall will - Cooper rennt im Müllsack rum. Naja ich erspare uns jetzt, was beim dritten Kapitelsprung passierte. Es ist wirklich nicht zu fassen: aber kurz darauf rennt Cooper im Müllsack rum.

Ein Film kann so gut sein, wie er will, wenn durch den Trailer falsche Erwartungen geweckt wurden. Für mich war er ein Flop (ich sage nicht, dass er schlecht war - ich habe ihn ja eigentlich gar nicht gesehen)...

Filmkritik: "Stand Up Guys"

Al Pacino und Christopher Walken tragen ihren Teil zu der neuen Generation "Rentner Action Helden" bei - mit einem brillanten kleinen Film, der weniger durch Detonationskraft als durch Liebe zum Detail überzeugt.

 
"Val" der Ex Knacki (Al Pacino) und "Doc" (Christopher Walken) zeigen sich hier wahrlich als "saltsames Paar": Als Val nach seiner 28 jährigen Zwangszölibatsphase wegen allzu  männlichen Problemen beim lokalen Freudenhaus nicht zum Zuge kommen kann, rauben die beiden kaltschnäuzig eine Apotheke aus. "Vals" Standfestigkeit scheint wiederhergestellt, doch kurz darauf landet er wegen einer Überdosis Viagra und noch anderen Tabletten im Krankenhaus, wo die beiden die Tochter eines Ex Kumpels treffen. Sie beschließen, ihn aus dem Altenheim zu retten...

Aber alles wird noch verwickelter: "Doc" muss noch eine alte Rechnung begleichen  - und das bringt ihn in einen moralisches Dilemma.

Die beiden Rentner Gauner gefallen in dieser locker ironischen kleinen selbstjutizlastigen Komödie. Hier treffen witzige Dialoge auf großartige Schauspieler. Nothing more to say.

 

 

Filmkritik: "The Company you keep - die Akte Grant"

Größtenteils großartige Schauspieler kämpfen sich mit einer großartigen Crew durch einen potentiell großartigen Film und verheddern sich am Ende doch auf dem langen Pfad der Mittelmäßigkeit.

Ben (Shia LaBeouf aus "Transformers") verkörpert den "üblichen Journalist auf der Suche nach einer Sensation". Die Spur scheint heiß nachdem Sharon Solarz festgenommen wird. Sie war vor 30 Jahren Teil der Weathermen und kämpfte unter anderem gegen den Vietnamkrieg. Bei einer Aktion der Gruppe wurde ein Wachmann getötet und seither sind alle auf der Flucht.

Robert Redford auch. Er, der sonst gerne den Unbestechlichen darstellt, schlüpft hier in eine andere Rolle und überlässt die Rolle des Gerechten Ben. Nun - Shia LaBeouf erscheint mir als Mischung aus "Bernstein" und "Woodward" wenig glaubhaft besetzt - er füllt die Rolle nicht aus.

Alle anderen geben sich wenigstens redlich Mühe.

Der Film lässt sich Zeit. Die ganze Atmosphäre wirkt trotz dem allgegenwärtigen "Fluchthintergrund" hektikfrei. In der letzten halben Stunde (von zwei) hat mich dann langsam das Interesse verlassen. Und am Ende fragt man sich einmal mehr, ob Durchhalten die beste Lösung war.

Ein guter Film aber ich hatte Größeres erwartet; Robert Redford hat für mich nicht geliefert.

Alternativempfehlungen: "Die Unbestechlichen" oder "Der Clou".

 

Filmkritik: "Only God forgives"

Unglaublich, wie intensiv mich die Bildsprache von Anfang an in ihren Bann geschlagen hat. Der Film sieht einfach verdammt gut aus und trägt eine unglaublich dichte Stimmung in sich, die wenig von Dialogen gestört wird und durch die schonungslos brutalen Zwischeneruptionen nur noch unterstützt wird.

Ryan Gosling scheint einem Faible für Filme mit "Gewalt-Hintergrund" zu frönen. Hier mimt er einen Box-Club Besitzer, dessen Bruder auf bestialische Weise eine Prostituierte dahinmetzelte. Was seinem Karma absolut nicht zuträglich war und so nimmt der Rachestreifen seinen Lauf.

Langsam schlich in mir ein bekanntes (aber unerwartetes) Gefühl durch die Synapsen, des ich erst nicht richtig einzuordnen wagte: Dieses Gefühl, das ich neben der Faszination für die geniale Bildästhetik empfand, lässt sich am ehesten mit Langeweile beschreiben.

Für mich wirkte der Film wie das Produkt einer hervorragenden Crew auf der Suche nach einem passenden Drehbuch - leider haben sie es (aus meiner Sicht) nicht gefunden.

Da kann mich eher ein Streifen wie Kill Bill I in seinen Bann schlagen, da er durch die gnadenlose Überzeichnung wett macht, was ihm an Story fehlt.



Filmkritik: "The Lone Ranger"

Der Film besticht neben seiner langen Laufzeit und Langatmigkeit durch die Gabe, wenig interessante Handlung und eine handvoll mittelmässiger Gags auf beinahe zwei-einhalb Stunden zu verteilen.

Wer den Trailer gesehen hat, kann auch etwa 45 Minuten zu spät zu diesem Meisterwerk der Belanglosigkeit erscheinen.

Ich weiss nicht, welcher Depp den Jonny geritten hat, diese Rolle anzunehmen - wahrscheinlich kam er auf einem weissen Rössl (vom Schatz im Silbersee) dahergeritten und im Hintergrund spielte der Junge mit der Mundharmonika das Lied vom Tod der Zuschauerzahlen.

 

Filmkritik: "Pacific Rim"

In "Pacific Rim"  erwartet uns ein Monster Actionspektakel, großartige Animationen, ein guter - aber durch seine Permanenz nervender- Soundtrack und eine Godzilla-erbärmliche Handlung.

Erstmal heißt es "schlucken". Der Film baut (zum Glück sehr zügig) ein Logikgerüst für die Handlung auf, bei der sich selbst Godzilla noch alle Haare sträuben würden.

Durch ein Dimensionsloch im Pazifik purzeln böse Monster in die Welt und die können nur durch menschengesteuerte Kampfroboter besiegt werden. Damit sich die Roboter nicht so einsam fühlen, müssen sie von zwei Menschen gesteuert werden, die sich quasi zusammen in die "Matrix" hängen und dann lustig durch die Prärie stapfen.

Mehr möchte ich zur Handlung gar nicht sagen. Die größten Aufreger wie immer nach dem Trailer im Spoilerbereich. 

Die Handlung nervt auf mehreren Ebenen. Erstmal ist das Gequassel zwischen der Action manchmal "ei gar grausig". Man möchte der hübschen Mako (Beckets Partnerin) manchmal zurufen "Heul doch einfach und halt die Fresse!".  Ihr werdet es verstehen, wenn Ihr den Film gesehen habt (Seitennotiz: sie macht es sogar einmal).

Zur Logik: Ohje. Mich irritierte sehr stark, dass man sich in diesen Mech-Warriors wirklich bewegen muss. Anscheinend sind die "Brain-Dock-Anschlüsse" noch nicht so weit, wie in Matrix.

Das Technik Gelaber zeichnet sich durch hohes Schmerzniveau aus: "Die waren digital - wir sind analog - nuklear". An dieser Stelle sollte man sein Resthirn abschalten und sich zurücklehnen. Vielleicht ab und zu die Ohren zuhalten, damit man die Dialoge und das ständig wiederholte Soundtrack Grundthema nicht hört.

Doch muß ich eingestehen, dass trotz aller Motzerei, diese Monster Show ein Genuss an Animationstechnik darstellt, den man so selten genießen kann.

Der Film verpasst halt leider die Möglichkeit sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Einzig die üblichen halbverrückten Wissenschaftler spielen in diese Richtung, wirken aber nachträglich eingefügt, um die ärgsten Logiklöcher im Drehbuch zu stopfen (hat nicht funktioniert).

Ich empfehle, diesen Film in 3D zu gucken - er macht wirklich was her - und ihn dann sofort vergessen. Der Film bleibt so relevant, wie wenn Rihanna beschließen würde, "Schiffe versenken" zu spielen.


 

/* Spoiler - die Lecks in der Monster Geschichte von Pazifik Rim */ 

Wo soll ich anfangen? 

Die Physik stimmt nicht. Z.B. sprechen sie von "Tonnen TNT" Sprengkraft- Das ist sehr wenig für einen Nuklearen Sprengsatz. Ich denke, man meinte "Kilotonnen TNT". 

Bei der ersten Verbindung von Mako und Becket als sich die Plasma Kanone selbständig macht, ziehen sie in der Steuerzentrale einen Stecker raus und die Kanone geht aus. Totaler Unsinn.

So richtig einleuchten will mir die Mech-Warrior Geschichte nicht. Ein paar Plasmakanonen mit Fernsteuerungen täten es auch. Aber ich kann akzeptieren, dass man hier die Basis für die ganzen lustigen Zweikämpfe bauen musste.

Die Monster AG aus der anderen Dimension hat natürlich gar keine Chance mehr, den Dimensiontunnel wiederzueröffnen.